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Slumdog Millionär

Slumdog Millionaire

Tragikomödie. GB, USA 2008. 120 Minuten.

Regie: Danny Boyle
Mit: Freida Pinto, Anil Kapoor, Dev Patel

Packendes Sozialdrama meets Bollywood: Danny Boyles jüngster Film holt ein Kind aus den Slums von Mumbai auf den heißen Stuhl der Millionenshow - eine furiose Kombination und der große Oscar-Abräumer!

Filmstart: 20. März 2009

Tick-Tack, Tick-Tack, Tick-Tack. "Das ist Ihre endgültige Antwort?” Wir sind bei der indischen Ausgabe der Millionenshow. Dort sitzt Jamal (Dev Patel), kaum 20 Jahre alt. Dass er es bis hierher geschafft hat, grenzt an ein Wunder: Jamal ist gemeinsam mit seinem Bruder Salim im Slum groß geworden. Mit der Kindheit war es schlagartig vorbei, als die Mutter bei blutigen Unruhen vor seinen Augen ums Leben kam. Gemeinsam mit der ebenfalls verwaisten Latika schlugen sich die Buben nun auf den Mülldeponien durch, landeten schließlich in einem illegalen Camp für singende Bettlerkinder. Doch dort werden Kindern die Augen ausgestochen, damit sie durch den Mitleids-Faktor mehr Geld verdienen. In letzter Sekunde gelingt die Flucht - nur Latika ist zu langsam, sie bleibt zurück. Gemeinsam mit seinem Bruder lebt Jamal fortan in Zügen, arbeitet dort als fahrender Händler, erfindet als Fremdenführer absurde Geschichten für Touristen, schlägt sich mit Gelegenheitsjobs und auch Trickdiebstählen durchs Leben. Latika hat er bei dieser täglichen Tour de force um ein wenig Essen und einen Schlafplatz nie vergessen, aber erst als Teenager kann er ihre Spur wieder aufnehmen. Sein Bruder Salim, inzwischen in die Kriminalität abgerutscht, hilft Jamal bei der Suche nach Latika. Für ihre Befreiung verlangt er allerdings einen hohen Preis. Erneut verliert Jamal seine große Liebe aus den Augen.

Ein paar Jahre später: Jamal arbeitet als Mädchen für alles bei einer Telefonhotline-Agentur. Und hier findet er schließlich seine Latika über das Telefonverzeichnis wieder. Doch erneut ist sie in gefährliche Abhängigkeiten verstrickt, ein Zusammenkommen erscheint unmöglich.

Während in der Show die Uhr tickt, lässt Jamal sein Leben revuepassieren. Jede einzelne Frage kann er durch ein tragisches, brutales, schönes oder bizarres Erlebnis seiner Jugend beantworten, die anscheinend nur eine einzige Vorbereitung für diesen Moment war. Das Schicksal nimmt seinen Lauf, denn Jamal ist nicht des Geldes wegen hier: Nur Latika ist der von ihm ersehnte Hauptgewinn, durch die Show will er sie wiederfinden. Ob das Schicksal ihm diesen Wunsch erfüllt?

Mit Slumdog Millionär gelang Regisseur Danny Boyle ein bildgewaltiges Epos im Bollywood-Stil, ein farbenprächtiger Trip voll grandioser Eindrücke und atemberaubender Spannung. Das achtfach oscar-prämierte Werk ist dabei keineswegs Boyles erster schwergewichtiger Beitrag zur Filmgeschichte: Er drehte mit dem Drogen-Drama Trainspotting einen der kontroversiellsten Filme der Neunziger, mit The Beach und 28 Days Later gelangen ihm weitere Kinoerfolge. Schon vor den Oscars hagelte es diesmal Preise (u. a. vier Golden Globes), nun ist es offiziell: Slumdog Millionär ist der Beste Film dieser Saison, mit dem Besten Regisseur, dem Besten Drehbuch, dem Besten Score, dem Besten Song, dem Besten Sound, dem Besten Kameramann und dem Besten Schnitt. Da passt es bestens, wenn im Radio M.I.A.s Paper Planes aus dem Film rauf und runter läuft, in dem es heißt: "Everyone's a winner, we're making our fame!" Und das funktioniert im Kino sogar für echte Slumdogs.

Text:  Julia Pühringer

Credits

Titel Slumdog Millionär
Originaltitel Slumdog Millionaire
Genre Tragikomödie
Land, Jahr GB/USA, 2008
Länge 120 Minuten
Regie Danny Boyle
Drehbuch Simon Beaufoy basierend auf dem Roman Q & A von Vikas Swarup
Kamera Anthony Dod Mantle
Schnitt Chris Dickens
Produktion Christian Colson
Darsteller Freida Pinto, Anil Kapoor, Dev Patel, Irrfan Khan, Madhur Mittal, Azharuddin Mohammed Ismail, Ayush Mahesh Khedekar
Verleih Filmladen

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

2 Kommentare

Arg ...

Man sollte sich nicht zu sehr ein Bollywood-Märchen erwarten - der Film greift recht drastisch, wenn auch nur nebenbei, die Probleme und Missstände Indiens auf, was ihn nicht gerade angenehm zu betrachten macht. War wohl nicht zuletzt auch eine sehr politische Entscheidung, diesen Film mit 8 Oscars (und zahlreichen anderen Filmpreisen) zu überhäufen. Trotzdem: Der Film bewegt, ist äußerst packend, die Darsteller sind überzeugend. Daher eine absolute Empfehlung!

16. März 2009
07:14 Uhr

von Virago95

Unbedingt anschauen!

Ein toller Film mit einer spannenden Geschichte, atemberaubenden Bildern, überzeugenden Schauspielern und sehr gelungenem Soundtrack! Ich kann den Film nur jedem wärmstens weiterempfehlen!

27. April 2009
20:38 Uhr

von manymistakes

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