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Gurbet - In der Fremde

Gurbet

Dokumentation. Österreich 2007. 92 Minuten.

Regie: Kenan Kilic

Gastarbeiter in Österreich. Wie fühlt es sich an, 40 Jahre lang als Gast bezeichnet zu werden? Kenan Kiliç fragt in seiner Doku genauer nach.

Filmstart: 2. Oktober 2009

 

Sie sind gekommen, um zu bleiben - aber das wussten sie damals noch nicht: Türkische sogenannte Gastarbeiter, die Österreich in den Sechzigern und Siebzigern ins Land geholt hat und die immer noch da sind. Viele träumen immer noch von einer Heimkehr, während mittlerweile im Hof des Wiener Gemeindebaus schon die Enkerln spielen. Das Herz ist in der Heimat geblieben, während in Österreich das Leben stattfand. „Wir gehören nirgends richtig hin: Hier nennt man uns Ausländer, und daheim sind wir Deutschländer!" klagt einer, der fern der Heimat grau geworden ist.

Regisseur Kenan Kiliç, der in der Türkei geboren wurde und mit 19 nach Österreich gekommen ist, kennt das Gefühl des Fremdseins. Er hat mit Gurbet (bedeutet übersetzt „in der Fremde") eine Dokumentation über türkische Arbeitsemigranten gedreht, in türkischer Sprache, mit viel Tränen und Melancholie. Viele leben in einer Art Parallelwelt, manche haben nie richtig Deutsch gelernt, auch in der Hoffnung, spätestens nächstes Jahr heimzukehren. Doch dieser Zeitpunkt ist nie gekommen ...

„Man hat Arbeitskräfte gerufen, und es kommen Menschen" - dieses Zitat von Max Frisch, dem Film vorangestellt, bringt das Dilemma auf den Punkt. Die erste Generation der Arbeiter, die vor 40 Jahren hergekommen sind, ist pensionsreif. Daheim sind sie fremd geworden, hier sind sie immer noch nicht heimisch. Neun Blickwinkel, neun verschiedene Geschichten und Schicksale erzählt der Film, teils dramatisch, teils erfolgreich - und gibt damit der anonymen Masse der Gastarbeiter endlich ein Gesicht und eine Stimme

Text:  Magdalena Miedl

Credits

Titel Gurbet - In der Fremde
Originaltitel Gurbet
Genre Dokumentation
Land, Jahr Österreich, 2007
Länge 92 Minuten
Regie Kenan Kilic
Drehbuch Kenan Kilic
Kamera Robert Angst, Kenan Kilic
Schnitt Kenan Kilic
Musik Metin Meto
Produktion Monika Maruschko, Andreas Ungerböck
Darsteller Hatice Çakir, Vahit Toy, Kemal Akin, Cemalettin Çuhaci, İpek Daĝ, Saniye Özoĝlu, Hasan Özoĝlu, Hüseyin Ateş, Cahit Çakir
Verleih Polyfilm

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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