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Juno

Juno

Komödie. USA 2007.

Regie: Jason Reitman
Mit: Jason Bateman, Jennifer Garner, Ellen Page

Jason Reitman (Thank You for Smoking) macht aus einem ernsten Thema eine hinreißend unverkrampfte, warmherzige Indie-Komödie: Gleich beim ersten Mal vom Storch gebissen, schaut sich die lässige 16-jährige Juno (Ellen Page) um Adoptiveltern für ihr Baby um. Oscar für's beste Drehbuch!

Filmstart: 21. März 2008

 

Juno, wie die Ehefrau des römischen Göttervaters, nicht wie die Stadt in Alaska. Darauf legt die 16-Jährige Wert. Zu Recht - wer will schon seit Paris Hilton wie eine Stadt heißen? Damit aber auch Juno, wie die Göttin für Geburt und Mutterschaft. Hätte ihr Vater (J.K. Simmons) geahnt, was auf ihn zukommt, er hätte wohl einen anderen Namen gewählt. Jedenfalls reagiert er auf das zerknirschte Ich-bin-schwanger-Geständnis seines Sprösslings, wie es sich für einen ordentlichen Vater gehört: fassungslos, aber verständnisvoll, hilfsbereit und ohne dem Drang nachzugeben, Vorwürfe auf das verantwortungslose Kind niederprasseln zu lassen. Mehr kann man sich als Tochter nicht wünschen. Juno macht es Papa und Stiefmutter (Allison Janney) aber auch nicht allzu schwer. So unreif, wie das Ergebnis eines langweiligen Nachmittags mit Schulfreund Paulie (Michael Cera) vermuten lässt, ist das schlagfertige Girl nämlich gar nicht. Juno ist überhaupt alles andere als der typische US-Teenager: mal altklug und zynisch, dann einfach nur originell und witzig, jedenfalls aber nie um eine Antwort verlegen und allzeit bereit, ihrem Instinkt zu vertrauen und ihren Kopf durchzusetzen. Nach drei bepinkelten Teststreifen und einem Telefonat mit der besten Freundin, sucht sich Juno aus einem Anzeigenblatt zielsicher die perfekten Adoptiveltern für das Baby aus. Die nächsten Monate, die ihr das Gefühl geben werden, ein Walfisch mit Sodbrennen zu sein, der als abschreckendes Beispiel durch die Highschool wankt, sieht sie relativ gelassen - und pragmatisch: Für Juno ist die Schwangerschaft nichts als eine vorübergehende Unbequemlichkeit. Schwierigkeiten macht jetzt eigentlich nur mehr das auserwählte Ehepaar (Jennifer Garner & Jason Bateman), das mit dem bevorstehenden Babyglück von Junos Gnaden höchst unterschiedlich zurechtkommt ...

Logisch gibt es Lustigeres, als mit 16 ein Baby zu bekommen. Und Kondome sollten längst so selbstverständlich sein wie Händewaschen nach dem Klo. Aber man muss auf Teenager-Sex nicht notwendigerweise mit einer reaktionären Wahre-Liebe-wartet-Lektion reagieren. Ohne den Ernst des Themas zu verleugnen, haben eine Ex-Stripperin aus Minnesota (Drehbuch) und ein frecher, junger Regisseur ein kleines Filmjuwel geschaffen. Mit der umwerfenden Ellen Page inmitten eines rundum perfekt gecasteten Ensembles und begleitet von einem beschwingten Soundtrack erwies sich die charmante Komödie nicht nur auf zahlreichen Festivals als Publikumsliebling, sondern landete auch einen sensationellen Überraschungserfolg an den US-Kinokassen. Und die vier Oscar-Nominierungen (als bester Film sowie für Regie, Drehbuch und die Hauptdarstellerin) konnten in immerhin einen Gewinn verwandelt werden: Die Academy zeichnete Diablo Cody für ihr erfrischend-freches Debüt-Drehbuch aus.

Text:  Dina Maestrelli

SKIP-Tipp

Juno hat's erfasst: "Schwangerschaften führen oft zu Kindern." Was also tun mit dem unerwünschten Nachwuchs? Wie die goscherte 16-jährige Juno ihre vorübergehende Unpässlichkeit in den Griff bekommt, sollte man aus mehreren Gründen nicht verpassen: Hauptdarstellerin Ellen Page ist einfach eine Wucht, genau wie der Rest des Ensembles, und das flotte Drehbuch kommt ganz ohne Betroffenheitsgelaber, dafür mit umso originelleren Ideen und Sprüchen daher. Aus diesem Grund sei hier auch ganz dringend die Originalfassung mit Untertiteln für Junos loses Mundwerk empfohlen.

SKIP-Tipp von Dina Maestrelli

Credits

Titel Juno
Originaltitel Juno
Genre Komödie
Land, Jahr USA, 2007
Regie Jason Reitman
Drehbuch Diablo Cody
Kamera Eric Steelberg
Schnitt Dana E. Glauberman
Musik Matt Messina
Produktion John Malkovich, Lianne Halfon, Mason Novick, Russell Smith
Darsteller Jason Bateman, Jennifer Garner, Ellen Page, J. K. Simmons, Allison Janney, Michael Cera, Olivia Thirlby
Verleih Centfox

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

4 Kommentare

Ellen Page ist TOP

Großartige Leistung der Jungschauspielerin!
Sie macht den ganzen Film erst sehenswert. Von ihr wird man wahrscheinlich jetzt noch häufiger etwas hören.
Heute wird sie 21, also hat sie sicher noch viel vor sich!

21. Februar 2008
11:00 Uhr

von Knolli6

Super COOLER FILM!!!!!

Sehr sehenswert, mit lustigen Sprüchen und viel Humor!!

25. März 2008
18:47 Uhr

von musik

Super lustiger Jugendfilm auch für Erwachsene!!!!

Also der Film hat ganz sicherlich den Oskar absolut verdient, denn Ellen Page ist super drauf und sehr sehr gut als Jungschauspielerin!!!

22. April 2008
11:24 Uhr

von geri1965

Endlich!

Endlich mal ein Film der ein bisschen anders ist als alle anderen.
Sehr intelligenter Film mit sensationellem Cast. Einfach zum niederbrechen. Unbedingt anschauen.

29. Mai 2008
19:02 Uhr

von JamesBond007

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