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7915 KM

7915 KM

Dokumentation. Österreich 2008. 106 Minuten.

Regie: Nikolaus Geyrhalter

Auf den Spuren der Rallye nach Dakar: Der Dokumentarfilmer Nikolaus Geyrhalter (Unser täglich Brot) widmet sich der Realität einer Gegend, die meist nur als abenteuerliche Kulisse wahrgenommen wird.

Filmstart: 6. März 2009

"Der Geist der Rallye Dakar vereint mehr als eine Leidenschaft. Neben einem unumgänglichen Motorsport-Event, das seinesgleichen sucht, handelt es sich um eine einzigartige Erfahrung für den Menschen …", sagt die offizielle Website der Rallye Dakar. Dass die Sprache holpert wie die Strecke, ist wohl nicht Absicht.

Die Rallye Dakar, früher bekannt als Paris - Dakar, fand 1978 erstmals statt und gilt als berühmteste Wüstenrallye der Welt. Wegen Terrordrohungen wurde die Rallye 2008 abgesagt und 2009 erstmals in Südamerika durchgeführt, bis dahin führte die Strecke meist von einem Startpunkt in Südwesteuropa in die senegalesische Hauptstadt Dakar - wobei die Route jedes Jahr variiert wurde.

Das große Abenteuer Afrika - wie so oft sind auch bei diesem Event die Protagonisten wohlhabende Weiße, das Land und dessen Bewohner dienen als exotische Kulisse. Doch wenn der Troß der hochgetunten Fahrzeuge mal vorbeigedonnert ist, dann bleibt der Mythos aus Staub und Schweiß auf der Strecke. Was bleibt, ist der Alltag einer fremden Kultur.

Der österreichische Dokumentarist Nikolaus Geyrhalter machte sich gemeinsam mit einem kleinen Filmteam auf nach Afrika und richtet den Blick in die andere Richtung: Im Fokus stehen keine vorbeirasenden Automobile, sondern die Menschen, die sich von dem angeblichen "Großereignis" nur peripher berührt sehen. Die Filmemacher folgten dem  (exakt 7915 Kilometer langen) Streckenverlauf der Rallye 2006, mit weit offenem Blick für die Landschaften und die Menschen. Die Route führte führte in 17 Etappen vom Start in Lissabon durch Marokko, West-Sahara, Mauretanien, Mali, Guinea bis nach Dakar im Senegal. Die Strecke war vorgegeben, wen und was das Filmteam dort finden würde, nicht: so entstanden insgesamt etwa 180 Filmstunden, die in monatelanger Postproduktion zu einem präzisen und optisch wie formal beeindruckenden Filmerlebnis komprimiert wurden. Lange, ruhige Blicke auf die afrikanische Landschaft wechseln ab mit Aufnahmen von Menschen, die von sich und ihrem Leben erzählen: spannende Geschichten aus einer auf den ersten Blick fremden Welt, die doch von den gleichen Wünschen und Motivationen getrieben sind wie überall auf der Erde. Arbeit, Gesundheit, Familie, Liebe. Die Reise durch den fremden Alltag folgt streng dem Streckenverlauf der Rallye, "oft war das eine große dramaturgische Herausforderung, damit der Spannungsbogen hält", erzählt Geyrhalter. Einer der letzten Gesprächspartner ist ein Bootsbauer aus Dakar, der mit dem fundierten Stolz des Vollprofis davon berichtet, mit welchen durch jahrzehntelange Erfahrung entwickelten Methoden die Holzboote in seiner kleinen Werft gebaut werden - und mit welchen Mitteln die Regierung verhindern will, dass weiterhin Tausende Menschen pro Monat in genau jenen Booten versuchen, sich auf dem Seeweg bis nach Europa durchzuschlagen.

Text:  Gini Brenner

Credits

Titel 7915 KM
Originaltitel 7915 KM
Genre Dokumentation
Land, Jahr Österreich, 2008
Länge 106 Minuten
Regie Nikolaus Geyrhalter
Drehbuch Maria Arlamovsky, Wolfgang Widerhofer, Nikolaus Geyrhalter
Kamera Nikolaus Geyrhalter
Schnitt Wolfgang Widerhofer
Produktion Nikolaus Geyrhalter, Wolfgang Widerhofer, Markus Glaser, Michael Kitzberger
Verleih Stadtkino

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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