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Hilde

Hilde

Biografie. Deutschland 2009. 136 Minuten.

Regie: Kai Wessel
Mit: Heike Makatsch

Sechs Jahre nach ihrem Tod kommt die deutsche Ikone Hildegard Knef ins Kino: Hilde ist ein fulminantes Porträt einer beeindruckenden Frau, die die Gemüter bewegte - mit Heike Makatsch in der Titelrolle.

Filmstart: 13. März 2009

„Will alles - oder nichts!" Kompromisse waren ihr fremd: Die Knef war eine Ikone schon zu Lebzeiten. Die Deutschen haben sie geliebt, gehasst, verachtet und angehimmelt. Skandale und Dramen rankten sich um ihr Leben - und nun bekommt sie das erste filmische Denkmal: Heike Makatsch ist Hildegard Knef.

Sie war sieben Jahre alt, als Hitler an die Macht kam. Als aufgeweckter Teenager, in einem zunehmend kriegsversehrten Berlin, stellt sie sich schließlich auf der Schauspielschule vor. Propagandaminister Joseph Goebbels lobt sie als das prototypische deutsche Mädchen, und sie darf die Ausbildung beginnen. Doch dann verliebt sie sich Hals über Kopf in den viel älteren Ewald Demandowsky (Anian Zollner), den wichtigsten Filmmanager NS-Deutschlands. Was wie ein genialer Karriereschachzug aussieht, ist jugendlicher Übermut - und wird ihr fast zum Verhängnis: Im Volkssturm, dem letzten Kanonenfutter der Nazis, kämpft Hilde an der Seite ihres Geliebten, und überlebt.

Im ausgebombten Berlin hat's eine junge Schauspielerin schwer, aber Hilde kämpft um eine Bühnenlizenz, und darf doch auftreten. Hier wird sie von Erich Pommer (Hanns Zischler) entdeckt, der aus Nazideutschland geflüchtet war und nun beim Wiederaufbau der deutschen Filmindustrie helfen soll. Pommer weiß um die unsaubere Vergangenheit der jungen Hilde Knef, doch sie wehrt sich gegen alle Vorwürfe: „Ich war ein Kind, als Hitler kam. Wie hätte ich rebellieren können?" Mittlerweile hat sich Hilde wieder verliebt: In Kurt Hirsch (Trystan Püttner), einen jungen amerikanischen Besatzungssoldaten. Gemeinsam gehen sie nach Kalifornien, doch Hollywood ist nicht bereit für einen weiteren deutschen Star nach Marlene Dietrich, und das Paar kehrt enttäuscht wieder nach Deutschland zurück.

Inzwischen hat sich die Filmindustrie hier allmählich erholt, Erich Pommer kann helfen. Doch die Mitarbeit an Willi Forsts skandalumwitterten Drama Die Sünderin kostet der Knef fast ihre Karriere: Barbusig zeigt sie sich als Prostituierte, ihr Mann Kurt und der Rest von Deutschland sind entsetzt. Sie lässt sich scheiden und verlässt Deutschland wieder Richtung Amerika - und am Broadway wird sie zum Weltstar. Doch was sie im Kern ausmacht, wird sie erst Jahre später herausfinden: Es ist ihre Stimme, die Musik. Dann endlich wird es Rosen regnen ...

Ebenso fulminant wie furchtlos spielt Makatsch die Knef, mit Leib und Seele und Stimme und Hingabe, umgeben von einem Ensemble fantastischer Schauspieler, die die Geschichte zusammenhalten. Entlang des Knef-Klassikers Für mich solls rote Rosen regnen, erzählt Regisseur Kai Wessel die Geschichte einer deutschen Ikone, und damit auch ein Stückweit deutsche Geschichte nach. Präzise Ausstattung, geniale Kostüme und eine berückend intensive Heike Makatsch in der Hauptrolle machen Hilde zur Entdeckung - nicht nur eines besonderen Films, sondern auch einer großartigen Künstlerin.

Text:  Magdalena Miedl

Credits

Titel Hilde
Originaltitel Hilde
Genre Biografie
Land, Jahr Deutschland, 2009
Länge 136 Minuten
Regie Kai Wessel
Drehbuch Maria von Heland
Kamera Hagen Bogdanski
Schnitt Tina Freitag
Produktion Judy Tossell
Darsteller Heike Makatsch, Michael Gwisdek, Hanns Zischler, Anian Zollner, Trystan Büttner, Johanna Gastdorf, Monica Bleibtreu, Dan Stevens
Verleih Warner

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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