Filminfo zu

The International

The International

Thriller. Deutschland, GB, USA 2008. 118 Minuten.

Regie: Tom Tykwer
Mit: Clive Owen, Naomi Watts

Und wieder sind die Banken schuld. Clive Owen als unbestechlicher Hero, der sich mit Naomi Watts an seiner Seite mutig der skrupellosen globalen Bankenverschwörung entgegenstellt: Tom Tykwers nervenzerfetzend spannender Beitrag zur internationalen Finanzkrise.

Filmstart: 13. Februar 2009

Wer glauben Sie eigentlich, dass Sie sind? Ein freier Mensch in einem freien Land, der weitestgehend selbst über sein Leben bestimmt und sein Schicksal selbst in der Hand hat? Der kauft, was er gut findet, der wählt, wen er unterstützt, und sich im Prinzip auf ein faires Rechtssystem verlassen kann, das ein funktionierendes Miteinander aller Menschen gewährleistet? Sagen Sie, wo leben Sie eigentlich? Hinter dem Mond?

Hier auf der Erde sieht es nämlich ganz anders aus, egal was Sie glauben. Wen Sie wählen ist sowas von egal, die Fäden ziehen schon längst nicht mehr gewählte Politiker. Und was Sie von der Globalisierung halten, ist doch auch jedem Wurst, denn in Wirklichkeit ist die Globalisierung der Macht längst abgeschlossen, ohne dass jemand Sie gefragt hat. Was auf der Welt geschieht, bestimmen einige wenige, mit absoluter Konsequenz. Denen gehört die Macht, das Geld, unsere Arbeitskraft, alles.

Doch es gibt noch Leute, die an die Gerechtigkeit glauben. So wie Interpol-Agent Louis Salinger (Clive Owen). Erst mal sieht sein neuester Fall eigentlich gar nicht so ungewöhnlich aus: Salinger ist einem großen illegalen Waffengeschäft auf der Spur und will sich vor dem Berliner Hauptbahnhof mit einem Kollegen treffen. Der hatte kurz davor ein Meeting mit einem brandheißen Kontakt und soll Salinger nun Bericht erstatten. Schon hat Salinger ihn im Durcheinander des Bahnhofsvorplatzes auf der anderen Straßenseite erblickt. Doch dann der Schock: Bevor Salinger ihn noch erreichen kann, übergibt sich der Kollege plötzlich und sackt dann tot zusammen. Ein Herzinfarkt, behaupten die Ärzte. Für Salinger ist jedoch völlig klar, der Mann wurde vergiftet - und Salinger findet auch Beweise dafür. Doch die deutschen Behörden versuchen auffällig vehement, den Mord nicht als solchen gelten zu lassen, bestehen auf der offiziellen Version einer natürlichen Todesursache und verbitten sich jede Einmischung der Interpol. Und, noch schlimmer, Salingers Vorgesetzte spielen anscheinend mit: Mit seiner Beschwerde blitzt er eiskalt ab. Irgendwas ist hier mächtig faul.

Klar, dass Salinger jetzt erst recht nicht locker lassen will, immerhin war das Opfer Familienvater und ein guter Freund. Die Spur führt zunächst nach Mailand, zu einem zwielichtigen rechten Spitzenpolitiker mit weitreichenden Verbindungen (der wohl nicht ganz zufällig an Berlusconi erinnern soll). Gemeinsam mit der New Yorker Staatsanwältin Eleanor Whitman (Naomi Watts) will Salinger ihm einige Fragen stellen. Doch kaum geht es ans Eingemachte, wird der Mann erschossen ­- vor versammeltem Wahlvolk. Diesmal hat Salinger den Mord allerdings genau beobachtet und verfolgt den Täter, einen Scharfschützen, in einer mörderisch spannenden Szene quer durch die hektische Mailänder Innenstadt - bis er ihn schließlich aus den Augen verliert.

Salinger findet schließlich jedoch heraus, dass der Sniper in New York lebt - und wer sein Auftraggeber war: Der ehemalige Stasi-General Wilhelm Wexler (Armin Mueller-Stahl), der für den großen internationalen Bankkonzern IBBC tätig ist. Die Ermittlungen drehen sich längst nicht mehr "nur" um illegale Waffenverkäufe, sondern um verbrecherische  Machenschaften globalen Ausmaßes - für die skrupellos wirklich jeder ausgeknipst wird, der im Weg stehen könnte. Bei einem Geheimtreffen kommt es schließlich zu einem dramatischen Shootout, ausgerechnet im New Yorker Guggenheim-Museum - für diese atemberaubende Action-Sequenz wurde das berühmte Gebäude 1:1 im Studio Babelsberg bei Berlin nachgebaut.

