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Love Comes Lately

Love Comes Lately

Komödie, Liebesfilm. Deutschland, Österreich, USA 2007. 86 Minuten.

Regie: Jan Schütte
Mit: Otto Tausig, Lee Wilkof, Rhea Perlman

Max Kohn (Otto Tausig) ist 80. In echten und erdachten Liebesdingen kennt sich der Schriftsteller aus – Alter schützt schließlich vor Unvernunft nicht. Nur seine Langzeitgefährtin hat so gar keine Freude mit seinen Kapriolen.

Filmstart: 19. Dezember 2008

Max Kohn ist fast 80 Jahre alt und guter Dinge: Das Leben als Autorn und Universitäts-Gastdozent hält auch in diesem Alter durchaus noch einige Freuden bereit. Schließlich gibt es Fans, Verehrerinnen, frühere Studentinnen … Aber weil eben nicht jeden Tag Sonntag ist, hat Max zum Glück auch Reisel (Rhea Perlman, besser bekannt als Lebens- und Arbeitspartnerin von Danny DeVito). Sie ist seit 12 Jahren seine Partnerin, mehr als ein Jahrzehnt jünger als er und hält sein Leben zusammen. Organisiert, wenn er vergisst, tröstet, wenn er mal wieder Albträume hat – von einem Zug-Schaffner, der ihn streng nach der Häufigkeit seines Liebeslebens fragt, beispielsweise. Reisel ist stinksauer, wenn er sie wieder mal betrügt oder auch nur daran denkt – den Unterschied erkennt sie nämlich nicht immer. Seine strategisch ärmlichen Lügen sind aber auch dämlich genug. Seine Kurzgeschichten handeln von alten Männern, meistens. Denen begegnen oft wildfremde schöne Frauen, die immer jünger sind und aus diversen Beweggründen dringend Zweisamkeit suchen, wie das im echten Leben schließlich auch ständig so passiert. Die Männer in den Geschichten sehen übrigens bis auf Details immer aus wie Max. Kein Wunder, dass Reisel immer eifersüchtig sein muss. Ohne sie ist er nichts, und wenn er mal wieder etwas angestellt hat, jammert und wehklagt er, wenn sie trotzig nicht ans Telefon geht.

Diese wunderbare Hauptrolle lebt von der Darstellung durch Otto Tausig. Die Biografie des 86-jährigen österreichischen Schauspielers könnte allein mehrere Filme füllen – mit 16 musste er 1938 nach dem Anschluss nach England emigrieren. Später wurde er Schauspieler, Regisseur, Chefdramaturg und Kommunist, lebte in Wien, in Ostdeutschland, spielte am Burgtheater. Den in die USA emigrierten Schriftsteller mit dem entzückend-vorwurfsvollen deutschen Akzent kann wohl nur er so spielen. Mit Regisseur Jan Schütte arbeitete er – in ähnlichen Rollen – bereits häufig zusammen, so beispielsweise in Auf Wiedersehen Amerika und Späte Liebe. Auch in Nebenrollen gibt es in Love Comes Lately bekannte Gesichter zu entdecken: Barbara Hershey, älteren Semestern noch als berückende Maria Magdalena aus Die letzte Versuchung Christi sowie aus Hannah und ihre Schwestern in Erinnerung, ist als Max' jung gebliebende Ex-Studentin zu sehen. Und B-Film-Nebenrollen-Queen Elizabeth Peña macht sich als alleingelassene Hotelangestellte an ihn heran – in einer seiner Kurzgeschichten.

Wie beginnt Otto Tausigs Biografie so schön: „Ich habe Glück gehabt in diesem Leben. Wie oft könnte ich schon tot sein! Hitler, Krieg und Herzinfarkt – und immer bin ich noch da ...“ – Ein wahres Glück auch für uns Zuschauer. Auf ein langes Leben und viel Unvernunft im Alter!

Text:  Julia Pühringer

Credits

Titel Love Comes Lately
Originaltitel Love Comes Lately
Genre Komödie/Liebesfilm
Land, Jahr Deutschland/Österreich/USA, 2007
Länge 86 Minuten
Regie Jan Schütte
Drehbuch nach Kurzgeschichten von Isaac Bashevis Singer
Kamera Edward Klosinski, Chris Squires
Schnitt Katja Dringenberg, Renate Merck
Musik Henning Lohner
Produktion Alex Gibney, Martin Hagemann, Kai Kuennemann
Darsteller Otto Tausig, Lee Wilkof, Rhea Perlman, Barbara Hershey, Elizabeth Peña
Verleih Filmladen

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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