Filminfo zu

James Bond 007 - Ein Quantum Trost

Quantum of Solace

Action, Thriller. GB, USA 2008. 103 Minuten.

Regie: Marc Forster
Mit: Daniel Craig, Olga Kurylenko, Mathieu Amalric

Der Agent, den jeder kennt. Stahlblaue Augen im kantigen Gesicht, blutiges Hemd unterm makellosen Maßanzug, in der rechten die Kanone, in der Linken eine Lady, und für alle gefährlichen Fragen des Lebens eine knappe Antwort: Daniel Craig ist zum zweiten Mal James Bond – und erlebt das härteste, teuerste, rasanteste und aufregendste 007-Abenteuer aller Zeiten.

Filmstart: 7. November 2008

Bond ist blond, und er schießt mindestens so scharf, wie er aussieht. Seit Daniel Craig in die hochglanzpolierten Maßschuhe des mit Abstand berühmtesten Mannes im Dienste ihrer Majestät gestiegen ist, klingt der Name James Bond wieder nach beinharter Action und endlosem Abenteuer. Mit Casino Royale wurde der Staub der Jahrzehnte vom Agenten-Maßanzug geblasen, Ein Quantum Trost setzt noch eins drauf: So heftig, so brutal, so am Limit war Bond noch nie zuvor – und auch noch nie so teuer.

Einmal um die ganze Welt mit den Taschen voller Geld: Über 200 Millionen Dollar ließen es sich die Produzenten um Barbara Broccoli kosten, dass die am längsten laufende Kinofilm-Serie der Geschichte eine neues Kapitel erhält. Mit dem jungen Schweizer Marc Forster wurde ein Regisseur engagiert, der mit einer relativ kurzen Liste von Filmen maximalen Eindruck gemacht hat und mit Monster's Ball Halle Berry zum Oscar verhalf. Nun sorgt er nachhaltig dafür, dass James Bond erneut die Bösen in die Schranken weist und dem Guten zum Sieg verhilft. Haiti, Chile, Panama, London, Spanien, Italien sind die spektakulären Schauplätze, die als pittoreske Kulissen für die Rettung der Welt dienen dürfen - und natürlich Bregenz: Um die Tosca-Kulisse der Bregenzer Seebühne findet einer der spektakulärsten Fights zwischen Bond und Dominic Greene (Mathieu Amalric), seinem großen Widersacher in Ein Quantum Trost statt.

Den ersten großen Kampf in diesem Abenteuer muss James Bond allerdings mit sich selber ausfechten. Im Casino Royale hat er schließlich sein Herz an die gefährlich schöne Vesper Lynd verloren – doch die hat mit James ein böses Spiel getrieben. Zutiefst verletzt, muss James nun seine Trauer und seinen Schmerz so schnell wie möglich unterdrücken – solche Gefühle sind eindach nicht gut für seine Arbeitsmoral. Persönliches hat im globalen Geschäft des Eliteagenten nicht viel verloren. Nicht gerade einfach, als während des Verhörs von Mr. White, der in die Geschehnisse rund um Vespers Tod verwickelt war, viele unangenehme Wahrheiten an den Tag treten. Allerding auch einige sehr wichtige Informationen: Hinter der Sache steht nämlich eine Untergrund-Geheimorganisation, die weltweit operiert und noch viel mächtiger und schlagkräftiger ist, als sich selbst die abgebrühte Mrs. M (Judi Dench) das in ihren bösesten Weltverschwörungs-Alpträumen ausmalen könnte.

Über die Verbindung von Vesper mit dieser Organisation kann James zum Glück nicht lange grübeln: Die Spur eines MI6-Doppelagenten führt direkt zu einem Bankkonto in Haiti, und es ist wieder einmal Zeit für den besten Mann der Königin, sich ins Flugzeug zu setzen. Dort kracht es wie erwartet gleich einmal ordentlich - und zwar mit der ebenso attraktiven wie wehrhaften Camille (Olga Kurylenko). Und gleich ist Bond in einen neuen Konflikt verwickelt. Die Schöne hat nämlich ziemliche Troubles mit dem grausamen General Medrano (Joaquín Cosio) – und ein Gentleman wie James kann nicht dulden, dass eine Lady ihre Rechnungen alleine begleicht.

