Filminfo zu

Dame König As Spion

Tinker Tailor Soldier Spy

Thriller. Deutschland, Frankreich, GB 2011. 127 Minuten.

Regie: Tomas Alfredson
Mit: Tom Hardy, Gary Oldman, Colin Firth

Geheimdienst-Profi George Smiley (Gary Oldman) wurde vor Jahren aus dem MI6 rausgemobbt. Doch als ein Doppelagent die innere Sicherheit bedroht, muss Smiley wieder ran … Meisterhafte Verfilmung von John le Carrés Kultroman mit Großbritanniens Schauspielelite in genialer Mission.

Filmstart: 2. Februar 2012

George Smiley (Gary Oldman) ist einer von denen, die man leicht übersieht. Angejahrt, der Ansatz der dünnen Haare weit nach hinten gerutscht, mit zeitlos hässlicher Brille und schlecht sitzendem Anzug. Man würde ihn wohl für irgendeinen Beamten halten. Beamter ist er auch, aber ein ganz spezieller: Jahrzehntelang war Smiley der engste Mitarbeiter von Control (John Hurt), dem Leiter des "Circus", des britischen Geheimdienstes MI6.

Wir schreiben die 1970er-Jahre, der Kalten Krieg tobt. Nach einer missglückten Mission wird Control abgesetzt und Smiley rausgemobbt. Doch Jahre später kommt einer seiner ehemaligen Kollegen in geheimen Auftrag zu ihm: Es hat sich der Verdacht erhärtet, dass sich mitten im Führungszirkel des MI6 ein Doppelagent befindet, der für die Russen spioniert, und Smiley, der Unbestechliche, soll herausfinden, wer es ist. Widerwillig, aber pflichtbewusst macht sich Smiley an die schwierigen Ermittlungen - und stößt auf eine Verschwörung, deren Dimensionen selbst ihn alten Hasen noch erschüttern …

John le Carré, Jahrgang 1931, arbeitete selber als Geheimagent, bevor er zu schreiben begann - und so sind seine Romane nicht nur spannend, sondern mitten aus dem Leben gegriffen. Und dort geht es nun mal nicht so zu wie in einem James-Bond-Film: Bei le Carré ist es vor allem der menschliche Faktor, der tägliche Kampf mit dem Alltäglichen, der - in Verbindung mit seiner meisterlichen Sprache - die Beliebtheit seiner Bücher ausmacht. Dame König As Spion (erschienen 1974) wurde bereits 1979 mit Sir Alec Guinness in der Hauptrolle als bis heute kultisch verehrte TV-Serie verfilmt - eine neuerliche Adaption des Buches war also fast ein Sakrileg. Noch dazu, wo als Regisseur kein Brite, sondern der schwedische Regisseur Tomas Alfredson (So finster die Nacht) verpflichtet wurde! Doch kein Geringerer als le Carré himself, der sich nach einigen schlechten Erfahrungen bisher geweigert hatte, Dame König As Spion für einen Kinofilm freizugeben, entdeckte seine Sympathien für Alfredsons Vison und stand der Verfilmung als kompetenter Berater zur Seite. Und so ist Alfredsons Spionage-Thriller eine meisterhafte Umsetzung der großartigen Vorlage, die die faszinierende Geschichte werktreu erzählt, aber trotzdem voll und ganz der Sprache des Kinos, der großen Leinwand verbunden bleibt. Authentische 70s-Optik in wunderschönen Bildern, die in wenigen Sekunden ganze Tragödien erzählen, dazu brillante Schauspieler, quasi Britain's Finest, die mit spürbarem Hochgenuss die vielschichtige, packende Story vor dem gebannten Publikum ausbreiten. Cool!

Text:  Gini Brenner

Credits

Titel Dame König As Spion
Originaltitel Tinker Tailor Soldier Spy
Genre Thriller
Land, Jahr Deutschland/Frankreich/GB, 2011
Länge 127 Minuten
Regie Tomas Alfredson
Drehbuch Bridget O'Connor, Peter Straughan basierend auf dem Roman von John le Carré
Kamera Hoyte Van Hoytema
Schnitt Dino Jonsäter
Musik Alberto Iglesias
Produktion John le Carré, Peter Morgan, Tim Bevan, Eric Fellner, Robyn Slovo
Darsteller Tom Hardy, Gary Oldman, Colin Firth, Stephen Rea, Benedict Cumberbatch, John Hurt, Zoltan Mucsi, Mark Strong, Toby Jones, Ciarán Hinds, Kathy Burke, Svetlana Khodchenkova
Verleih EMW

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

3 Kommentare

worst of 2012

schon lange nicht so einen schlechten film gesehen :(

5. Februar 2012
09:45 Uhr

von hoggle

zum Einschlafen!

Der Film ist wirklich so ziemlich der fadeste und schlechteste Film, den ich je gesehen habe - und auskennen tut man sich auch nicht!

29. Februar 2012
13:40 Uhr

von Aidualc

Schweigen, Fadesse und eine brennende Eule

Wenn ich Leute sehen will die sich anschweigen, sich Borte schmieren und Stufen auf und ab gehen, dann geh ich lieber zum Frühstück zum Mc Donalds.
Oder frei nach einem Zitat das mein Freund angebracht hat: "Dieser Film ist wie ein guter James Bond. Nur ohne schnelle Autos, schöne Frauen, Aktion und natürlich ohne Bond."
Alles was bleibt sind alte Leute und ca 40 Sekunden Schweigen zwischen jedem einzelnen Satz.
Die einzige Aktionszene die es gab war folgende:
Eine unwichtige Nebenperson, einSchüler, sitzt in seiner Klasse. Es wird das erste Mal im Jahr der Kamin angezündet. Plötzlich geht es "PPPUUUUUUUUUUHHUUUU!", und eine Eule fliegt brennend ins Klassenzimmer. Sie dreht brennend eine Runde und fliegt dann wieder Richtung Kamin. Bevor sie entschwinden kann zückt der Herr Lehrer ein langes massives Holzlineal und zieht ihr eins über sodass sie wie ein Stein zu Boden fällt.
Das ist wirklich die einzige sehenswerte Szene, aber sie ist es nicht wert sich dafür den Film anzutun. Sie scheint irgendwie für sich selbst zu stehen, denn die Eule kam in keinem Zusammenhang mehr vor. Die Szene steht als kleiner WTF-Moment für all das was diesem Film in den restlichen 126 Minuten fehlt.
Ich habe die Vermutung dass sie dazu da ist um zu erklären wieso nicht alle Briefeulen in Hogwarts ankommen. Anders kann ich es mir nicht erklären diese Szene in so einen faden Film aufzunehmen.
Ich habe diesem Film einen Stern gegeben, und zwar NUR weil ich ihm nicht keinen Stern geben konnte.
Um Gottes Willen bitte spart euch das Geld für diesen Film.
Andererseits: Falls ihr einen Feind habt und ihn foltern wollt ohne Narben zu hinterlassen ist dieser Film jeden Cent wert. Das ist aber auch die einzige Art und weise wie dieser Film noch mal mein Geld sehen würde.

11. März 2012
23:41 Uhr

von Tropps

Kommentar verfassen

Um Kommentare verfassen zu können, musst du eingeloggt sein.

Falls du bereits registrierter SKIP User bist, gehe zum , solltest du noch kein Benutzerprofil haben, kannst du dich hier registrieren.