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Public Enemies

Public Enemies

Krimi. USA 2009. 140 Minuten.

Regie: Michael Mann
Mit: Johnny Depp, Marion Cotillard, Christian Bale

Maßanzüge im Kugelhagel: Johnny Depp als legendärer Bankräuber John Dillinger, Christian Bale als FBI-Agent Melvin Purvis und Marion Cotillard als Dillingers Freundin in einer furiosen Gangster-Oper von Kino-Scharfschütze Michael Mann.

Filmstart: 7. August 2009

John Dillinger war kein brutaler Mafioso oder skrupelloser Glücksritter. Der Mann, der später als wohl legendärster aller Bankräuber der USA in die Geschichte eingehen sollte, begann seine kriminelle Laufbahn vergleichsweise unspektakulär - und dazu ziemlich erfolglos. Er war ein wilder, unangepasster junger Mann aus ärmlichen, kleinbürgerlichen Verhältnissen, hielt es in keinem Job lange aus, hatte schon einige kleine Diebstähle begangen und beschloss schließlich  gemeinsam mit einem Freund, ein kleines Geschäft zu überfallen, wurde aber umgehend geschnappt. Beim darauffolgenden Prozess nahm er alle Schuld auf sich, weil er sich als "reuiger Sünder" eine mildere Strafe erhoffte - mit der Konsequenz, dass man ihn wegen schweren Raubes zu 20 Jahren Gefängnis verurteilte, von denen er volle achteinhalb absaß.

Als John Dillinger seine Haft antrat, war er gerade mal 21. Als er wieder freikam, war er ein kein Bursche mehr, sondern ein Mann. Viel hatte er gelernt in den langen Jahren hinter Gittern, wenig Gutes, viel Praktisches, er war zum Vollblut-Gangster gereift. Er war immer schon unangepasst gewesen, aber darüber hinaus trieb ihn nun der unbändige Wille an, sich nichts mehr gefallen zu lassen, sich nicht mehr mit den mageren Resten zufrieden zu geben, die ihm das Leben achtlos zuwarf. Jetzt war er dran. Schwerer Raub? Ok, den sollen sie haben. Er würde sich alles zurückholen, was man ihm genommen hatte, und all das nehmen, was ihm zustand. Und sie würden ihn nie wieder erwischen, nie.

Am 10. Mai 1933, als John Dillinger aus dem Gefängnis entlassen wurde, ächzte die ganze westliche Welt unter der großen Wirtschaftskrise. In den USA vegetierten Millionen Menschen in bitterer Armut, während einige wenige sich gnadenlos bereicherten. Und auf deren Kohle hatten es Dillinger und seine Spießgesellen - darunter klingende Namen wie Baby Face Nelson, John "Red" Hamilton oder Pretty Boy Floyd - abgesehen.  "Wir wollen nicht euer Geld, wir wollen das der Bank!" lässt Michael Mann Dillinger bei einem seiner Überfälle verkünden. Eine Bank nach der anderen nahmen sie sich vor, mit Todesmut, Unverschämtheit und Mutterwitz waren sie der Polizei immer den entscheidenden Schritt voraus. Endlich einer, der den Spieß umdreht und die fetten Bonzen ausnimmt: Bald war Dillinger trotz seiner unbestreitbaren kriminellen Energie eine Art Volksheld geworden - und einer der meistgesuchten Männer seiner Zeit. Ihn dingfest zu machen war der Traum jedes Polizisten, und die Garantie auf eine steile Karriere. Ein ehrgeiziger junger Beamter namens J. Edgar Hoover, Chef der damals vergleichsweise unbedeutenden Regierungsbehörde FBI, witterte seine große Chance: Er erfand für Dillinger mit großem Getöse die Bezeichnung "Staatsfeind Nummer 1", setzte seinen besten Mann Melvin Purvis, genannt der "Clark Gable des FBI" auf ihn und seine Gang an und inszenierte die Gangsterjagd als bundesweites Spektakel.

Ausgerechnet das Kino wurde Dillinger schließlich zum Verhängnis: Manhattan Melodrama mit - genau! - Clark Gable und Myrna Loy war der Hype des Jahres, und Dillinger gönnte sich einen heimlichen Kinobesuch. Doch er wurde verraten. Nach dem Happyend auf der Leinwand gab's einen blutigen Nachspann, Dillinger wurde auf offener Straße in "Notwehr" von Hoovers Männern erschossen. Ein einziges Jahr hatte ihm gereicht, um als Gangster-Legende in die Geschichte einzugehen.

