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Kleine Verbrechen

Mikro eglima

Komödie. Griechenland 2008. 85 Minuten.

Regie: Christos Georgiou
Mit: Aris Servetalis, Viki Papadopoulou, Antonis Katsaris

Nachwuchs-Polizist Leonidas tritt seinen Dienst auf einer entlegenen Insel in der Ägäis an – und ist von der sonnigen Idylle massiv unterfordert. Bis eine Leiche auftaucht – und kurz darauf eine schöne TV-Moderatorin aus Athen, die einst hier geboren wurde. Eine verzaubernde Komödie aus Griechenland.

Filmstart: 28. August 2009

Wilde Verfolgungsjagden, organisiertes Verbrechen, Schießereien und Heldentaten: So hatte sich Leonidas (Aris Servetalis) seinen Traumberuf ausgemalt, als er noch auf die Polizeischule in Athen ging. Jetzt tritt er den Dienst an seinem ersten Arbeitsplatz an. Und der könnte nicht weiter von seinen wilden Träumen entfernt sein. Auf dem entlegenen, sonnig-vertäumten Inselchen, wo man ihn hinversetzt hat, dürfte zuletzt im Zweiten Weltkrieg ein Schuss zu hören gewesen sein – wenn überhaupt. Heute ist in der schroffen, staubig-schönen Landschaft vor allem Ruhe und Eintracht angesagt. Die Bewohner genießen bei Bienenstich und Milchreis, Ouzo und Oliven ihr ruhiges Dasein und haben keinen Anlass anzunehmen, dass sich daran irgendwas ändern sollte. Dass plötzlich ein junger Polizist durch die Gegend wuselt, der aus Ermangelung größerer Verbrechen reichlich Abmahnungen für das Überfahren roter Ampeln, Nacktbaden oder vergessene Führerscheine austeilt und auch mal ein allzu klappriges Auto aus dem Verkehr ziehen lässt, bringt da noch lange niemanden aus der Ruhe. Nur Leonidas vielleicht. Er sehnt sich einfach zusehr nach der Hektik der Großstadt, um sich in die allgemeine Gemächlichkeit einzufügen. Und dann passiert doch etwas. Der alte Zacharias (Antonis Katsaris) wird tot aufgefunden, von einer Klippe gestürzt. Warum der Mann, der die Insel wie seine Westentasche kannte, vor dem Fall noch seine Schuhe ausgezogen und fein säuberlich abgestellt hat, ist Leonidas ein Rätsel. Selbstmord? Schwer vorstellbar – kein Motiv. Mord? Ja, aber wer hat ein Motiv? Die Gelegenheit, einen „Tatort“ generalstabsmäßig abzuriegeln, hat Leonidas perfekt beim Schopf gepackt. Die Ermittlungen in dem Todesfall aber laufen schnell komplett aus dem Ruder. Jeder hat eine andere Story für den jungen Polizisten. Und eine ist abstruser als die andere. Aber dann kommt doch noch Bewegung in die Sache. Angeliki (Viki Papadopoulou), die einst zwecks TV-Karriere ins ferne Athen ausgezogene schönste Tochter der Insel, kehrt unerwartet zurück – mit ihrer spröden Mutter Frau Pleiades (Rania Oikonomidou) im Gepäck. Angeliki hat es zu veritabler Berühmtheit gebracht, jeder kennt sie. Und Leonidas ist gleich mal Hals über Kopf verliebt. Aber Angeliki hat auch einiges mit dem Tod von Zacharias zu tun. Und während Leonidas Schritt für Schritt dem Geheimnis auf die Spur kommt, merkt er gar nicht, dass die unwiderstehliche Schönheit der Insel ihn zusehends gefangen nimmt und langsam, aber sicher zu einem der Ihren macht. Als dann plötzlich der ersehnte Versetzungsbefehl nach Athen kommt, freuen sich irgendwie alle – bis auf Leonidas …

Herrlich schrullig ist diese in ihrer Heimat äußerst erfolgreiche Komödie solange, als wir gemeinsam mit dem jungen Leonidas die kauzigen, leicht verrückten Bewohner und ihre Marotten und kleinen Verbrechen kennenlernen und miterleben, wie die Energie des Großstädter im überhitzten Staub der Insel verpufft. Bald gesellt sich aber jene fast unwirkliche Intensität dazu, die Griechenland-Kennern bestimmt vertraut ist – nämlich das Gefühl, dass man nie wieder von hier fort will. Eine immer wieder smarte und einfallsreiche Krimikomödie – mit zauberhaft schönen Bildern und sehr viel schauspielerischem Charme in Szene gesetzt.

Text:  Klaus Hübner

Credits

Titel Kleine Verbrechen
Originaltitel Mikro eglima
Genre Komödie
Land, Jahr Griechenland, 2008
Länge 85 Minuten
Regie Christos Georgiou
Drehbuch Christos Georgiou
Kamera Yorgos Giannelis
Schnitt Isabel Meier
Musik Kostantis Papakonstantinou
Produktion Thanassis Karathanos
Darsteller Aris Servetalis, Viki Papadopoulou, Antonis Katsaris, Panayiotis Benekos, Evgenia Dimitropoulou
Verleih Polyfilm

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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