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Hotel Lux

Hotel Lux

Komödie. Deutschland 2011. 102 Minuten.

Regie: Leander Haußmann
Mit: Michael "Bully" Herbig, Jürgen Vogel

Weil er das Hitler-Regime allzu lustig fand, muss Komiker und Stalin-Parodist Hans Zeisig (Michael Herbig) nach Moskau fliehen - und gerät im legendären Hotel Lux in höchste Lebensgefahr. Top-Tragikomödie von Leander Haußmann (Sonnenallee).

Filmstart: 27. Oktober 2011

Was in den 30er Jahren auf Deutschlands Bühnen los war, dürfte ja bekannt sein: leidlich wenig. Der Großteil der ernsthaften Schauspieler war entweder schon nach Hollywood ausgewandert oder hatte es zumindest vor, und weil volkstümelnder Dilettantismus und rotwangiges Schenkelklopfen fröhliche Urstände feierten, hatte der verbliebene Rest der Mimen wenig zu lachen. Hans Zeisig (Michael Herbig) gehört zu ihnen. Er hat zwar mit seiner besonderen Fähigkeit, Josef Stalin zu parodieren, noch keine ernsthaften Probleme bekommen. Aber dass er mit Hitler-Parodist Siggi Meyer (Jürgen Vogel) befreundet ist und recht unabsichtlich Naheverhältnisse zu linken, kommunismusaffinen Kräften hat, macht den Boden, auf dem er steht, zusehends unsicherer. Trotzdem scheint der gute Mann die Zeichen der Zeit irgendwie zu übersehen - bis er 1938 endgültig seinen letzten Hitler-Witz auf deutschem Boden gerissen hat. Jetzt heißt es nichts wie raus aus Naziland, aber schnell. Zeisig hatte ja schon lange von einer Hollywood-Karriere geträumt, und es gelingt ihm auch, mit falschen Papieren außer Landes zu kommen. Aber statt in der neuen findet er sich am äußersten Rand der alten Welt wieder: in Moskau. Und wie so viele Leidensgenossen seiner Zeit landet Zeisig im Hotel Lux. Dieses Hotel, das einst im Zarenreich die berühmteste Bäckerei für die feinen Leute gewesen war und nun als verwanztes, rattenverseuchtes Loch für Exilanten und geflohene Auslandskommunisten herhalten muss, ist auch der Zufluchtsort von Siggi Meyer und der ebenfalls mit Zeisig befreundeten niederländischen Widerständlerin Frida van Oorten (Thekla Reuten). Die beiden glauben nach wie vor fest an den Kommunismus als einzige Hoffnung für die Welt - und an Stalin als Heilsbringer. Zeisig, der vom russischen Geheimdienst auf irrwitzige Weise mit dem Leibastrologen von Adolf Hitler verwechselt wird, hat mit Politik eigentlich nichts am Hut. Aber er wird unweigerlich in blutige Intrigen verwickelt und geräte in die Mühlen des Machtapparats von Josef Stalin …

Das Hotel Lux gab es wirklich. Es war in den 30er Jahren tatsächlich jener Ort in Moskau, wo die Kommunisten aus aller Welt zusammenliefen, um sich in die Obhut Stalins zu begeben. Und es war einer jener Orte, wo Stalins mörderisch krankhafte Paranoia mit aller Härte durchschlug: Zwischen 1936 und 1938 wurden hier Stalins Säuberungen vorgenommen - es starben in dieser Zeit in Russland mehr deutsche kommunistische Spitzenfunktionäre als unter Adolf Hitler. Entsprechend herrschte im Hotel Lux eine Atmosphäre der Angst, der Ungewissheit und der gegenseitigen Denunziation. Aber es wäre nicht ein Film von Leander Haußmann (Sonnenallee, Herr Lehmann) mit Bully Herbig und Jürgen Vogel in den Hauptrollen, wenn bei aller Tragik die Komik zu kurz käme. So ist Hotel Lux eigentlich eine Komödie mit sehr ernsten Untertönen - aber vor allem eines: großes deutsches Starkino.

Text:  ag

Credits

Titel Hotel Lux
Originaltitel Hotel Lux
Genre Komödie
Land, Jahr Deutschland, 2011
Länge 102 Minuten
Regie Leander Haußmann
Drehbuch Leander Haußmann
Kamera Hagen Bogdanski
Schnitt Hansjörg Weißbrich
Musik Ralf Wengenmayr
Produktion Corinna Eich, Günter Rohrbach
Darsteller Michael "Bully" Herbig, Jürgen Vogel, Thekla Reuten, Alexander Senderovich, Valery Grishko
Verleih Constantin Film

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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