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Die Päpstin

Die Päpstin

Drama, Literaturverfilmung. Deutschland, GB 2009. 137 Minuten.

Regie: Sönke Wortmann
Mit: David Wenham, Johanna Wokalek, John Goodman

Auf dem heiligen Stuhl saß auch einmal eine Frau. Legende oder unterdrückte Wahrheit? Ausnahmeschauspielerin Johanna Wokalek glänzt als Päpstin Johanna in der groß angelegten Bestsellerverfilmung von Sönke Wortmann.

Filmstart: 23. Oktober 2009

"Eva hat vom Apfel der Erkenntnis gekostet, weil sie nach dem Wissen gesucht hat. Adam hat nur davon abgebissen, weil ihn Eva darum gebeten hat. Warum also sollen Frauen nicht dafür geeignet sein, zu lernen?“

Johanna, geboren 814, ist ein ungewöhnlich begabtes Kind. Nach vielen Schlägen und Demütigungen schafft sie es tatsächlich, an der Domschule aufgenommen zu werden - als erstes und einziges Mädchen. Bildung war damals allein den Männern vorbehalten, Frauen galten bestenfalls als geborene Dienerinnen, schlimmstenfalls als Werk des Leibhaftigen.

Johannas einziger Lichtblick neben ihren geliebten Büchern ist die Freundschaft zum jungen Grafen Gerold (Der Herr der Ringe-Prinz David Wenham). Doch dessen eifersüchtige Ehefrau sabotiert das junge Glück, und nach vielen Irrungen landet Johanna schließlich im Kloster - als Mann, mit abgeschnittenen Haaren und eng eingefaschtem Oberkörper. Frauen war der Zutritt hinter die Klostermauern verwehrt.

Als "Bruder Johannes Anglicus" wird Johanna mit ihrer Klugheit und ihren medizinischen Kenntnissen zum veritablen Star des Klosters. Fast vergisst sie, dass sie eigentlich eine Frau ist - nur einmal im Monat wird sie schmerzlich daran erinnert. Doch dann wird Johanna, die sich stets mit äußerster Hingabe um die Kranken kümmert, selber schwer krank. Ihre Mitbrüder wollen sie entkleiden, um sie zu waschen - im letzten Augenblick kann sie fliehen, eine Enttarnung hätte ihren Tod bedeutet.

Nach ihrer Genesung schließt sich Johanna einer Pigergruppe an, die nach Rom reist - als Mann, sonst wäre das zu gefährlich. Dort wird sie mit ihrem umfangreichen medizinischen Wissen auch dringend gebraucht. Der Papst (John Goodman) liegt im Sterben. Johanna gelingt es, ihm das Leben zu retten, und wird gleich dabehalten: Als Leibarzt des Oberhauptes der christlichen Kirche. Mit Weisheit und Klugheit macht sie sich bald auch als persönliche Beraterin des Pontifex Maximus unentbehrlich, und nach dessen Tod steht ihr der Weg nach ganz oben offen. Da wird sie noch einmal mit aller Macht an ihre Weiblichkeit erinnert: Plötzlich steht Gerold vor ihr, ihre erste und einzige große Liebe ...

"Frauen müssen doppelt so gut sein wie Männer, um nur halb so viel zu erreichen." Ob die Legende von der klugen und weisen Johanna, der einzigen Frau unter der langen Reihe von männlichen Päpsten, auf Tatsachen beruht, wird wohl nie wirklich geklärt werden. Hat man, wie viele glauben, alle Zeugnisse von ihr nachträglich gelöscht, weil ja nicht sein kann, was nicht sein darf - oder hat es sie tatsächlich nie gegeben? Eine spannende Frage, vor allem in einer Welt, in der die Geschichte hauptsächlich von den männlichen Machthabern geschrieben wurde und wird. Die US-Schriftstellerin Donna Woolfolk Cross widmete der Päpstin Johanna 1996 einen Bestseller, den Filmemacher Sönke Wortmann (Der bewegte Mann, Das Superweib) seinem neuesten Film zugrunde legte. Eine spannende Geschichte aus einer Zeit, deren Härte und Düsternis man sich heute kaum mehr vorstellen kann - und in der doch viele Konflikte bis heute ihre brennende Aktualität bewahrt haben.

Text:  Gini Brenner

Credits

Titel Die Päpstin
Originaltitel Die Päpstin
Genre Drama/Literaturverfilmung
Land, Jahr Deutschland/GB, 2009
Länge 137 Minuten
Regie Sönke Wortmann
Drehbuch Sönke Wortmann, Heinrich Hadding nach dem gleichnamigen Roman von Donna Woolfolk Cross
Kamera Tom Fährmann
Schnitt Hans Funck
Produktion Oliver Berben, Martin Moszkowicz
Darsteller David Wenham, Johanna Wokalek, John Goodman, Iain Glen, Anatole Taubman, Jördis Triebel
Verleih Constantin Film

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

2 Kommentare

Gelungen

Vor vielen Jahren gelesen, jetzt im Kino gesehen. Die Darstellerin von Johanna ist zwar etwas zu "aufgesetzt" aber alles in allem eine, schöne, spannende Geschichte!

26. Oktober 2009
17:58 Uhr

von chica1

Gelungen, ja.

Ich war schon gespannt, ob der Film nach dem wirklich sehr guten Buch etwas hergibt.

Ja! Gibt er!

Die guten Figuren sind authentisch, haben auch gute, bekannte Schauspieler erwischt, die bösen, dunklen Figuren leiden unter den Gesichtern von Nobodys, welche unzureichend die Bedrohlichkeit und Spannung wiederspiegeln, wie es zB. Anastasius in der Romanvorlage tut.

Alles in allem: 122 Minuten guter Filmgenuss!

1. November 2009
12:04 Uhr

von yothu

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