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Der seltsame Fall des Benjamin Button

The Curious Case of Benjamin Button

Drama, Fantasy, Literaturverfilmung. USA 2008. 167 Minuten.

Regie: David Fincher
Mit: Brad Pitt, Cate Blanchett, Tilda Swinton

David Fincher (Sieben) verfilmt F. Scott Fitzgerald mit Brad Pitt in der Hauptrolle: Benjamin Button hat ein Problem - er altert rückwärts, sprich, er wird immer jünger.

Filmstart: 30. Januar 2009

Der Himmel über New Orleans wird von einem Feuerwerk erhellt, die Menschen jubeln in den Straßen: Der Erste Weltkrieg ist endlich zu Ende. Doch in einem Krankenbett liegt eine junge Frau in ihrem Blut. Sie hat gerade ein Kind geboren, und die Geburt nicht überlebt.

Es ist auch kein gewöhnlicher Neugeborener, der da gerade seinen ersten, heiseren Schei von sich gibt: Benjamin Button hat den Körper und das Gesicht eines Greises. Der völlig verstörte frischgebackene Vater kann mit diesem doppelten Schicksalsschlag nicht umgehen und legt seinen kleinen Sohn einfach weg – sinnigerweise vor der Tür eines Altersheims.

Dort findet ihn die Heimleiterin Queenie (Taraji P. Henson). Sie ist natürlich überzeugt davon, dass der kleine gebrechliche Kerl, der nicht mal mehr alleine seinen Kopf heben kann, es nicht mehr lange machen wird. Um so erstaunter ist sie, als Benjamin immer vitaler wird, sich aufrichtet, und sich sogar bald alleine fortbewegen kann! Dass er die einfachsten Dinge wie sitzen, gehen und schließlich sprechen ja nicht verlernt hatte, sondern überhaupt erst erlernen musste, an sowas denkt Queenie nicht.

Benjamin bleibt auch unter den durchwegs schrulligen Heiminsaßen noch ein Außenseiter. Er hat eigentlich nur eine wirkliche Freundin – ein kleines Mädchen, Daisy. Mit ihr versteht er sich blendend, kein Wunder, in seinem faltigen Körper steckt ja in Wirklichkeit ein kleiner Bub.

So gehen die Jahre ins Land, Benjamin wird immer älter und jünger gleichzeitig. Er lernt die Welt außerhalb des Heims kennen, und es zieht ihn hinaus: Der zweite Weltkrieg ist im Gange, Benjamin verpflichtet sich als Matrose. Als sein Schiff, auf dem er angeheuert hat, in Murmansk anlegt, trifft er die charismatische und erfahrene Elizabeth (wiedermal Tilda Swinton in einer essenziellen Nebenrolle), die ihrerseits von dem gutaussehenden älteren Herrn mit dem jugendlichen Gehabe äußerst fasziniert ist. Nach einer stürmischen Affäre weiß Benjamin viel Neues über die Liebe und die Frauen. Um so überraschter ist er bei seiner Rückkehr nach New Orleans, wo er seine kleine Freundin Daisy wieder trifft, die inzwischen zu einer wunderschönen – und äußerst selbstbewussten – jungen Lady (wie immer umwerfend: Cate Blanchett) herangewachsen ist. Und es ist klar – die beiden sind füreinander geschaffen, aber es muss noch so viel passieren, bis sich die Lebenswege der beiden genau am richtigen Zeipunkt kreuzen können – und was wird danach kommen? Benjamin hat ja noch seine ganze Jugend und Kindheit vor sich …

Ein Leben gegen die Zeit. „Es ist ungerecht, dass der beste Teil des Lebens gleich am Anfang kommt, und der schlechteste am Schluss“, klagte einst der Schriftsteller Mark Twain – und sein Kollege F. Scott Fitzgerald nahm dieses hübsche Zitat zum Anlass, darüber nachzudenken, wie es denn umgekehrt verlaufen könnte – wenn einer alt auf die Welt käme, um als Junger zu sterben. Seine berühmte Kurzgeschichte ist nun die Ausgangsbasis für David Finchers neuen Film – diesmal kein Thriller, sondern eine hinreißende, packende und durch und durch wundervolle Story eines höchst außergewöhnlichen Mannes und seiner großen, unmöglichen Liebe. Solch eine Geschichte glaubwürdig zu verfilmen, ist echte Kunst – und Fincher ist ein Künstler, er erzählt uns von Benjamins seltsamer Kondition derart glaubhaft, als ob sowas wirklich jeden Tag passieren könnte – und lässt uns doch jede Sekunde fühlen, wie herzzereißend es sein muss, wenn man grundlegend anders tickt als der Rest der Welt.

