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The Strangers

The Strangers

Horror, Psychothriller, Thriller. USA 2008. 90 Minuten.

Regie: Bryan Bertino
Mit: Liv Tyler, Scott Speedman

Die Hölle, das sind die anderen. Doch wer sind die, und was wollen sie? Liv Tyler und Scott Speedman als Pärchen in Not im großartigen Nerven-Schocker von Bryan Bertino.

Filmstart: 21. November 2008

Manchmal kann ein Abend zu zweit schon der blanke Horror sein, selbst wenn der Plan eigentlich eher in Richtung „Himmel auf Erden“ gezielt hätte: Das romantische Wochendendhaus seiner Eltern samt Champagner auf dem Tisch und Rosenblättern auf dem Bett – James Hoyt (Underworld-Hero Scott Speedman) hat wirklich an alles gedacht. Nur nicht, dass seine Freundin Kristen McKay (Liv Tyler) seinen Heiratsantrag mit einem gequälten Nein beantwortet. Sicher, sie mag ihn – aber sie ist halt noch nicht soweit. Und jetzt stecken die beiden fest, mitten in der Nacht, irgendwo im Nirgendwo, zwischen ihnen ein schrecklicher Abgrund aus Enttäuschung und Schmerz.

Lächerliche Luxusprobleme gegen das, was gleich datauf über die beiden hereinbricht. Ein lautes Klopfen an der Tür. Es ist stockfinster, halb vier in der Früh, ein junges Mädchen steht draußen, ihr Gesicht verschwindet im Schatten der Nacht. "Ist Tamara da?"

"Hier gibts keine Tamara. Du hast das falsche Haus erwischt.“ James macht die Haustür wieder zu. „Das war gruselig“, meint Kristen. Und wie. Als James kurz darauf aus Frust und Schlaflosigkeit beschließt, mit dem Auto eine Runde durch die Nacht zu düsen, und Kristen allein in dem einsamen Haus bleibt, geht das Klopfen wieder los. Erst an der Tür, dann am Fenster. Da draußen ist jemand, etwas, und es will nicht gehen. Kristen ist erst genervt, dann verstört, dann verängstigt. Besorgt sieht sie aus dem Fenster. Ein furchterregendes Gesicht grinst sie von draußen an – eine Maske des Grauens. Schreiend taumelt die junge Frau zurück. Dann ein lautes Piepsen: Irgendjemand, irgendetwas verstopft den Kamin, der Feuermelder geht los, dann auch noch der Plattenspieler, und schließlich hängt auch noch Kristens Handy plötzlich nicht mehr am Ladekabel. Ständig Geräusche, Gepolter, Totenstille. In Panik flüchtet sie ins Schlafzimmer, da kommt endlich James zurück – doch nun geht der Terror erst richtig los, als die Fremden mit den Horrormasken sich Schritt für Schritt Zugang zum Haus verschaffen und vor nichts, aber auch schon gar nichts zurückschrecken.

Nervenzerfetzend ist ein echter Hilfsausdruck für das Kinodebüt des jungen Filmemachers Bryan Bertino, der mit dieser sparsam, aber extrem sorgfältig gemachten kleinen Indie-Produktion in den USA einen echten Kult-Hit landete, der trotz des kaum vorhandenen Werbebudgets die Produktionskosten um ein Vielfaches wieder einspielte. Kaum jemals wurde das Thema – junges Pärchen in einsamem Haus wird von Unbekannten terrorisiert – derart grausam spannend umgesetzt. Der Horror ist regelrecht greifbar und fast unerträglich dicht, und wenn die beiden Haupfiguren sich am Rande des Wahnsinns dem rätselhaft Unvermeidlichen entgegenstemmen, gibt's auch für den Zuschauer keine Sekunde Verschnaufpause.

Text:  Gini Brenner

Credits

Titel The Strangers
Originaltitel The Strangers
Genre Horror/Psychothriller/Thriller
Land, Jahr USA, 2008
Länge 90 Minuten
Regie Bryan Bertino
Kamera Peter Sova
Schnitt Kevin Greutert
Musik tomandandy
Produktion Roy Lee, Doug Davison, Nathan Kahane
Darsteller Liv Tyler, Scott Speedman, Glenn Howerton, Gemma Ward
Verleih Lunafilm

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

1 Kommentar

Die nervenaufreibenste Spannung seit "Blair Witch Project"

Regisseur Bryan Bertino muss man sich merken. "The Strangers" ist ein mitreißender Thriller, der den Puls beschleunigt. Man fürchtet sich und leidet im Kinosessel mit. Der ganze Film kommt mit bloß acht DarstellerInnen aus, fast schon minimalistisch wie ein Theaterstück. Liv Tyler spielt die Opferrolle super; ein gelungenes Comeback - bravo, Arwen! Das Härteste sind aber die drei Maskierten. Sie sorgen für den gruseligsten Suspense seit dem "Blair Witch Project". Und auch das Filmende mit den beiden Mormonenjungen beim Psycho-Pickup (die personifizierte Unschuld stößt auf das personifiziert Böse) ist schaurig-gut. Höchstnote für "The Strangers".

8. Dezember 2008
00:26 Uhr

von elvellon

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