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Moon

Moon

Science-Fiction, Thriller. GB 2008. 97 Minuten.

Regie: Duncan Jones
Mit: Sam Rockwell, Dominique McElligott

Mann auf dem Mond. Ein beinharter, aber einträglicher Job: drei Jahre alleine auf einem computergesteuerten Space-Bergwerk. Doch kurz vor der Rückkehr passiert Sam (Sam Rockwell) ein folgenschwerer Unfall ... Großartiges Sci-Fi-Debüt von David Bowies Sohn Duncan Jones.

Filmstart: 1. Oktober 2010

"I am the one and only ...!!!“ Viel zu laut und penetrant fröhlich plärrt 90s-One-Hit-Wonder Chesney Hawkes aus dem Radiowecker, der Sam Bell (grandios: Sam Rockwell) jeden Tag aus dem Schlaf holt. Aber Sam hört es mit Freude: Wieder eine Nacht weniger, die ihn von der Erde und seiner Familie trennt. Für drei lange Jahre hat Sam sich verpflichtet, als Techniker auf der sonst völlig unbemannten Mondstation Sarang den reibungslosen Ablauf des Helium-3-Abbaus zu überwachen. Wir schreiben die nahe Zukunft. Helium-3, das in großen Mengen auf der Mondoberfläche vorkommt, ist die Lösung für die Energiekrise der Menschheit. Und Sams Arbeitgeber, die US-Firma Lunar Industries, hat das Monopol auf die Gewinnung des kostbaren Brennstoffs.
Die drei Jahre sind fast vorbei - Sam kommen die paar Wochen bis zu seiner Heimkehr wie eine kleine Ewigkeit vor. Die Funkverbindung zur Erde ist seit längerem unterbrochen, Lunar Industries hat die Reparatur nie hinbekommen, und jetzt zahlt sie sich wohl auch nicht mehr wirklich aus. So war die Kommunikation mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter auf gelegentliche Videobotschaften beschränkt. Sams einziger Gefährte ist der sprechende Computer Gerty (Stimme im Original: Kevin Spacey) - glaubt er zumindest. Denn plötzlich hat Sam seltsame Visionen von einem jungen Mädchen, das sofort verschwindet, wenn er sich nähert. Ja klar, denkt man, der Typ wird schön langsam irre, so allein da oben - man kennt das ja, aus Solaris und so. Aber dann baut Sam bei einer Kontrollfahrt zur Abbaustelle, abgelenkt von einer neuerlichen Vision, einen Unfall, bei dem er fast draufgeht. Er erwacht in der Krankenstation, und hat das untrügliche Gefühl, dass da was ganz und gar nicht stimmt - abgesehen von seinen gebrochen Knochen. Trotz Gertys heftigem Protest schafft Sam es, an die Unfallstelle zurückzukehren - und was er dort findet, hebt sein gesamtes Weltbild aus den Angeln ...

Für Musik hat sich Duncan Jones nie so wirklich interessiert, auch wenn sein Vater David Jones unter dem Namen David Bowie als genialer Popmusiker in die Geschichte einging. Aber die Künstler-Gene haben sich trotzdem durchgesetzt. Duncan war als Werbe- und Videoregisseur schon länger enorm erfolgreich, und sein Langfilm-Debüt ist das rare Beispiel eines fast perfekten Sci-Fi-Movies: superspannend von der ersten Einstellung an und trotzdem von tiefer Weisheit und Schönheit; inspiriert von den ganz großen Genre-Klassikern und trotzdem ein eigenständiges Werk, das hinter seinen zahlreichen cleveren Anspielungen genug Substanz hat, um auch Sci-Fi-Neulinge zu fesseln. Der tolle Score stammt übrigens nicht von Papa Bowie ("Wir haben wirklich sehr unterschiedliche Auffassung von Musik!“), sondern vom Briten Clint Mansell, der nicht nur mit seinem genialen Soundtrack zu Darren Aronofskys Requiem For a Dream, sondern auch als Frontman der 80s-Band Pop Will Eat Itself in der Pop-Geschichte seine Spuren hinterließ.

Text:  Gini Brenner

Credits

Titel Moon
Originaltitel Moon
Genre Science-Fiction/Thriller
Land, Jahr GB, 2008
Länge 97 Minuten
Regie Duncan Jones
Drehbuch Nathan Parker
Kamera Gary Shaw
Schnitt Nicolas Gaster
Musik Clint Mansell
Produktion Stuart Fenegan, Trudie Styler
Darsteller Sam Rockwell, Dominique McElligott
Stimmen in der OV Kevin Spacey
Verleih Polyfilm

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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