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Death Race

Death Race

Action. USA 2008. 105 Minuten.

Regie: Paul W. S. Anderson
Mit: Jason Statham

2012 werden die Gefängnisse in den USA von profitgeilen Konzernen geführt, und im Knast der Zukunft hat der Begriff Freifahrt für die Insassen eine völlig neue Bedeutung: Bei brutalen Rennen in schwerbewaffneten Autos können sie sich Freiheit erfahren - oder bei dem Versuch draufgehen. Jason Statham in in einem actionstrotzenden und ziemlich unzimperlichen Remake eines 70er-Jahre-Trash-Klassikers.

Schlechte Zeiten herrschen in der nahen Zukunft - und das ist keine Science Fiction, sondern die zu erwartende Realität. Jenson Aimes (Jason Statham) bekommt sie drastisch zu spüren, als die Erzmine, in der er arbeitet, zusperrt und alle Arbeiter gekündigt werden. Sicher kein gutes Gefühl, in diesen harten Zeiten so eine Nachricht nach Hause zu Frau und Kind bringen zu müssen. Aber Aimes trifft es noch viel härter: Den nächsten brutalen Schicksalsschlag beschert ihm ein Einbrecher, der seine Frau ermordet. Aimes selbst wird dabei niedergeschlagen und verletzt. Perfiderweise sieht es für die Polizei nachher so aus, als hätte Jenson seine Frau selbst umgebracht - er wird des Mordes angeklagt und eingesperrt. Womit Schicksalsschlag Nummer drei vollendet wäre. Dass Jenson massiv reingelegt wurde, ahnt er noch nicht. Er wird schon noch draufkommen.

Das Gefängnis namens Terminal Island Penitentiary heißt so, weil es eine Gefängnisinsel ist. So ähnlich wie Alcatraz. Nur dass sich auf dieser Insel auch eine ziemlich beein druckende Rennstrecke befindet. Terminal Island wird von einem privaten Konzern geführt, so wie alle US-Gefängnisse des Jahres 2012. Dieses Unternehmen veranstaltet eine eigene Autorennserie - den Death Race, der längst alle anderen Autorenndisziplinen abgehängt hat in Sachen internationaler Beliebtheit. Wenn Death Race im Fernsehen und Internet läuft, sind einfach alle dabei. Es gibt keinen brutaleren Sport, mit mehr echtem Schmerz und verdammt echtem Tod. Das wollen die Leute eben sehen. Die Motivation für die lebenslänglich verurteilten Fahrer ist es, nach fünf gewonnenen Rennen in Freiheit entlassen zu werden - da nimmt man auch eine Mortalitätsrate von fast 100 Prozent in Kauf.

Hennessey (Joan Allen) ist die Leiterin des Gefängnisses. Sie konzertiert auch die Rennen. Und sie war es, die dafür gesorgt hat, dass Jenson Aimes zu ihr auf die Insel musste - ganz einfach, weil sie einen neuen, fähigen Fahrer brauchte. Dass dafür Jensons Frau sterben musste, hat sie in Kauf genommen. Jenson wird als der Death-Race- Superstar Frankenstein an den Start gehen - verborgen hinter einer gruseligen Schweißermaske, damit ihn niemand erkennt. Sein Erzfeind in diesem futuristischen Gladiatorenkampf auf Rädern nennt sich Machine Gun Joe (Tyrese Gibson). Jenson zur Seite stehen der belesene Mechaniker Coach (Ian Mc- Shane) und Case (Natalie Martinez), die schärfste Braut der Gefängnisinsel, die ihm als Navigator zum Sieg verhelfen soll. Bei diesem Rennen werden brüllende Acht- Zylinder-Motoren gefahren, die Autos sind ausgestattet mit Maschinenpistolen und Granatwerfern und so kreativen Verteidigungsmechanismen wie Ölwerfer oder Nebelmaschinen, außerdem ist die Rennstrecke gespickt mit extrem gemeinen und unmenschlichen Fallen aller Art. Frankenstein Jenson wird sich nicht nur ranhalten müssen, um nicht in Fetzen gerissen zu werden, er wird auch über Leichen gehen müssen. Aber den Death Race zu gewinnen, um seine Freiheit zurückzubekommen, bleibt nicht lange seine primäre Motivation. Denn schon sehr bald wird Jenson erfahren, dass Hennessey seine Frau nur deshalb ermorden ließ, um ihn als Fahrer ins Häfen-Team holen zu können. Und dafür darf sie nun wirklich nicht ungeschoren davonkommen ...  

Sex & Violence, gepaart mit apokalyptischer Science Fiction, Pyrotechnik und Racing- Action: nicht nur das Lieblingsterrain von Jason Statham, sondern auch der typische Home Turf von Paul W.S. Anderson, dem Macher von Event Horizon, Resident Evil, Alien vs. Predator u. v. a. mehr im Genre. Death Race ist nicht wirklich ein Remake des alten Roger-Corman-Trash-Klassikers Death Race 2000 mit Sylvester Stallone und David Carradine aus den 70er Jahren, sondern eher eine Hommage. Roger Corman ist zwar diesmal als Produzent mit im Team, aber auch wenn es im alten Film darum ging, Punkte für das Überfahren von Behinderten und Kindern zu sammeln, kann der geneigte Zuseher sicher sein, dass es im neuen Death Race viel mehr und massivere Gewalt und Gore zu sehen gibt als damals. Außerdem gibt es Action pur, einen beruhigend hohen Level an Sexappeal dank der kunstvollen Inszenierung des Prachtkörpers von Natalie Martinez und auch noch ein paar nette Seitenhiebe auf das moderne Medienzeitalter mit seinen absurden Publikumsgeschmäckern. Brutale Typen, scharfe Frauen, gepimpte Autos, Hochgeschwindigkeit, Explosionen und sensationell viele verschiedene Arten, auf menschenunwürdige Weise abzutreten: Braucht ein guter Block buster noch mehr? Ach ja: eine Schachtel Nachos mit perverser Käsesauce ...

Text:  Klaus Hübner

Credits

Titel Death Race
Originaltitel Death Race
Genre Action
Land, Jahr USA, 2008
Länge 105 Minuten
Regie Paul W. S. Anderson
Drehbuch Paul W. S. Anderson
Kamera Scott Kevan
Schnitt Niven Howie
Musik Paul Haslinger
Produktion Paul W. S. Anderson, Jeremy Bolt, Roger Corman
Darsteller Jason Statham, Ian McShane, Tyrese Gibson, Natalie Martinez, Max Ryan, Jason Clarke, Joan Allen
Verleih UPI

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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