Medrano allerdings führt James direkt zu dem schwerreichen Businessman Dominic Greene (Mathieu Amalric), der sich gemeinsam mit seinem durchgeknallten Cousin Elvis (Anatole Taubman) im Rahmen seiner Organisation namens "Quantum" in Sachen Umweltschutz engagiert. Offiziell - in Wirklichkeit schützt Greene nichts anderes als seine eigenen Interessen, und das mit allen Mitteln. James entdeckt ein schreckliches Komplott: durch einen heimtückischen Polit-Deal mit dem machtgierigen General Medrano, in den auch Schlüsselfiguren aus der CIA und sogar der britischen Regierung verwickelt sind, will Greene eine der wichtigsten Naturschätze der Welt unter seine Gewalt bringen, um so sich selber und der Organisation, die für Vesper Lynds Tod verantwortlich zeichnet, die Weltherrschaft zu sichern.

Immer dicker und undurchdringlicher wird der Sumpf aus Betrug und Verrat, bald weiß James nicht mehr, wem er noch vertrauen kann – oder vertrauen darf, ohne ihn oder sie in Todesgefahr zu bringen. Jetzt ist er allein auf sich gestellt, Greene und Quantum aufzuhalten und die Katastrophe zu verhindern. Und auch wenn wir nach einem halben Jahrhundert durchgehender Erfolge wirklich an James' Unbesiegbarkeit glauben wollen: Nach 2 Stunden atemloser Action rund um den Globus ist das beinharte Finale des neuesten Bond-Abenteuers spannend und aufregend wie beim ersten Mal. Gut gemacht, Null-null-sieben!

Text:  Gini Brenner

Credits

Titel James Bond 007 - Ein Quantum Trost
Originaltitel Quantum of Solace
Genre Action/Thriller
Land, Jahr GB/USA, 2008
Länge 103 Minuten
Regie Marc Forster
Drehbuch Robert Wade, Paul Haggis, Neal Purvis nach eine Vorlage von Ian Fleming
Kamera Roberto Schaefer
Schnitt Matt Chesse
Musik David Arnold
Produktion Barbara Broccoli, Michael G. Wilson
Darsteller Daniel Craig, Olga Kurylenko, Mathieu Amalric, Judi Dench, Jeffrey Wright, Gemma Arterton, Anatole Taubman, Giancarlo Giannini, Jesper Christensen
Verleih Sony

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

7 Kommentare

Actiondrama - Ein Quantum Trost

ein komplett neu geschnittener bond, was die szenen anbelangt. man kann diesen bond als den zweiten teil von casino royal betrachten. da wo es aufhört - beginnt es diesmal in ein quantum trost. was die seebühne bregenz betrifft: tolle 5 minuten farbenpracht des blauen auges im bondfilm und sicher auch gute werbung für bregenz. nicht nur action spürte ich in dem bond film, sondern auch ein wenig drama, wobei die wenigsten kinofans das zugeben würden. den z.b. als james bond den tödlich verwündeten réne mathis in seinen armen hält, steht alles drumherum für ein paar sekunden still. vom nächsten bond erhoffe ich mir einen ,,dritten" teil und eine fortsetzung von ein quantum trost. tolle darstellung auch von M alias Judi Dench. Das englische Bondgirl mit den roten Haaren errinnert ein wenig an die verstorbene Vesper L. Ansonsten hätt ich mir vom Bösewicht ein bischen mehr Böses als Eigenschaft erwartet. Aber im Ganzen gibts vom mir bei der Skip Bewertung 2 von 2 tollen Plus Punkten!

