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Into the Wild

Into the Wild

Abenteuer. USA 2007. 148 Minuten.

Regie: Sean Penn
Mit: Emile Hirsch, Marcia Gay Harden, William Hurt

Freiheit ohne doppelten Boden: Sean Penn verfilmt den Kultroman von Jon Krakauer um einen jungen Aussteiger, der seinen Traum bis zur letzten Konsequenz auslebte.

Filmstart: 1. Februar 2008

Pack einen Rucksack mit dem Allernötigsten. Verbrenn dein letztes Geld. Vernichte deine Ausweise. So frei warst du nie - und jetzt hau ab.

Einer, der diesen Absprung gewagt hat, war Christopher McCandless: 20 Jahre alt, behütetes Mittelklasse-Elternhaus, gebildet, gut aussehend und finanziell abgesichert. Ohne offensichtlichen Anlass bricht Christopher von einem Tag auf den anderen aus seiner privilegierten Existenz aus, schmeißt alles hin und trampt los – zunächst quer durch die USA, schließlich Richtung Alaska, in die Wildnis, wo sein Abenteuer Monate später ein jähes Ende nimmt.

Die Geschichte des Christopher McCandless und seinen Traum absoluter Freiheit hat der Bergsteiger und Bestseller-Autor Jon Krakauer in seinem Roman In die Wildnis beschrieben. Das Buch wurde zur Bibel für eine ganze Generation von Backpackern und Aussteigern. Nun verfilmte Sean Penn die prominente Vorlage und versucht, die Beweggründe zu zeigen, die einen jungen Menschen dazu bringen, allen materiellen Komfort für das Überleben in der Natur hinter sich zu lassen. Ist es der Reiz, seine Grenzen auszutesten? Ist es gelebte Gesellschaftskritik? Oder naiver Romantizismus?

Der überaus attraktive Emile Hirsch (bekannt aus Alpha Dog - Tödliche Freundschaft, demnächst zu sehen in der Comic-Verfilmung Speedracer der Wachowski-Brüder) spielt Christopher kompromisslos, er geht in der Rolle des abgemagerten Idealisten mit dem brennenden Blick und dem unbändigen Willen zur Freiheit völlig auf. Auf seinem Weg in die Einsamkeit kreuzt ein Hippiepärchen seinen Weg (Brian Dierker und Catherine Keener) und lässt ihn menschliche Wärme erfahren. Ein Landarbeiter (Vince Vaughn) wird zum Freund, doch als der unerwartet verhaftet wird, zieht Christopher wieder weiter. Er trifft den Army-Veteranen Ron (Hal Holbrook), der einen Sohn in seinem Alter verloren hat. Bei aller zwischenmenschlichen Offenheit vermag ihn keiner von seinem endgültigen Ziel abzuhalten: Alaska.

Ein paar Bücher von Jack London, Leo Tolstoi und Henry David Thoreau begleiten ihn, ein Pflanzenbestimmungsbuch, außerdem ein Sack Reis, ein Gewehr und Schreibgerät. Mitten in der Wildnis stößt Alexander Supertramp, wie er sich mittlerweile nennt, auf einen verlassenen Bus, der schon einem anderen als Unterschlupf gedient hat. Hier im Nirgendwo schlägt er sein Lager auf, versucht, in der Wildnis zu überleben. Er schafft es beachtliche 113 Tage lang. Sein Tagebuch und seine Kamera sind die letzten Zeugen seines glorreichen, einsamen Scheiterns.

Penn bemühte sich zehn Jahre lang um den Filmstoff. Gemeinsam mit der Familie arbeitete er an der Geschichte, er durfte sogar die Tagebuchaufzeichnungen von Christophers Schwester Carine verwenden - obwohl sich die Familie lange gegen eine Verfilmung gesträubt hatte. Doch Penn war überzeugt von dem Projekt: "Diese Story gierte danach, auf die Leinwand gebracht zu werden. Ich habe immer gefühlt, dass es einmal passieren wird." Herausgekommen ist ein Film, der ebenso viele Menschen bewegen wird wie das Buch – eine berührende Geschichte von Idealismus, Zivilisationsmüdigkeit und Eigensinn, erzählt in grandiosen Aufnahmen von poetischer Qualität. 

Text:  Dina Maestrelli

Credits

Titel Into the Wild
Originaltitel Into the Wild
Genre Abenteuer
Land, Jahr USA, 2007
Länge 148 Minuten
Regie Sean Penn
Drehbuch Sean Penn, Jon Krakauer
Kamera Eric Gautier
Schnitt Jay Cassidy
Musik Michael Brook, Kaki King, Eddie Vedder
Produktion Art Linson, Sean Penn, Bill Pohlad
Darsteller Emile Hirsch, Marcia Gay Harden, William Hurt, Vince Vaughn, Jena Malone, Hal Holbrook, Catherine Keener, Kristen Stewart
Verleih Tobis

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

1 Kommentar

Sturm und Drang

Ein grandioses Porträt über einen jungen Mann, der versucht all seinen Ängsten und Enttäuschungen dadurch zu entfliehen, indem er sich auf die Suche nach der absoluten Wahrheit, der absoluten Perfektion, dem absolut Lebendigen begibt, von dem er meint, es nur in der Natur in ihrer ursprünglichsten Ausprägung finden zu können.

Ob er daran gescheitert ist? - Anschauen! Es lohnt sich.

20. März 2008
16:36 Uhr

von webrus

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