Filminfo zu

Rango

Rango

Animation, Komödie, Western. USA 2011.

Regie: Gore Verbinski

Den Piratenfilm hat Regisseur Gore Verbinski bereits neu erfunden (Fluch der Karibik-Trilogie) - jetzt ist der Western dran: Ein verwegenes Chamäleon (unverkennbar: Johnny Depp) ist der neue Sheriff in einer von Banditen drangsalierten Stadt. Klingt nach Spaghetti-Western? Ja, und ist außerdem noch das Animationsfilm-Debüt von Special-Effects-Gigant ILM und schlicht sensationell originell!

Filmstart: 4. März 2011

Eine staubige Landstraße. Ein seltsames Geräusch. Ein knalloranger Spielzeugfisch quert den Bildschirm. Der erste Teaser zu Rango ließ den Zuschauer ratlos zurück: Was hat aufziehbares Kinderspielzeug in einem Western verloren? Nun, genau so viel wie ein Chamäleon. Und damit hat Regisseur Gore Verbinski, von dem auch die Idee zu Rango stammt, gleich einmal allen klar gemacht: Das wird nicht einfach nur ein animierter Western mit Reptilien, Vögeln und allerhand gemeinhin als unappetitlich empfundenen Kreaturen als Helden, sondern ein richtig schräges Filmchen. So, wie Captain Jack Sparrow nicht einfach nur ein Pirat ist, sondern ... einzigartig. Johnny Depp eben. Auch Rango, das Chamäleon, IST Johnny Depp. Wie das geht, dazu mehr weiter unten.
Inzwischen wissen wir: Der aufziehbare Spielzeugfisch ist Mr. Timms. Und er spielt eine wesentliche Rolle im Leben von Chamäleon Rango, ist sowas wie ein spiritueller Führer. Denn Rango, müssen Sie wissen, steckt gerade mitten in einer schweren Identitätskrise. Das Leben im heimatlichen Terrarium ist nicht wirklich abendfüllend, Rango fühlt sich zu höherem berufen. Anpassung stand lang genug auf der Tagesordnung, jetzt wäre mal Abwechslung angesagt. Und tatsächlich: Der Zufall will es, dass Rango in der staubigen Weite des amerikanischen Südwestens strandet, in der Mojave-Wüste, in einem Kaff mit dem bezeichnenden Namen Dirt. Und dort, zwischen rücksichtslosen Revolverhelden, boshaften Banditen und schützenswerten Schönheiten findet Rango schließlich seine Bestimmung, sein wahres Ich, seinen inneren Helden. Nicht sofort, freilich. Ein Chamäleon im roten Hawaiihemd fällt schließlich auf in der Einöde, gibt einen schmackhaften Snack für einen Habicht ab. Und eine herrliche Zielscheibe für die ansässigen Gauner mit den nervösen Fingern am Abzug. Es dauert also eine Zeit, bis die eingeschüchterten Einwohner von Dirt einsehen, dass ein Sheriff mit unabhängig voneinander beweglichen Augen genau das ist, was dieser Stadt gefehlt hat. Jetzt ist Rangos Stunde gekommen. Noch ist zwar nicht zweifelsfrei heraußen, ob damit nicht auch das letzte Stündchen der Echse geschlagen hat, aber Rango hält sich tapfer. Und wenn Plan A nicht aufgeht, kann man als Chamäleon ja immer noch mit dem Hintergrund verschmelzen. Oder um Hilfe rufen ...

Johnny Depp hat sich schon in viele denkwürdige Charaktere verwandelt, von Edward mit den Scherenhänden über Don Juan bis hin zu Willy Wonka und dem verrückten Hutmacher. Ein Reptil ist allerdings sogar für ihn eine Premiere. Genau, wie die Technik hinter Rango. Diesmal wurden die animierten Alter egos nämlich auch gespielt, nicht nur gesprochen. "Emotion Capture" nennt Gore Verbinski dieses Verfahren, das zwischen herkömmlicher Animation und der unter anderem von Robert Zemeckis für Eine Weihnachtsgeschichte verwendeten Motion Capture Technik liegt. Für Rango wurden die Szenen von allen Beteiligten in angedeuteten Kulissen, in Kostümen und mit Requisiten vor der Kamera durchgespielt. So konnten die Animatoren von Industrial Light & Magic, die erstmals einen ganzen Animationsfilm fabrizierten, nicht nur Mimik und Stimme, sondern das gesamte Auftreten der lebenden Vorbilder auf die Figuren übertragen. Und dass Rango in den USA mit dem PG-Rating versehen wurde - grober Humor, unanständige Sprache, Action und Rauchen erfordern elterlichen Beistand - ist doch auch kein schlechtes Zeichen für alle, die mal Lust auf einen animierten und trotzdem nicht kindischen Johnny Depp haben.

Text:  Dina Maestrelli

Credits

Titel Rango
Originaltitel Rango
Genre Animation/Komödie/Western
Land, Jahr USA, 2011
Regie Gore Verbinski
Drehbuch John Logan
Musik Hans Zimmer
Produktion Graham King, Gore Verbinski, John B. Carls
Stimmen in der OV Ned Beatty, Timothy Olyphant, Johnny Depp, Ray Winstone, Isla Fisher, Abigail Breslin, Alfred Molina, Bill Nighy, Harry Dean Stanton
Verleih UPI

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

1 Kommentar

netter film

recht herzig; durchdachte charakteren; witzig

10. Mai 2011
10:49 Uhr

von booo

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