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Nachtgestalten

Nachtgestalten

Drama. USA 1999. 90 Minuten.

Regie: Andreas Dresen
Mit: Myriam Abbas, Dominique Horwitz, Oliver Bäßler

Neorealismus Marke "Neues Deutschland". Nachtgestalten, das Kinodebüt von Andreas Dresen, ist ein Berlin-Film der besonderen Art, eine "krass andere Sightseeing-Tour" schrieb die Westdeutsche Zeitung.

Es wird Abend in Berlin. Hanna (Mariam Abbas) hat beim Betteln einen Hundertmarkschein ergattert. Sowas ist überhaupt noch nie vorgekommen und muss gefeiert werden. Wenn Victor (Dominique Horwitz) noch seine achtzig Mark dazulegt, reicht das für ein gepflegtes Essen, eine Fahrt im Taxi und ein Hotelzimmer mit Dusche. Denkste! Der Taxifahrer hält nichts von Obdachlosen im Auto, und heute ist der Papst nach Berlin gekommen, die ganze Stadt steht Kopf, es ist kein freies Hotelzimmer zu finden. Peschke (Michael Gwisdek) steht in der Ankunftshalle am Flughafen Tempelhof und hat Streß, weil keiner ankommt. Zumindest nicht die Frau, auf die er wartet. Peschke steht im Auftrag seines Chefs da. Der ist erst 35 und schon ganz oben, weil er hart und zielstrebig ist. Und nicht - so wie Peschke - einen "kleinen Negerbengel" (Ricardo Valentim) durch die halbe Stadt chaffieren würde, nur weil der allein und verloren aus Afrika angekommen ist und nichts in der Hand hat, außer einem Zettel mit einer Adresse und einer Telefonnummer drauf. Jochen (Oliver Bäßler) ist vom Land. Das riecht man, meint der Taxifahrer. Jochen hat Geld dabei, fehlt nur noch eine Frau. Am Kiez wird er von Patty (Susanne Bormann) angesprochen. Sie ist jung. Junkie und Nutte. 500 Mark will sie haben, dafür gibt es aber auch die ganze Nacht, inklusive Sprechen, Trinken, Bummeln, Disco. Was immer Jochen will, Patty ist dabei. Am nächsten Morgen ist der Bauer sein Geld los. Seine Illusionen auch. Kleine Leute in der großen Stadt. Ein wunderbarer Film, der seinen Figuren Härte gibt, zugleich auch Zärtlichkeit, leise Angst und Verletzbarkeit, wie sie nur im wirklichen Leben vorkommt und nur jenen sichtbar ist, die gelernt haben, zwischen die Augenblicke zu schauen und das Flüchtige vom Wahrhaftigen zu trennen. "Zuallererst erzählen wir von Menschen und ihren Schicksalen", sagt Andreas Dresen. "Wenn man das genau macht, ist es immer irgendwo politisch. Natürlich war es eine bewusste Entscheidung, dass der Film nicht unbedingt von den Gewinnern in dieser Gesellschaft erzählt, so realitätsnah wie möglich sein sollte. Ich glaube, dass es ein großes Bedürfnis danach gibt, etwas von der eigenen Wirklichkeit auf der Leinwand wiederzufinden."

Credits

Titel Nachtgestalten
Originaltitel Nachtgestalten
Genre Drama
Land, Jahr USA, 1999
Länge 90 Minuten
Regie Andreas Dresen
Drehbuch Andreas Dresen
Kamera Andreas Höfer
Schnitt Monika Schindler
Musik Cathrin Pfeifer, Rainer Rohloff
Produktion Peter Rommel
Darsteller Myriam Abbas, Dominique Horwitz, Oliver Bäßler, Ricardo Valentim, Michael Gwisdek, Susanne Bormann

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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