Filminfo zu

Watchmen - Die Wächter

Watchmen

Action, Comic-Verfilmung, Fantasy. USA 2009.

Regie: Zack Snyder
Mit: Patrick Wilson, Jackie Earle Haley, Billy Crudup, Jeffrey Dean Morgan, Malin Åkerman

Ein Comic-Meisterwerk als Kino-Meilenstein: Zack Snyder (300) bringt die genialste Graphic Novel aller Zeiten ins Kino! Nach der Ermordung des maskierten Verbrecherjägers Comedian kommen dessen ehemalige Mitstreiter einer abscheulichen Verschwörung auf die Spur.

Filmstart: 6. März 2009

Virtual Reality: Wir schreiben das Jahr 1985. Geführt vom niemals aus dem Amt geschiedenen Nixon steuert Amerika direkt in einen Atomkrieg mit den Sowjets. So weit, so real. Doch etwas ist anders in dieser Anti-Utopie von Alan Moore: Superhelden, maskierte Verbrecherjäger, Wächter oder wie auch immer sie sich nennen mögen, existieren - aber sie sind verboten. Nur, wer sich der Kontrolle der Regierung unterwirft, darf im Auftrag dieser aktiv werden. The Comedian (Jeffrey Dean Morgan), ein gewissenloser Söldner, gewalttätig und zynisch, und der mit grenzenlosen Kräften ausgestattete gottähnliche Dr. Manhattan (Billy Crudup), der Raum, Zeit und Materie beherrscht, haben ebendiesen Weg eingeschlagen und mit ihren Einsätzen die Geschichte entscheidend beeinflusst; Nite Owl II (Patrick Wilson) und Silk Spectre II (Malin Ackerman) gingen in Frühpension, der geniale Ozymandias (Matthew Goode) verdiente ein Vermögen als Unternehmer und der sadistisch veranlagte Rorschach (Jackie Earle Haley) verzog sich in den Untergrund und ist seither illegal aktiv. Als The Comedian alias Edward Blake ermordet wird, stellt der zunehmend paranoide Rorschach Ermittlungen an, in die sich nach und nach auch die anderen, ehemaligen Watchmen einschalten - und gemeinsam enthüllt man eine Verschwörung unvorstellbaren Ausmaßes.

Watchmen spielt ein faszinierendes Was-wäre-wenn-Szenario durch: Wie hätten real existierende Superhelden, egal ob Normalos in verrückten Kostümen oder solche mit wirklichen, übernatürlichen Kräften, das Weltgeschehen in den letzten Jahrzehnten beeinflusst? Ausgehend von diesem Leitmotiv revolutionierten Alan Moore (Story) und Dave Gibbons (Illustration) das Superhelden-Genre, das Konzept Superheld wurde neu definiert. Helden-Stereotypien dienen bei den Watchmen der Entlarvung von Klischees und Schwachstellen, die selbsternannten Hüter der Gerechtigkeit sind fragwürdige, psychisch demolierte Existenzen, die grausame Selbstjustiz üben und auch nicht davor zurückschrecken, den Frieden mit Gewalt herzustellen. Diejenigen, deren Aufgabe es wäre, die Menschheit zu beschützen, werden selbst zur Bedrohung. Macht korrumpiert - eine zutiefst menschliche Eigenschaft. Übrig bleibt die Frage: Who watches the Watchmen?

