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Plastic Planet

Plastic Planet

Dokumentation. Österreich 2009. 95 Minuten.

Regie: Werner Boote

Fantastic Plastic. Die Erfindung der Kunststoffe hat die Welt verändert. Doch Plastik ist nicht nur praktisch, bunt und abwaschbar - sondern kann zur tödlichen Bedrohung werden. Faszinierende Doku über die vielen dunklen Geheimnisse eines allgegenwärtigen Werkstoffs.

Filmstart: 18. September 2009

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts können synthetische Kunststoffe vulgo Plastik industriell in großen Mengen hergestellt werden, und seither hat sich unsere Welt, unser Alltag dramatisch verändert. So sehr, dass unsere Ära wohl als das "Plastik-Zeitalter" in die Geschichte eingehen wird. Kunststoffe werden, einfach erklärt, hergestellt, indem Moleküle (z. B. von Erdöl) aufgespalten und dazu gebracht werden, sich neu zu ungleich größeren Molekülgebilden, den "Polymeren", zusammenzusetzen. In vielen weiteren Arbeitsschritten werden diese Polymere in sogenannte Pellets gebündelt, Millionen kleine Plastikkugeln, aus denen dann, veredelt mit jeder Menge weiteren Zutaten (Farben, Weichmachern, Stabilisatoren ...) alle Arten von Plastikprodukten, wie wir sie kennen, hergestellt werden. Doch diese enorme Bequemlichkeit hat einen hohen Preis: Hinter der bunten, freundlichen und schmutzabweisenden Oberfläche lauern tödliche Gefahren - und das ist keineswegs übertrieben. Bei der Produktion und Verarbeitung der verschiedenen Kunststoffe kommen oft hochgiftige Substanzen zum Einsatz - die im fertigen Produkt keineswegs von selbst verschwinden. Ganz im Gegenteil, sie lösen sich im Gebrauch nach und nach und machen krank. Die Schädlichkeit des praktisch weichen und stabilen Kunststoffs PVC etwa, das krebserregende Substanzen freisetzt, ist längst bekannt, der Verkauf von PVC-Produkten in der EU streng reglementiert. Doch welcher Konsument kann schon zwischen Polyethylen, Polypropylen und Polycarbonat unterscheiden? Der österreichische Filmemacher Werner Boote ging in seiner brisanten und superspannenden Doku, für die er ein Jahrzehnt lang recherchierte, den vielen Geheimnissen der Plastikherstellung nach. Packende Reportage, hochinteressante Interviews und clevere Animationen vermitteln ein umfassendes Bild der schockierenden Wahrheit hinter den unzerbrechlichen Versprechungen: Was Boote in seinem Film aufdeckt, lässt einem die Haare zu Berge stehen. Dass etwa auch in unserer kampfkontrollierten Gesellschaft niemand genau weiß, was wirklich alles drin ist im Plastik - die Herstellung des wertvollen "Rohstoffs" Plastik-Pellets liegt nämlich in der Hand einiger weniger Großkonzerne, viele davon in China, die Rezepturen bleiben steng gehütetes Industriegeheimnis. Dass die Entsorgung der Millionen Tonnen Plastikmüll, die unsere Wegwerfgesellschaft jährlich achtlos fallen lässt, zur ernsthaften Bedrohung für unseren Planeten wird. Und dass viel zu viele der Kunststoffe, bei denen man weiß, dass sie Stoffe enthalten, die das Erbgut schädigen oder krebsfördernd sind, nach wie vor allgegenwärtig sind, täglich und hautnah an uns, unseren Kindern und unseren Lebensmitteln.

Text:  Kurt Zechner

Credits

Titel Plastic Planet
Originaltitel Plastic Planet
Genre Dokumentation
Land, Jahr Österreich, 2009
Länge 95 Minuten
Regie Werner Boote
Drehbuch Werner Boote
Kamera Thomas Kirschner
Schnitt Ilana Goldschmidt, Cordula Werner, Tom Pohanka
Musik The Orb
Produktion Thomas Bogner, Daniel Zuta
Verleih Thimfilm

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

1 Kommentar

Dokus

Der Film bewegt einen über unsere Gesellschaft nachzudenken. Echt erschreckend wie viel Plastik es schon gibt. Eigentlich sollte sich jeder intelligente Mensch den Film anschauen.

20. April 2010
14:02 Uhr

von JamesBond007

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