Der seltsame Fall des Benjamin Button ist bereits Finchers dritte Zusammenarbeit mit Brad Bitt – und auch wenn bereits Sieben und Fight Club Hollywoods großen Blonden von seiner starken Seite zeigten, diesmal übertrifft er sich nochmal selber. Pitt-Fans werden ihn sowieso lieben, aber auch für alle Nicht-Bradisten ist es ein Hochgenuss, ihm fast drei Stunden lang beim jünger werden zuzusehen: Der Kerl sieht nicht nur toll aus und hat eine der coolsten Frauen Hollywoods geheiratet, nein, er kann auch noch wirklich gut schauspielen. Seine Co-Stars sind klarerweise auch nicht von Pappe: Cate Blanchett als seine schwierige große Liebe Daisy ist hinreißend, Tilda Swinton ebenso, Julia Ormond hat einen kleinen, aber wesentlichen Auftritt – und als bezaubernde Draufgabe gibt's tatsächlich ein Cameo von Baby Shiloh Jolie-Pitt persönlich.

Text:  Gini Brenner

Credits

Titel Der seltsame Fall des Benjamin Button
Originaltitel The Curious Case of Benjamin Button
Genre Drama/Fantasy/Literaturverfilmung
Land, Jahr USA, 2008
Länge 167 Minuten
Regie David Fincher
Drehbuch Eric Roth nach der Kurzgeschichte von F. Scott Fitzgerald
Kamera Claudio Miranda
Schnitt Kirk Baxter, Angus Wall
Musik Alexandre Desplat
Produktion Kathleen Kennedy, Frank Marshall
Darsteller Brad Pitt, Cate Blanchett, Tilda Swinton, Chandler Canterbury, Elias Koteas, Elle Fanning, Taraji P. Henson, Julia Ormond
Verleih Warner

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

10 Kommentare

Gute Arbeit Warner Bros!

Toller Film!
Ein bisschen Titanic maessig weil Daisy ihre Tochter das Buch von der Geschichte von Benjamin Button vorlesen laesst wo sie alt ist.
Gute Schauspieler von allen Benjaminis! Der Film ist lustig und traurig zugleich. Wenn jemand nicht weiss worums im Film geht, schreibe ich es in kurzen Woertern auf : Ein Kind wird geboren das gleichzeitig aelter und juenger wird. Benjamin wird in einem Altersheim aufgezogen. Dann lernt er Daisy kennen und verliebt sich in sie. Die junge Daisy glaubt ihn aber nicht das er ein Bub ist. Jahre spaeter merkte Benjamin dass er nicht normal ist. Also zog er aus dem Altersheim um die Welt zu entdecken. Er meldet sich als Matrose bei einem Trinkenden, am ganzen koerper taetovierten Kapitaen an.
PS: Schaut euch den Film auf englisch an ist viel besser (ich hab ihn 2 mal gesehen, auf deutsch und auf englisch und war mehr ueberzeugt beim englischen).
VIEL SPASS

1. Februar 2009
01:10 Uhr

von Rayternmovie

13 Oscarnominierungen??

So nett und ergreifend die Geschichte des Benjamin Button auch ist - so langatmig und letztlich irgendwie belanglos ist sie auch. Während die Oscarnominierungen in den technischen Disziplinen 100%ig in Ordnung gehen (die Masken sind schlicht und einfach perfekt, so was hats bisher noch nicht gegeben!), fragt man sich, wofür Pitt und Blanchett nominiert sind. Beide haben schon bessere Performances abgeliefert und bleiben recht farblos diesmal. Insgesamt ist B.B. einer jener gut, aber von der Academy extrem überbewerteten Filme.

2. Februar 2009
09:01 Uhr

von Troublemaker

überbewertet

Da kann ich nur zustimmen. Also ich finde auch nicht, dass dieser Film soviele Nominierungen verdient hat.
Ich würde ihn mir nicht nochmal ansehen, einmal reicht vollkommen.
Es gibt überhaupt keinen Höhepunkt und es ist klar wie er ausgehen wird und dadurch ist die Spannung dahin.