Watchmen - Die Wächter, erschienen erstmals 1986/87 als 12-teilige Serie bei DC-Comics, hat es als einzige Graphic Novel in die Time-Magazine-Liste der 100 besten englischsprachigen Romane geschafft. Mit ihrer Dekonstruktion des Superhelden-Mythos kreierten Moore und Gibbons einen visuell überwältigenden, durchgestylten Klassiker voll moralischer Verkommenheit: höllisch brutal, mit einer komplexen Storyline zwischen Zeitsprüngen, Rückblenden, Hintergrundepisoden und eingeflochtenem Comic-im-Comic, und einem geradezu schockierenden Ende. Bereits Ende der 1980er sicherte sich Hollywood die Filmrechte, Regisseure wie Terry Gilliam, Darren Aronofsky und Paul Greengrass waren über die Jahre involviert, das Projekt wanderte von Studio zu Studio, niemand wagte die Realisierung. 2009 ist es endlich soweit: Zack Snyder bringt Watchmen mit dem Anspruch auf größtmögliche Werkstreue auf die Leinwand, Dave Gibbons stand ihm als Berater zur Seite. Nur einen gibt's, bei dem sich trotzdem garantiert keine Vorfreude einstellt: Alan Moore, der sich (seit der mehr als verunglückten Filmwerdung seiner Liga der außergewöhnlichen Gentlemen) erfolglos gegen die Verfilmung seiner Werke wehrt, wird wie folgt zitiert: "Ich werde mir diesen verdammten Film sicher niemals anschauen!" Mal abwarten, ob Mr. Moore nicht doch noch schwach wird. Denn was Zack Snyder hier fabriziert hat, ist alles andere als ein weiteres, uninspiriertes Comicmovie vom Fließband, sondern ein absolutes Must-see, komplexes, spannendes und visuell aufregendes Fantasykino für den Feinspitz.

Text:  Dina Maestrelli

Credits

Titel Watchmen - Die Wächter
Originaltitel Watchmen
Genre Action/Comic-Verfilmung/Fantasy
Land, Jahr USA, 2009
Regie Zack Snyder
Drehbuch David Hayter, Alex Tse basierend auf den Comics von Alan Moore und Dave Gibbons
Kamera Larry Fong
Schnitt William Hoy
Musik Tyler Bates
Produktion Deborah Snyder, Lloyd Levin, Lawrence Gordon
Darsteller Patrick Wilson, Jackie Earle Haley, Billy Crudup, Jeffrey Dean Morgan, Malin Åkerman, Carla Gugino, Matt Frewer, Matthew Goode, Stephen McHattie
Verleih UPI

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

3 Kommentare

unfassbar genial!!

wow - der film fetzt einem echt augen und ohren weg!! so düster, so sarkastisch, zynisch, brutal, witzig. einfach spitzenmäßig genial! Die Story is zugegeben etwas kompliziert - sich vorab etwas in die Handlung einzulesen, kann also nicht schaden (wenn man nicht eh das Comic gelesen hat).

6. März 2009
14:49 Uhr

von Troublemaker

sehr lang aber gut germacht!

Mir hat der Film gut gefallen, doch die Länge hat dazu beigetragen, dass ich etwas das Interesse verloren habe während des Films! Die Story ist sehr gut gemacht, aber ein paar Szenen kürzer und er wäre noch spannender und besser gewesen!

12. März 2009
10:04 Uhr

von Knolli6

Rorschach-Test mit Tiefgang

"Watchmen" galt wegen seiner Komplexität lange Zeit als unverfilmbarer Stoff. Zach Snyder hat das scheinbar Unmögliche möglich gemacht. Seine Regie haucht den etwas exaltiert gekleideten Comic-Helden Leben ein. Jeder dieser maskierten Wächter sieht oberflächlich betrachtet reichlich komisch aus. Night Owl II wirkt wie Batman beim Faschingsgschnas, Silk Spectre II ähnelt einer leichten Latexmuse, Ozymandias gleicht einem Callboy beim Rollenspiel, und der Comedian könnte einem Vorstadt-Wrestling-Ring entsprungen sein.
Wie Alan Moore im Comic gelang es Zach Snyder im Film diese kunterbunten Haudegen mit Tiefgang zu beseelen, so dass am Ende die Frage nach Gut und Böse völlig relativiert ist. Was moralisch und nicht moralisch ist, hängt vom Auge des Betrachters ab - wie ein Rorschach-Test eben...

17. März 2009
21:04 Uhr

von elvellon

Kommentar verfassen

Um Kommentare verfassen zu können, musst du eingeloggt sein.

Falls du bereits registrierter SKIP User bist, gehe zum , solltest du noch kein Benutzerprofil haben, kannst du dich hier registrieren.