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Operation Walküre - Das Stauffenberg Attentat

Valkyrie

Drama, Thriller. USA 2008.

Regie: Bryan Singer
Mit: Tom Cruise, Kenneth Branagh, Bill Nighy

Eines der bewegendsten Kapitel der deutschen Zeitgeschichte – das missglückte Attentat auf Adolf Hitler – als packende Verfilmung von Bryan Singer mit Tom Cruise als todesmutigem Graf von Stauffenberg. Ob das gut gehen kann? Ja, es kann.

Filmstart: 22. Januar 2009

Für seine tiefste innerste Überzeugung aufrecht einzustehen, aktiv und konsequent danach zu handeln und dafür Schande, Schmerz und sogar Tod in Kauf zu nehmen: In seiner schlimmsten Form heißt das Fanatismus und bringt Leid für Hunderttausende. In seiner besten Form heißt es Idealismus, und den kriegt man heutzutage bestenfalls im Film, und leider so gut wie nie in der wirklichen Welt zu sehen.

Claus Schenk Graf von Stauffenberg, geboren 1907, war ein Idealist. Er stammte aus altem katholischen Militäradel und glaubte fest an die Werte seiner Familie: Ehre, Treue zum Vaterland, Respekt vor den Mitmenschen. Als Offizier ist er dem deutschen Heer verpflichtet – egal, welche Regierung gerade dessen Oberbefehl innehat.

Bis die Nazis die Macht übernehmen. Jetzt ist alles anders. Die meisten seiner Kameraden arrangieren sich mit dem Regime – Stauffenberg jedoch ist klug und mutig genug, um die Menschenverachtung und den Wahnsinn zu erkennen, die hinter dem Nationalsozialismus stehen. Hitler wird das deutsche Volk nicht an die Spitze bringen, sondern zugrunde richten – und so entschließt sich Stauffenberg zu einem dramatischen Schritt: Er will seine christliche Überzeugung für das Wohl seines Landes opfern und den irren Diktator Hitler töten.

Nachdem mehrere Umsturzversuche gescheitert waren, begann Stauffenberg gemeinsam mit einer Handvoll weiterer Aufrechter bereits 1942 mit der Vorbereitung des Attentats. Wieder scheiterten mehrere Versuche, Hitler zu töten – am 20. Juli 1944 wollte Stauffenberg während einer Lagebesprechung mit Hitler auf der Wolfsschanze eine Bombe zünden. Doch während der „Operation Walküre“ genannten Aktion wurden zwar vier Personen getötet, Hitler jedoch kam mit einigen oberflächlichen Verletzungen davon – und die daraufhin generalstabsmäßig geplante Machtübernahme durch Regimegegner scheiterte. Stauffenberg und seine Kameraden wurden bereits am nächsten Tag verhaftet und am 10. August nach einem zynischen Schauprozess von den Nazis ermordet.

„Es ist Zeit, dass jetzt etwas getan wird. Derjenige allerdings, der etwas zu tun wagt, muß sich bewußt sein, dass er wohl als Verräter in die deutsche Geschichte eingehen wird. Unterläßt er jedoch die Tat, dann wäre er ein Verräter vor seinem Gewissen“, schrieb Stauffenberg. Manchmal siegt aber doch das Gute, und Stauffenberg gilt heute, auch wenn seine Mission gescheitert ist, als einer der größten Helden des Widerstandes. Und weil Hollywood nun mal Helden mag, lag die Verfilmung seiner Geschichte auf der Hand. Dass dieses Thema sehr viel Können und Verantwortung benötigt, auch – und Tom Cruise ist über seinen dauergrinsenden Schatten gesprungen und erzählt gemeinsam mit Regisseur Bryan Singer eine hochspannende, authentische und respektvolle Version der Story. Gedreht wurde an vielen Originalschauplätzen, darunter sogar der Berliner Bendlerblock, das Zentrum der Widerstandsgruppe und auch Schauplatz von Stauffenbergs Hinrichtung. Der Cast ist ebenfalls hochkarätig: Neben Tom Cruise als Stauffenberg spielen etwa Bill Nighy, Kenneth Branagh, Thomas Kretschmann, Tom Wilkinson oder Terence Stamp, das Hitlerbärtchen trägt diesmal der britische Schauspieler David Bamber.