8. November 2008
10:53 Uhr

von Philipp87

verzichtbares actionspektakel

gleich vorneweg: ich würde den film nicht weiterempfehlen. bin zwar kein richtiger bondfan, aber den letzten teil fand ich sehr unterhaltsam, daniel craig super als bond und judi dench als m. dieser teil war dagegen total langweilig, angefangen beim bösewicht und den bondgirls bis hin zur müden story, dazu kaum witz und sex. die parallel geschnittenen szenen sind zwar recht spannend und gut gemacht, retten den gesamteindruck aber nicht. trotzdem werd ich mir den nächsten teil wahrscheinlich wieder anschauen, aber diesen hätte ich mir definitiv sparen können!

9. November 2008
17:11 Uhr

von Cini

Auch James Bond muss dem Zeitgeist Tribut zollen!

Wem der erste Bond mit Daniel Craig zugesagt hat, dem sollte auch das Quantum Trost zusagen. Sehr schnell gedrehte Actionszenen, bei denen der Zuseher kaum zum Atmen kommt, wunderschöne Aufnahmen, ein Hauch von Luxus und unterkühlte Erotik. Nicht wie früher durch und durch böse und egozentrische Bösewichter, sondern gefühlskalte Geschäftsmänner, Korruption und Macht bestimmen den Film. Ein Q., der James die neuesten technischen Schmankerln erklärt, hat ausgedient, Technik dient nur mehr dem Zweck. Ein James Bond, der ständig mit Kratzern im Gesicht, blutverschmiert und ramponiert herumläuft und keine Zeit hat, den Anzug faltenfrei zu halten kann sich nicht einmal in Ruhe verlieben, weil ihm die Mädels entweder wegsterben oder er sie permanent vor dem sicheren Tod bewahren muss.
Es ist zu hoffen, dass er in Zukunft ein wenig mehr Zeit bekommt, mit dem Aston Martin herumzukurven, oder eine DC-3 zu kutschieren, ohne ständig beschossen zu werden oder sonstwie ums Eck gebracht werden zu wollen.

Auf jeden Fall sehenswert wie immer, ein echter Bond allemal.

11. November 2008
20:13 Uhr

von Trondl

Netter Actionfilm, aber mit Sicherheit KEIN Bond

Am Ende von "Casino Royal" durfte man ja noch hoffen, dass aus Daniel Craig doch noch ein "richtiger" Bond wird. Doch diese Hoffnung ist offenbar zunichte gemacht worden. Mit Kameraschnitten, bei denen einem schwindlig wird und Action ohne Inhalt wurde versucht, "Casino Royal" noch eins draufzusetzen. Dabei ist es egal geworden, ob der übermenschliche Held Bond, Born, Meier oder Müller heisst. Craig hat null Bond-Stil, man sieht im förmlich an, dass er sich im Smoking nicht wohl fühlt. Er hat nichts von einem top Geheimdienstler, der sich aufgrund seiner Ausbildung und seines Wissens auf jedem noch so vornehmen Parkett dieser Welt gekonnt bewegen kann. Alles, für das Bond in den letzten Jahrzehnten gestanden hat, Charme, Intelligenz, Raffinesse und ein unverkennbarer Stil sind dahin. Bond ist nur mehr eine tumbe Killermaschine. Dann dieser Bösewicht!!!
Lächerlich. Den ganzen Film hindurch erledigt Bond starke, gut ausgebildete Kämpfer und Killer um am Ende gegen dieses dürre Männlein, der bei seinen Angriffen mit der Axt spitze Schreie ausstösst, ernsthaft in Schwierigkeiten zu geraten......unglaubwürdiger gehts kaum.
Alles in allem, als "Bond" meiner meinung nach ein Flop.

13. November 2008
08:29 Uhr

von herbert1970

Wo bleibt das berühmte Bond, James Bond?

