Filminfo zu

Lady Chatterley

Lady Chatterley

Drama. Frankreich 2006. 168 Minuten.

Regie: Pascale Ferran
Mit: Marina Hands, Coullo’ch Jean-Louis, Hippolyte Girardot

Die Lady schmachtet wieder: Neue französische Verfilmung des Skandalromans aus den zwanziger Jahren. Dame trifft Wildhüter, leidenschaftlicher Sex unvermeidlich.

Filmstart: 3. November 2007

Geld ist eben doch nicht alles: Lady Chatterley (Marina Hands) hat reich geheiratet, ihren alten Freund Sir Clifford Chatterley, als der auf Fronturlaub daheim war. Mittlerweile ist der Erste Weltkrieg vorbei, Sir Chatterley ein miesepetriger Krüppel, und die junge Lady auf dem Landsitz einsam und höchst unausgelastet. Bis ihr einmal der naturverbundene Wildhüter Oliver (Jean-Louis Coullo'ch) ihres Mannes unterkommt, ohne Hemd, und sie sich fast vergisst …
D. H. Lawrences ebenso umstrittener wie berühmter Roman von 1928 wurde bereits mehrmals verfilmt. Vom Roman gibt es zwei Versionen, die erste wesentlich pornographischer als die zweite. Die Filmversion der Französin Pascale Ferran, nach der sanfteren Romanvorlage, ist nah am Buch und höchst gelungen - und mit gleich fünf Césars ausgezeichnet. Und das Vergnügen ist für (fast) alle Altersgruppen geeignet. Die häufigen Sexszenen sind hocherotisch, doch nicht explizit, dabei aber alles andere als harmlos: Im Gesicht der Lady spiegeln sich Erregung und Entzücken, die Sinnlichkeit ist überwältigend. Ferran nimmt sich viel Zeit, die wenig statthafte Affäre zwischen der reichen Lady Chatterley und Oliver detailverliebt zu schildern. Der Wildhüter ist alles andere als ein ungehobelter Proletarier, für ihn ist die Affäre ebenso ein Akt der Befreiung aus seinem kleinbürgerlichen Hintergrund.
Die Beziehungen vermittelt Ferran vor allem über die Natur: Ob sich die Liebenden in den Wäldern treffen oder Ehemann Clifford mit seinem Rollstuhl in einer Wiese stecken bleibt - die Landschaft ist allgegenwärtig, ohne dass der Film in den Kitsch abgleitet. Eher fügt die Natur eine weitere sinnliche Ebene hinzu, die die sozialen Schranken weiter relativiert. Die Affäre wird tiefer und leidenschaftlicher, als es beiden je geträumt hätten - und bald ist es nicht mehr nur der Sex, der sie verbindet. Der Ausbruch aus der bürgerlichen Ehe, die verbotene Beziehung sind für die junge Frau viel zu reizvoll, als dass sie der Versuchung widerstehen könnte.
Ferran geht mit ihren Schauspielern und der Story so um, dass jede Einstellung elektrisiert, jede Szene richtiggehend vibriert vor Neugierde auf die Entdeckung der Erotik. Lady Chatterley erblüht nicht nur sexuell, sondern in ihrer ganzen Persönlichkeit: Die neu erlangte Energie lässt sie ihre Welt frisch erfahren. Zum ersten Mal erlebt sie tiefe Gefühle und echte Lust und vergisst die Verklemmtheit, die ihre Welt bisher bestimmt hat. Ehemann Sir Chatterley zieht es unterdessen vor, die Affäre nicht zu bemerken. Er wünscht sich einen Erben, den er selbst nicht zeugen kann, und stimmt zu, dass Lady Chatterley einen würdigen Erzeuger sucht. Da trifft es sich glänzend, dass die Lady bereits vom schönen Wildhüter schwanger ist…

Text:  Magdalena Miedl

Credits

Titel Lady Chatterley
Originaltitel Lady Chatterley
Genre Drama
Land, Jahr Frankreich, 2006
Länge 168 Minuten
Regie Pascale Ferran
Drehbuch Roger Bohbot, Pascale Ferran, David Lawrence nach dem Roman von D.H. Lawrence
Kamera Julien Hirsch
Schnitt Yann Dedet, Mathilde Muyard
Produktion Gilles Sandoz
Darsteller Marina Hands, Coullo’ch Jean-Louis, Hippolyte Girardot
Verleih Stadtkino

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

0 Kommentare

Kommentar verfassen

Um Kommentare verfassen zu können, musst du eingeloggt sein.

Falls du bereits registrierter SKIP User bist, gehe zum , solltest du noch kein Benutzerprofil haben, kannst du dich hier registrieren.