Filminfo zu

Coraline

Coraline

Animation, Fantasy. USA 2009. 100 Minuten.

Regie: Henry Selick

Sprechende Katzen, Eltern mit Knopfaugen, Geisterkinder und ein Mäusezirkus: Henry Selick (Nightmare Before Christmas) entführt uns in die gruselige Welt von Coraline!

Filmstart: 14. August 2009

 

Nein, Coraline ist kein besonders nettes kleines Mädchen. Die Elfjährige ist manchmal sogar eine richtige Nervensäge. Aber ihre Eltern sind auch nicht besonders super: Immer über ihre Computer gebeugt hören sie kaum, was Coraline zu sagen hat, sind andauernd mit wichtigeren, erwachsenen Dingen beschäftigt. Langweilig. Und das jetzt, wo die Familie gerade umgezogen ist, Coraline all ihre Freunde zurücklassen musste und sich ziemlich alleine fühlt. Also geht sie auf Erkundungstour und lernt den gleichaltrigen Wybie kennen, der sofort Freundschaft schließen will. Nervig, findet Coraline. Auch die exzentrischen Nachbarn, die britischen Schauspielerinnen Miss Spink und Miss Forcible, und der überaus befremdliche Russe Mr. Bobinsky, sind für ein kleines Mädchen keine besonders attraktiven Spielgefährten. Wie soll Coraline hier jemals Spaß haben?

Doch dann entdeckt sie in ihrem Haus eine geheime Tür und dahinter einen gruseligen Tunnel, der in ein anderes Haus führt. Dieses Haus sieht aus wie ihr eigenes, nur dass es dort viel, viel schöner ist! Dort gibt es Eltern, die sehen fast so aus wie ihre eigenen, nur sind sie hübscher und lustiger und haben Knöpfe anstatt Augen. Und sie benehmen sich auch ganz anders: Sie kümmern sich liebevoll um das kleine Mädchen, bekochen sie, umsorgen sie. In dieser Welt sind die Farben bunt, es gibt keine Silberfischchen in der Dusche, und auf dem Mittagstisch stehen Pizza, Hot Dogs und Creme-Muffins. Eindeutig eine Verbesserung gegenüber Coralines eigentlichem Leben. Doch dann will die andere Mutter sie plötzlich mit fiesen Tricks festhalten. Auch Coraline soll Knöpfe auf die Augen genäht bekommen, und das bunte Haus wird auf einmal zum grausigen Albtraum. Coraline muss all ihren Mut zusammennehmen, um nach Hause zurückzukehren und ihre wahre Familie zu retten ...

Klingt irgendwie schräg? Ist es auch, immerhin führte Henry Selick Regie, der uns schon 1993 mit Tim Burtons Nightmare Before Christmas gruselige Weihnachten bescherte. Auch Coraline ist keine Erzählung zum friedlich Einschlafen, sondern ein morbid-fantastisches Märchen für mutige Kinder jeden Alters, das der Autor Neil Gaiman (Der Sternwanderer) für seine eigenen Töchter geschrieben hat und das nach seinem Erscheinen 2002 in Amerika zum Bestseller avanciert ist. Um Coraline auf die Leinwand zu bringen, entschied sich Henry Selick für die Stop-Motion-Technik, mit der er schon in Nightmare Before Christmas und in James und der Riesenpfirsich wunderliche Welten erschaffen hatte. Coraline wird im Original von der mittlerweile 15-jährigen Dakota Fanning gesprochen, die über ihre Rolle sagt: "Caroline ist eher ein kleiner Rabauke, ich bin schon etwas mädchenhafter als sie. Aber ihre Kleidung würde ich auch sofort anziehen!"

Text:  Magdalena Miedl

Credits

Titel Coraline
Originaltitel Coraline
Genre Animation/Fantasy
Land, Jahr USA, 2009
Länge 100 Minuten
Regie Henry Selick
Drehbuch Neil Gaiman, Henry Selick
Kamera Pete Kozachik
Schnitt Christopher Murrie, Ronald Sanders
Musik Bruno Coulais
Produktion Bill Mechanic, Claire Jennings, Henry Selick, Mary Sandell
Stimmen in der OV Jennifer Saunders, Dakota Fanning, Teri Hatcher
Verleih UPI

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

2 Kommentare

Ein gelungen-gruseliges Fest der Sinne

Ein herrlich gruseliger und trotzdem liebenswert-stimmungsvoller Film, mit lebendigen Charakteren, der von Anfang bis Ende abwechslungsreiche Spannung garantiert. Habe ihn in 3D gesehen und empfand es als echten Mehrwert für dieses Meisterwerk.

1. Oktober 2009
23:12 Uhr

von bugmenot

Grusel-Abenteuer

Coraline ist echt mal was anderes, sicher nix für kleine Kinder, aber für größere ein wirklich feiner, besonderer Film über Familie und Teenager und welche Probleme in dieser Konstellation lauern, über das Anderssein und die Macht der Fantasie.

10. Juli 2014
15:18 Uhr

von Troublemaker

Kommentar verfassen

Um Kommentare verfassen zu können, musst du eingeloggt sein.

Falls du bereits registrierter SKIP User bist, gehe zum , solltest du noch kein Benutzerprofil haben, kannst du dich hier registrieren.