Genügt ein genialer Film? Mit super Actionszenen, dass einem beim Zusehen schwindlig wird? Einer, zuvor gehörten schmächlichen Handlung, was nicht der Fall ist, denn Waterlords einzubauen ist der Realität extrem nah! Tollen Schauspielern, Luxusorten und Autos. Abgesehen davon, dass Österreich ein tolle Szene des Filmes darstellt.
Und die Bösen sind in diesem Teil einfach nur genial. Tolle Darstellung des bereits in Munich überzeugten französischen Darstellers Mathieu Amalric als Dominic Greene.
Auch mal notwendig war, dass ein Bond, selbst wenn er James Bond ist, auch einmal schmutzig werden darf oder sich verletzt. Nicht wie bei manch anderen Teilen, wo man eine Mauer druchbrach und die Föhnwelle immer noch perfekt saß, ohne ein Körnchen Staub.
Doch wo sind die Bondsätze hin verschwunden? Die geschüttelten Martinis?
Seit wann tötet der 007- Agent aus Rache, selbst wenn er sich zum Schluss für das richtige entscheidet und wo ist der lustige Wissenschaftler hin, der ihm die neuesten technischen Geräte zur Seite stellt, die er in diesem Film aber ganz und gar nicht nötig hat.
Die Bondgirls lassen auch eher zu wünschen übrig.
Kurz genial, aber der typische Bondtouch fehlt.

17. November 2008
20:56 Uhr

von Namiria

Wozu die Aufregung?

Wenn ich mir einen Bond ansehe, weiß ich, was ich bekomme. Dass die Action die Handlung sprengt, ist nichts Neues. Dass die Logik oft einer sehr kurzen Zündschnur zum Opfer fällt, ist nichts Neues.

Klar, die ersten fünf Minuten wusste ich nicht: Ist mein Hirn einfach zu langsam oder der Schnitt zu schnell? Wer in diesen rasanten, quietschenden, kreischenden, crashenden und explodierenden Minuten zwinkert, hat schon verloren: Bond ist schon wieder ganz woanders.

Okay, vielleicht komm ich einfach nicht mehr mit bei einem Schnitt von 2000 bpm. Abgesehen davon war alles dabei, was ein Bond so braucht, inklusive die immer ironischer wirkenden Drinkbestellungen und die Mädchen und die Bösewichter (in den letzten Jahren halt immer mehr die Amis) und die Pyro-Feuerwerke.

Ich hoffe, ich werde auch dem nächsten Bond ohne zerebralen Overload folgen können.

27. November 2008
18:09 Uhr

von Salem666

Actionreich, verwirrend, untypisch...

Einigen bisherigen Kommentaren kann ich mich sofort anschließen. Ich hatte mich auf einen typischen Bond- Abend eingestellt, obgleich ich von Casino Royal ja schon die "neue Schiene - Daniel Craig als Bond mit Gefühlen" kannte.
Aber ein Film, der so rasant geschnitten war, dass mir nach den ersten 5 Minuten schwindelig war und ich keine Ahnung hatte, was genau passiert war, hat es meiner Meinung nach mit der Action etwas übertrieben. Klar darf man Bond nicht für bare Münze nehmen, logisch. Aber dieser Bond ist eine Leistungsschau von Pyrotechnikern und Stuntmen, entbehrt jeglicher Handlung und dient einem verbitterten, griesgrämigen Agenten, sich in Selbstmitleid und Rache zu suhlen, ohne ein einziges Mal die Mimik zu ändern.
Vergeblich habe ich auf scharfzüngigen Humor, moderne überlegene Technik und steile Autos gewartet, und einer extrem kurzen Klopause habe ich zu verdanken, dass mir sogar die einzige erotische Szene mit einem Bondgirl entgangen ist.
Was bleibt ist ein Actionfilm, der mit den alten Bond-Filmen nicht das geringste zu tun hat, wenngleich diese Hauptfigur vielleicht eher dem entspricht, was Ian Flemming ursprünglich für seinen Helden gedacht hatte...

3. April 2009
17:31 Uhr

von gothicvoice

Kommentar verfassen

Um Kommentare verfassen zu können, musst du eingeloggt sein.

Falls du bereits registrierter SKIP User bist, gehe zum , solltest du noch kein Benutzerprofil haben, kannst du dich hier registrieren.