Salinger gelingt es schließlich sogar, an Wexler heranzukommen. Wie sich herausstellt, ist der Ex-Kommunist Wexler ganz und gar unglücklich mit seiner Rolle bei dem üblen kapitalistischen Machtspiel - und er lässt sich auf eine Zusammenarbeit mit Salinger ein. Bei einem konspirativen, unter strengster Geheimhaltung organisierten Meeting in Istanbul soll endlich die Wahrheit ans Licht kommen. Doch auch Wexler ist nur ein kleines Rad in einem riesigen Spiel - und Salinger fühlt sich wie im Inneren einer russischen Puppe: kaum hat er eine Schicht durchdrungen, stößt er an die nächstgrößere …

Mit seinem neuesten Film - und seiner dritten internationalen Produktion nach Heaven und Das Parfum - hat der deutsche Lola rennt-Regisseur Tom Tykwer einen ganz großen Wurf hingelegt. Die Story ist von der ersten bis zur letzten Minute spannend, die Optik bahnbrechend, das Thema voll brennender Aktualität - und dazu weht durch jede Szene der Spirit der klassischen Agenten-Thriller der Sixties und Seventies. Und vor allem setzt Tykwer endlich sexy Clive Owen in einer Hauptrolle ein, in der wir ihn schon immer mal erleben wollten. Der attraktive Brite mit seinem rauen Charisma ist wirklich einer der coolsten Action-Heroes seit langem, und die perfekte Besetzung in einem Thriller, bei dem einfach alles stimmt.

Text:  Kurt Zechner

Credits

Titel The International
Originaltitel The International
Genre Thriller
Land, Jahr Deutschland/GB/USA, 2008
Länge 118 Minuten
Regie Tom Tykwer
Drehbuch Eric Warren Singer
Kamera Frank Griebe
Schnitt Mathilde Bonnefoy
Musik Tom Tykwer, Reinhold Heil, Johnny Klimek
Produktion Lloyd Phillips, Charles Roven, Richard Suckle, John Woo
Darsteller Clive Owen, Naomi Watts, Patrick Baladi, Jack McGee, Ben Whishaw, Axel Milberg, Ulrich Thomsen, James Rebhorn, Armin Mueller-Stahl, Victor Slezak, Brian F. O'Byrne
Verleih Sony

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

5 Kommentare

The International

ich möchte nicht wie immer die schauspielkünste der darsteller loben, wobei alle ihre charaktere zu 100 % gemimmt haben. ich möchte auf die drehorte bzw auf die tollen aufnahmen aufmerksam machen. bei the international sieht man mehrere orte europas bzw. die der usa wie z.b.: leon, mailand, luxemburg, berlin oder auch new york city. man spürte die abwechslung, aber auch die spannung bis zum finalen ende, die action im guggenheim museum. natürlich errinnert man sich gleich an die finanzkrise des vorjahres. jemanden, dem das nahe geht, der sollte sich the international unbedingt ansehen! und clive owen meiner meinung wäre ebenso ein guter james bond!

15. Februar 2009
06:53 Uhr

von Philipp87

Owen rules!

toll gespielter thriller, eine inszenierung, die ihren darstellern zeit lässt, und eine fesselnde story, die furchterregender ist als alles, was stephen king je geschrieben hat. ein großartiger film, der sich anschauen lässt, ohne dass man kopfweh von den rasanten schnitten bekommt!

19. Februar 2009
21:32 Uhr

von Troublemaker

clive owen ist echt cool =)

der film war nicht der beste den ich gesehn habe, aber ich muss sagen dass ich nicht enttäuscht wurde..clive owen ist schon ein prachtstück =P also ein spannender, aufregender film !

21. März 2009
11:57 Uhr

von misspink

Thriller

Endlich mal wieder ein Film zum nachdenken. Der Film trifft genau den Zeitgeist wieder. Dazu spielt Clive Owen wieder einmal sensationell.

26. März 2009
16:28 Uhr

von JamesBond007

Owen ist toll, aber die Story wirkt sehr aufgesetzt

Ich bin ein großer Clive Owen Fan und deswegen war es von der ersten Sekunde an klar, dass ich mir diesen Film im Kino ansehen muss. Clive spielt toll (obwohl er in dem Film immer böse schaut - ohne Ausnahme - achtet darauf, wenn ihr mir nicht glaubt :) ) und die anderen Darsteller sind auch ganz gut besetzt, aber die Story...

Man kriegt das Gefühl, dass sich jemand gedacht hat er müsste schnell ein Drehbuch schreiben, das Bezug auf die "bösen Banken" (Finanzkrise lässt grüßen) nimmt und das Ganze dann noch mit einem Schuss James Bond übergießen. Die Story ist keineswegs schlecht, aber irgendwie unausgereift...es fehlt das gewisse Etwas.

30. März 2009
21:14 Uhr

von VladKat

Kommentar verfassen

Um Kommentare verfassen zu können, musst du eingeloggt sein.

Falls du bereits registrierter SKIP User bist, gehe zum , solltest du noch kein Benutzerprofil haben, kannst du dich hier registrieren.