Text:  Kurt Zechner

Credits

Titel Operation Walküre - Das Stauffenberg Attentat
Originaltitel Valkyrie
Genre Drama/Thriller
Land, Jahr USA, 2008
Regie Bryan Singer
Drehbuch Christopher McQuarrie, Nathan Alexander
Kamera Newton Thomas Sigel
Schnitt John Ottman
Musik John Ottman
Produktion Bryan Singer, Gilbert Adler, Christopher McQuarrie
Darsteller Tom Cruise, Kenneth Branagh, Bill Nighy, Tom Wilkinson, David Bamber, Eddie Izzard, Christian Berkel, Tom Hollander, Carice van Houten, Matthias Schweighöfer, Terence Stamp, Wotan Wilke Möhring, Thomas Kretschmann
Verleih Centfox

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

3 Kommentare

wie Titanic - man weiß, das Schiff wird sinken...

Der Film erinnert an „Titanic“, in dem man auch weiß: das Schiff wird sinken. Selbst wenn man die Operation Walküre im Bewußtsein sieht, daß Hitler das Attentat gewiß überleben wird, bleibt die Spannung bis zum Schluß aufrecht und führt sogar zu regelrechter Anspannung im Publikum. Das Werk ist zwar eindeutig als Hollywood-Produktion erkennbar, wurde aber dennoch vom Deutschen Filmförderfonds mit über 4 Mio. Euro gefördert.

Etwas überzeichnet ist die Szene als Stauffenberg mit seiner Familie bei einem Bombenangriff Zuflucht im Schutzkeller sucht und oben im Haus dröhnend Wagners „Walküre“ vom gerüttelten Plattenspieler zu hören ist.

Der Moment des Attentats ist genauso spannend wie die Vorbereitungshandlungen und das quälende Warten auf den Erfolg der Mission oder bis zur unvermeidbaren Entdeckung und der drohenden Verhaftung. Tom Cruise, ist als Stauffenberg fast zu jung besetzt, seine schauspielerische Leistung ist jedoch sehr beeindruckend. Die Dreharbeiten fanden in Berlin und Brandenburg statt. Es wurde an Originalschauplätzen wie dem Berliner Tempelhof Flughafen und im Bendlerblock, dem Schauplatz der Erschießung der Attentäter. Ein wirklich sehenswerter Film, der eindrucksvoll zeigt, wie eine Gruppe Gleichgesinnter nicht mehr länger mit ihrem Gewissen vereinbaren kann Teil des Nazi-Regimes zu sein und beschließt, Hitler zu beseitigen, um seiner Macht ein Ende zu bereiten.

Der Film wird voraussichtlich so wie auch „Titanic“, wenn auch aus anderen Gründen, die Zuseher in seinen Bann ziehen.

23. Januar 2009
09:34 Uhr

von st0cki

Cruise bleibt Cruise

auch wenn die Vorbehalte groß waren - Walküre entpuppt sich letztlich nicht als mission impossible sondern als ordentlich gemachter Thriller, der halt etwas darunter leidet, dass der Ausgang der geschichte jedermann bekannt ist. Cruise wirkt trotz allem innerhalb des großteils nicht-englischen Ensembles etwas deplaziert, ist aber erträglich.

24. Januar 2009
21:32 Uhr

von Troublemaker

Stauffenberg2

da kann ich ,,troublemaker" nur zustimmen. cruise bleibt cruise. aber er sollte in hollywood bleiben und keinen deutschen nachahmen, vor allem nicht stauffenberg. vom aussehen und von der figur her den realen staufenberg ident, aber von der willenskraft stauffenberg zu spielen, ziemlich schwach. da gibts bessere verfilmungen von staufenberg. z.B. von Sebastian Koch (Anm.: dessen Lebensgefährtin Carice van Houten Cruise´ alias Stauffenbergs Frau exzellent spielt) der im Jahr 2004 Stauffenberg mit etwas mehr deutschem Blut und Patriotismus überzeugt als mit Schicki-Micki aus Hollywood. Einzig allein der Auftritt vom deutschen Christian Berkel und Thomas Kraetschmann konnten den Film noch gläten. Im Großen und Ganzen bekommt der Film 1 Punkt in der Skip Bewertung.

31. Januar 2009
20:51 Uhr

von Philipp87

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