Filminfo zu

Wenn Liebe so einfach wäre

It's Complicated

Liebeskomödie. USA 2010.

Regie: Nancy Meyers
Mit: Steve Martin, Alec Baldwin, Meryl Streep

Liebe, Scheidung und alles, was dazwischen liegt. Meryl Streep, Alec Baldwin und Steve Martin in einer hinreißend erwachsenen Liebes- und Lebenskomödie von Nancy Meyers (Was das Herz begehrt).

Filmstart: 22. Januar 2010

Alte Liebe rostet nicht. Zehn Jahre nach ihrer Scheidung sind Jane Adler (Meryl Streep) und ihr Ex-Mann Jake (Alec Baldwin) plötzlich wieder verrückt nach einander. Gegen jede Logik. Ein Abendessen, Wein, die gemeinsamen Erinnerungen, noch mehr Wein und schon ist es passiert. Stimmt schon, der Groll frühere Tage ist verflogen, man hat sich immer ganz gut verstanden, aber Jake ist verheiratet! Gut, für ihn ist es nicht das erste Mal. Er hat auch Jane damals betrogen. Aber jetzt ist Jane "die andere Frau". Fühlt sich komisch an, so anstößig. Und aufregend zugleich. Jane hat also eine Affäre mit ihrem verheirateten Ex-Mann – und keine Lust, sich dafür zu schämen. Warum auch, sie ist unabhängig, eine erfolgreiche Geschäftsfrau, die Kinder sind erwachsen und aus dem Haus – wobei, mit den Kindern ist das so eine Sache. Die müssen eigentlich nicht unbedingt von dieser neu entflammten Leidenschaft ihrer Erzeuger wissen. Zwar dauert es nicht lange, bis Harvey (John Krasinski), der künftige Schwiegersohn der Adlers, zufällig hinter das Geheimnis der beiden Turteltäubchen kommt, aber der kann den Mund halten.

Heimliche Verabredungen, Schmetterlinge im Bauch, toller Sex, offene Gespräche: Zwischen Jane und Jake geht es richtig ab. Es ist ganz anders als früher, besser. Jake bringt es auf den Punkt: Das Eheleben mit all seinen Sorgen und Problemen, die damals zur Trennung geführt haben, gibts nicht mehr. Viel unbeschwerter geht man heute miteinander um. Wäre es früher auch nur ein bisschen mehr so wie heute gewesen, Jake wäre nie fremdgegangen, man hätte sich nie getrennt. Mit seiner blutjungen Ehefrau, dieser zunehmend hysterischen Sexbombe, die um jeden Preis schwanger werden will, kann Jake plötzlich nichts mehr anfangen. Er fühlt sich so wohl bei Jane und will die zweite Chance aufs neue Glück unbedingt ergreifen. Oder ist da der Wunsch Vater von Jakes Gedanken? Denn zweifellos genießt Jane die Zeit zu zweit, aber die einzigen Zukunftspläne, die sie im Moment schmiedet, sind die vom Umbau ihres Hauses. An dieser Stelle kommt Adam (Steve Martin) ins Spiel, Architekt und genau wie Jane geschieden und ungebunden. Bald wird Jane herausfinden, dass es sich mit dem auch gut Wein trinken lässt. Und lachen. Und Gras rauchen. Argwöhnisch beobachtet Alpha-Männchen Jake die neue Entwicklung, und hat ganz sicher nicht vor, Adam "seine" Jane kampflos zu überlassen. Jetzt wirds kompliziert ...

"Die Idee, dass zwei Ex-Partner heimlich wieder zusammenfinden, hat mich fasziniert" erzählt Nancy Meyers, die sich schon mit Was das Herz begehrt wunderbar warmherzig den Stolpersteinen gewidmet hat, die auf dem Weg zu später Liebe lauern können – und wie man sie umschifft. Auch wenn man es schwer für möglich hält, dass sich das Love Triangle aus Was das Herz begehrt, nämlich Diane Keaton, Jack Nicholson und Keanu Reeves, noch toppen lässt, Nancy Meyers ist genau das gelungen: Wie Alec Baldwin und Steve Martin, machomäßig heißblütig der eine, sensibel und reserviert der andere, um die Traumfrau Meryl Streep herumschleichen, ist einfach umwerfend. Natürlich begnügt sich Meyers nicht mit den zahlreichen komischen Momenten, die sich aus dieser Konstellation zwangsläufig ergeben. Feinfühlig und mit viel Lebenserfahrung zeichnet sie glaubwürdige Charaktere, die man gerne durch diesen turbulenten Lebensabschnitt begleitet. Damit erweist sich die Sechzigjährige wieder einmal als verlässliche Wegweiserin durch das emotionale Minenfeld, das sich Liebe nennt.

Text:  Dina Maestrelli

Credits

Titel Wenn Liebe so einfach wäre
Originaltitel It's Complicated
Genre Liebeskomödie
Land, Jahr USA, 2010
Regie Nancy Meyers
Drehbuch Nancy Meyers
Kamera John Toll
Schnitt Joe Hutshing, David Moritz
Musik Hans Zimmer, Heitor Pereira
Produktion Scott Rudin, Nancy Meyers
Darsteller Steve Martin, Alec Baldwin, Meryl Streep, Rita Wilson, John Krasinski
Verleih UPI

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

1 Kommentar

eine Komödie mit Längen und unerwartetem Ernst...

Von Regisseurin Nancy Meyers hätte ich mir mehr erwartet, zumal ich ihren Humor bei "Was Frauen wollen" herrlich und auch auch "Was das Herz begehrt" unterhaltsam fand. "Wenn Liebe so einfach wäre" plätschert dahin, die urwitzigen Szenen aus dem Trailer sind aber nahezu die einzigen dieses Streifens. Über weite Strecken ist diese Komödie langatmig oder nimmt sich gar ernst! Meryl Streep schmunzelt sich charmant-schlagfertig aber gefühlsmäßig zerrissen durch den Film, der sonst wie eine langatmige Folge "Desperate Housewives" anmutet. Auch Alec Balwin und Steve Martin (ungewohnt schüchtern) bieten eine solide Darstellung, können aber das Konzept nicht retten. Und dass der Film dann nicht einmal das erwartete Versöhnungs-Happy End hat, hinterläßt einen absolut schalen Nachgeschmack und schickt den Kinobesucher irgendwie "unverrichteter Dinge" nach Hause.

1. Februar 2010
23:15 Uhr

von gothicvoice

Kommentar verfassen

Um Kommentare verfassen zu können, musst du eingeloggt sein.

Falls du bereits registrierter SKIP User bist, gehe zum , solltest du noch kein Benutzerprofil haben, kannst du dich hier registrieren.