2. Februar 2009
12:25 Uhr

von Knolli6

bei weitem überbewertet

... ich habe mir unlängst diesen film angesehen, weil ich mich durch die oscar-nominierungen blenden hab lassen - wie sich herausstellte war dies jedoch ein fehler. der film ist im grundegenommen wirklich sehenswert und die geschichte ist recht einfallsreich, jedoch fehlen tiefgründige momente und vor allem auch ein wenig dramatik. ich finde ebenfalls, dass beide hauptdarsteller - hr. pitt und auch fr. blanchett - schon weitaus bessere filme gedreht haben und ich kann beide nominierungen nicht unterstützen ...

jedoch kann man sich den film gerne ansehen, es ist eben nur eine leichte kost und kein großes hollywood kino ...

2. Februar 2009
18:17 Uhr

von nox26

Meisterhaft!!

1. ausergewöhnlich
2. teils traurig
3. ne rarität
4. so individuell
5. wäre die bewertung bei skip von 1-10 mit der höchsnote 10, müsste ich benjamin button für dieses meisterwerk ne 12 geben! toller bratt pitt, ne wunderschöne cate blanchett und tilda swinton als unerkennbares luder.

2. Februar 2009
21:27 Uhr

von Philipp87

Osarnominierungen verdient?!!!

Ich finde Cate Blanchett hat die Oscarnominierung nicht nur absolut verdient, sondern spielt sehr überzeugend und hätte meiner Ansicht nach auch diesen auch mehr als verdient!! Brad Pitt spielt auch gut, aber ich glaube, er hat schon besser gespielt! Tilda Swinton hat keinesfalls diesen verdient, denn bei ihr frage ich mich wofür eigentlich ist sie dafür eigentlich nominiert worden??? Der Film selbst ist sehr gut und wirkt wahnsinnig auf den Zuseher, man lebt direkt mit den Darstellern!

6. Februar 2009
07:58 Uhr

von Gery

Rätselhaft

Benjamin Button kommt als greisenhafter, alter Säugling zur Welt. Sein Alterungsprozess verläuft verkehrt: er wird immer jünger. Aber kann mir jemand erklären, wieso er dann NOCHMALS ein Baby wird - und schrumpft und wieder alles verlernt?! Er müsste doch viel mehr ein Erwachsener mit einem Babygesicht und dem Verhalten eines Babies sein!

9. Februar 2009
19:26 Uhr

von nicknock

Faszinierende Story und überragende Maskenkunst

Ein wunderschöner Film! Ein bisschen "Forrest Gump" (ist ja derselbe Drehbuchautor), ein bisschen "Amelie" und doch eine einzigartige Geschichte, die faszinierend bleibt bis zum Schluss. Natürlich sind die Masken und Computeranimationen ein Wahnsinn und sicher einen Oscar wert. Aber auch die Darsteller verkörpern die einzelnen Figuren perfekt, sodass jede auf ihre Weise berührt. Brad Pitt hätte sich den Oscar ohnehin schon längst verdient!!!
Zu meinem Vorgänger: Benjamin kommt im Körper eines Greises mit dem Geist eines Kindes zur Welt und wird zwar körperlich jünger aber geistig älter (er erkrankt daher zuletzt an Demenz). Es ist also logisch, dass er zum Schluss ein Baby ist. Genaugenommen hätte er bei der Geburt ein ausgewachsener Mann sein müssen, aber es ist schließlich kaum vorstellbar, dass eine Frau diesen gebährt bzw. zuvor im Bauch trägt. Das ist eben künstlerische Freiheit und ich finde es passt so.

12. Februar 2009
16:37 Uhr

von Cini

nicht ganz überzeugend..

Ich muss sagen dass dieser film überbewertet worden ist denn so gut war er nun auch wieder nicht! Sicherlich ist es eine faszinierende story und sowohl brad pitt als auch cate blanchett spielen ihre rollen gut nur ich war etwas enttäuscht. Und außerdem hat er sich etwas in die Länge gezogen, manche Stellen waren schon sehrt langatmig und eher einschläfernd!

15. Februar 2009
18:34 Uhr

von misspink

American style... aber geniale Maske

Benjamin der Glückliche - oder doch nicht?! Nette Geschichte die zwar nicht mit dem typischen Hollywood Ende finalisiert, aber doch ein gutes Ende findet... alles in Allem ein sehr netter und sehenswerter Zeitvertreib.

17. April 2009
19:21 Uhr

von kino4me

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