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Prince of Persia - Der Sand der Zeit

Prince of Persia: The Sands of Time

Action, Fantasy. USA 2009. 116 Minuten.

Regie: Mike Newell
Mit: Jake Gyllenhaal, Gemma Arterton, Ben Kingsley, Alfred Molina

Dem jungen Prinzen Dastan (Jake Gyllenhaal) fällt im alten Persien eine mystische Waffe in die Hände, wofür er von geld- und machtgeilen alten Männern (Ben Kingsley, Alfred Molina) gejagt und bald von der schönen Prinzessin Tamina (Gemma Arterton) geliebt wird - im neuen Action-Blockbuster von Jerry Bruckheimer.

Filmstart: 20. Mai 2010

Persien im sechsten Jahrhundert. Zwar ist das größte Weltreich aller Zeiten schon vor ein paar hundert Jahren zerfallen, aber die Schätze, die Xerxes & Co. aus allen Teilen der Welt zusammengetragen hatten, kursieren großteils noch immer in diesem paradiesisch-multikulturellen Reich. Prinz Dastan (Jake Gyllenhaal), ein charismatischer Draufgänger, dessen primäres Interesse unübersehbar der sportlichen Ertüchtigung mit Schwerpunkt Kampfkunst liegt, wird bald erfahren, was das heißt. Im Verborgenen sammeln sich im Königreich nämlich die bösen Kräfte. Nicht, dass der König ein schlechter wäre. Das Problem liegt eher bei seinem Bruder Nizam (Ben Kingsley), dessen Ego unübersehbare Probleme damit hat, dass er in Persien neben seinem Bruder im allerbesten Fall die zweite Geige spielen darf, in Wirklichkeit aber eigentlich völlig bedeutungslos ist. Solche Leute zeichnen sich auch heute noch durch pathologischen Machthunger aus. In Nizams Fall ist das besonders erbärmlich, weil seine primären Gelüste dem Königsthron gelten - er will seinen Bruder entmachten, um selbst wichtig zu sein. Aber der Gipfel der Niedertracht ist damit nicht erreicht. Der ist nämlich schon von einem Mann namens Amar (Alfred Molina) besetzt, einem finsteren Scheich, dessen Ideenreichtum zu nichts mehr reicht als dem Ansinnen, das klaffende schwarze Loch in seiner Seele mit Palästen, Prunkkutschen und Kurtisanen vollzustopfen, damit er seine Existenz erträgt. Und wie kommen diese beiden tiefenpsychologischen Lachnummern am besten zu ihrem Ziel? Hier schließt sich der Kreis, und wir sind wieder bei unserem eingangs erwähnten Prinzen Dastan, der gerade noch Zeit hatte, sich den luxuriösen Hardbody einzuölen, bevor das größte Abenteuer seines Lebens beginnt: Zufällig fällt ihm ein geheimnisvoller Dolch in die Hände, von dem er eingangs noch gar nicht ahnt, was er an ihm hat. Der Dolch könnte nämlich sämtliche Wünsche erfüllen, mit denen sich Königsbruder Nizam und Scheich Amar die tiefersinnigen Grübeleien vertreiben. Weil in seinem Griff ein magischer Sand versteckt ist - der sogenannte Sand der Zeit, ein Geschenk der Götter. Der Besitzer des Dolchs könnte die Zeit zurückdrehen und somit die Welt beherrschen. Der Dolch darf also nicht in die falschen Hände geraten. Und so schweißt das Schicksal unseren Prinzen Dastan mit der bildschönen, selbstbewussten Prinzessin Tamina (Gemma Arterton) zusammen: Auch wenn sie sich anfangs nicht ausstehen können, bilden sie doch einen Bund gegen das Böse, das Heerscharen von Killern losschickt, um ihnen den mystischen Sand abzuluchsen. Da kann die Liebe auch nicht weit sein …


Starproduzent Jerry Bruckheimer (Pirates of the Caribbean 1-3) hat für dieses Spektakel weder Kosten noch Mühen gescheut: Gedreht wurde in Marrakesch, Ouarzazate und Erfoud in Marokko sowie in den Pinewood Studios in London. Vor allem die Dreharbeiten in den Randgebieten der Sahara waren höchst aufwändig. Es gab einen Mann, der ausschließlich dafür zuständig war, die Drehorte von Schlangen und Skorpionen zu säubern. Es gab Sandstürme, Temperaturen zwischen 37 und 51 Grad Celsius, und das Team von über 1800 Leuten verbrauchte mehr als 1,1 Millionen Flaschen Wasser. Prince of Persia ist außerdem der erst zweite Film der Geschichte, in dem ein Straußenrennen stattfand; obwohl alle gewarnt waren, dass Strauße es hassen, wenn man sie anfasst, wagte Alfred Molina es trotzdem vor laufender Kamera, einen von ihnen auf den Hals zu küssen. Der Vogel nahms gelassen hin. Welch intensive Vorbereitungsarbeit Jake Gyllenhaal für seine Rolle als Prinz Dastan – was aus dem Persischen übersetzt "Geschichte" heißt, der Prinz in den Spielen hat bislang nie seinen Vornamen preisgegeben - geleistet hat, sieht man übrigens sofort - an seinen Bizepsen. Und als Berater für die höchst beeindruckenden Parkour-Sequenzen wurde wie in allen Filmen, die etwas auf sich halten, der Franzose David Belle herangezogen, der Erfinder dieses Sports.

Text:  Klaus Hübner

Credits

Titel Prince of Persia - Der Sand der Zeit
Originaltitel Prince of Persia: The Sands of Time
Genre Action/Fantasy
Land, Jahr USA, 2009
Länge 116 Minuten
Regie Mike Newell
Drehbuch Boaz Yakin, Doug Miro, Carlo Bernard basierend auf dem Computerspiel
Kamera John Seale
Schnitt Mick Audsley, Michael Kahn, Martin Walsh
Musik Harry Gregson-Williams
Darsteller Jake Gyllenhaal, Gemma Arterton, Ben Kingsley, Alfred Molina, Reece Ritchie, Steve Toussaint, Toby Kebbell, Ronald Pickup
Verleih Walt Disney Studios

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

1 Kommentar

Solides Action-Abenteuer aus dem Hause Disney

Prince of Persia ist ein rasanter Actionstreifen mit der zu erwartenden ausgeklügelten Technik, aber auch einer Menge Ausstattung. Detailreich und amüsant wie man es aus dem Haus Disney erwarten darf ausen 2 Stunden Handlung am Kinobesucher vorbei. Liebenswert: Die Kleinigkeiten werden vor allem in Gestik und Schauspiel der Darsteller aber nicht in Blutorgien dargestellt. Was wohl passiert, wenn ein paar rote Tropfen Flüssigkeit zu Boden spritzen und sich jemand auf einen Holfpfahl lehnt, ist wohl auch mit begrenzter Phantasie zu erraten und wird nicht im Detail gezeigt. Manchmal übertreiben es die offenkundig der Sportart Parcour fröhnenden Stuntmen fast, und vor allem gegen Schluss sucht man mit all den Feuereffekten und einstürzenden Tempeln fast schon Harrison Ford und seinen Indianer Jones- Hut. In Summe ist "Prince of Persia" aber eine gelungener, kurzweiliger Streifen, den man auch mit der Familie ansehen kann, sobald die Kinder im Harry-Potter-tauglichen Alter sind.

6. Juni 2010
21:54 Uhr

von gothicvoice

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