Oft schon diente der charismatische Dillinger und seine faszinierende Geschichte, inzwischen von zahlreichen Mythen bereichert, als Held für Film und Fernsehen. Michael Mann, gefechtserprobter Kino-Meister (Heat, Ali, The Insider, Collateral) inszeniert die spannende Vita eines außergewöhnlichen Mannes als aufwühlendes, actionreiches Psychoduell zwischen Räuber und Gendarm:  Niemand geringerer als Christan Bale ist als Johnny Depps Widerpart in der Rolle des Melvin Purvis zu sehen. In den tragenden Nebenrollen versammelt Mann hochinteressante Schauspieler: In Dillingers Gang finden sich etwa Stephen Dorff, Giovanni Ribisi oder Herr der Ringe-Star David Wenham; Billy Crudup (Almost Famous, Watchmen) gibt FBI-Boss J. Edgar Hoover, und in der Rolle als Dillingers große Liebe Billie Frechette glänzt Oscar-Preisträgerin Marion Cotillard.

Text:  Gini Brenner

Credits

Titel Public Enemies
Originaltitel Public Enemies
Genre Krimi
Land, Jahr USA, 2009
Länge 140 Minuten
Regie Michael Mann
Drehbuch Michael Mann, Ronan Bennett, Ann Bidermann nach dem Buch Public Enemies: America's Greatest Crime Wave and the Birth of the FBI
Kamera Dante Spinotti
Schnitt Jeffrey Ford, Paul Rubell
Musik Elliot Goldenthal
Produktion Michael Mann, Kevin Misher
Darsteller Johnny Depp, Marion Cotillard, Christian Bale, Channing Tatum, Rory Cochrane, Leelee Sobieski, Diana Krall, Billy Crudup, Shawn Hatosy, Emilie de Ravin, Branka Katic, Giovanni Ribisi, Carey Mulligan, Stephen Dorff, James Russo, David Wenham
Verleih UPI

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

6 Kommentare

john dillinger

eine etwas zurückgehaltene biografie über john dillinger, was die dialoge zwischen johnny depp und christian bale betrifft, aber ansonsten laute knatternde maschinenpistolen und viel action. was auch sehr positiv am film von michael mann ist, dass er 140 minuten dauert und eine sehr attraktive marion cottilard! 2 skip punkte für den empfehlenswerten film!

9. August 2009
13:03 Uhr

von Philipp87

staatsfeind nr. 1 - und sieht einfach spitze aus :)

hätte mir ein bisschen mehr erwartet aber wurde trotzdem nicht enttäuscht - über 2 stunden maschinenpistolen und wenige liebesmomente in johnnys leben .. ich finde ihr solltet ihn gesehen haben. Ist ein Kinobesuch wert!

10. August 2009
15:42 Uhr

von misspink

mittelmässig

gute besetzung und kamera, viel action, aber trotzdem fehlt was.. hätt mir mehr erwartet. im grunde kann man den film auf katz-und-maus-spiel zusammenfassen: johnny depp wird 2 stunden lang von einem gewohnt emotionslosen christian bale gejagt

13. August 2009
10:51 Uhr

von queenR

kein herz, nur schmerz

zwei tolle schauspieler - zumindest Bale kriegt aber nicht die Chance zu zeigen, was in ihm steckt. die handlung - auf unerklärliche weise wirr, obwohl chronologisch erzählt wird. der ganze film ist so "aufs wesentliche" reduziert, dass ein herzloses, mäßig spannendes Katz-und-maus-spiel überbleibt. der funke zum zuschauer springt einfach nicht übrig, der film ist aalglatt und kalt. schade.

17. August 2009
10:37 Uhr

von Haubenkoch

Cast

Mir hat der Film ganz gut gefallen. Die Geschichte war zwar nur mittelmässig, die Schauspieler konnten mich dann doch noch überzeugen.

9. September 2009
13:53 Uhr

von JamesBond007

Top

T-O-P!!! Vor allem am Schluss seeeeeeeehr spannend. Johnny Depp halt! ;-)

18. Dezember 2014
10:06 Uhr

von melisomm

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