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Tetro

Tetro

Drama. Argentinien, Italien, Spanien, USA 2009. 125 Minuten.

Regie: Francis Ford Coppola
Mit: Vincent Gallo, Klaus Maria Brandauer, Maribel Verdú

Familientherapie für Fortgeschrittene: der jüngste Film von Großmeister Francis Ford Coppola (Der Pate) wühlt in düsteren Sippschafts-Geheimnissen. Vincent Gallo gibt den renitenten Sohn und kein Geringerer als „unser“ Klaus Maria Brandauer den Übervater.

Filmstart: 18. Dezember 2009

Buenos Aires in Schwarzweiß: Der junge New Yorker Bennie Tetrocino (Alden Ehrenreich), als Kellner auf einem Kreuzfahrtschiff tätig, überrascht seinen darob wenig erfreuten älteren Bruder Angelo (Vincent Gallo) mit einem Besuch. Angelo ist vor zehn Jahren untergetaucht, nennt sich inzwischen Tetro und lebt als erfolgloser Schriftsteller und Gelegenheits-Beleuchter in Argentinien. Er verbringt sein Leben in den Kaffeehäusern der örtlichen Boheme. Der Grund für sein einstiges plötzliches Verschwinden: der gemeinsame Vater Carlo Tetrocino, Dirigent von Weltruhm auf der Bühne, übermächtige Vaterfigur zuhause mit schier unerfüllbaren Ansprüchen an seine Söhne, grenzenlos bei der Erfüllung seiner eigenen Bedürfnisse. Bennies Fragen nach der Familiengeschichte und dem tragischen Tod der Mutter bei einem Autounfall (am Steuer saß der große Bruder) stoßen bei Angelo auf wütende Abwehrreaktionen und unverholenen Zorn. Als Angelos Tänzer-Freundin Miranda (Maribel Verdú) freundlich und mütterlich versucht, zu vermitteln, zieht sie sich ebenfalls dessen Ablehnung zu. Doch Bennie entdeckt Angelos spiegelverkehrt abgefasste Text-Entwürfe und findet dort auch erste Antworten auf seine Fragen. Er flickt das unvollendete Theaterstück seines Bruders auf eigene Faust zusammen, setzt ihm das notwendige Ende auf und reicht es auch gleich beim berühmtesten Festival Argentiniens ein, das von einer ehemaligen Förderin Angelos geleitet wird. Die gewagte Draufgabe: als Autoren gibt er sich selbst und den Bruder an. Die Reise zum Festival kann also nur in Dramen auf und abseits der Bühne resultieren – familiäre Abgründe tun sich auf …


Francis Ford Coppolas eigener Vater war ein berühmter Dirigent. Sein Drehbuch ist zwar keine Jugenderinnerung, der Clan der Coppolas mit seiner Familien- und Machtstruktur diente dem Filmemacher allerdings bereits für Der Pate als Inspiration. In strengem Schwarzweiß geht er einer Familientragödie nach, hinter der ein größenwahnsinnigen Patriarch steckt: Der unvergleichliche Klaus Maria Brandauer gibt diesen selbstherrlichen, im Applaus versinkenden Vater, wie nur er es kann (den älteren, vom Erfolg gemiedenen Bruder Onkel Alfie spielt er mit Augenzwinkern als Doppelrolle). Kultfigur Vincent Gallo (The Brown Bunny, Trouble Every Day, Buffalo ’66) dagegen ist prädestiniert für die Titelrolle des widerborstigen, unverstandenen und unversöhnlichen „angry young man“ und bietet dem hübschen Alden Ehrenreich (schön wie der junge Leo DiCaprio) eine perfekte Projektionsfläche.
Wie sagte Klaus Maria Brandauer bei der Österreich-Premiere des Films anlässlich der Viennale im Gartenbaukino so schön: "Es handelt sich hier um ein echtes Familiendrama. Viel Vergnügen!"

Text:  Julia Pühringer

Credits

Titel Tetro
Originaltitel Tetro
Genre Drama
Land, Jahr Argentinien/Italien/Spanien/USA, 2009
Länge 125 Minuten
Regie Francis Ford Coppola
Drehbuch Francis Ford Coppola
Kamera Mihai Malaimare Jr.
Schnitt Walter Murch
Musik Osvaldo Golijov
Produktion Francis Ford Coppola
Darsteller Vincent Gallo, Klaus Maria Brandauer, Maribel Verdú, Carmen Maura, Alden Ehrenreich
Verleih Stadtkino

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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