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Männertrip

Get Him to the Greek

Komödie. USA 2010. 109 Minuten.

Regie: Nicholas Stoller
Mit: Russell Brand, Jonah Hill

Ein cholerischer Labelchef, ein durchgeknallter Popstar, Sex, Drugs, Rock ’n’ Roll - und mittendrin ein verzweifelter PR-Assistent ... Parade-Enfant-terrible Russell Brand, Sean Combs und Jonah Hill in einem wilden, dreckigen, sau­komischen Filmtrip, der Hangover noch in den Schatten stellt.

Filmstart: 3. September 2010

Welcher Teufel den netten, dicklichen Plattenfirmen-Angestellten Aaron Green (Jonah Hill) geritten hat, seinem Label-Boss, dem despotischen Sergio Roma (Sean Combs, der endlich mal wirkliches Schauspieltalent beweist) eine Comeback-Tour von Aarons ganz großem Idol Aldous Snow (Russell Brand) vorzuschlagen, das wissen die Sterne. Und warum Sergio begeistert drauf einsteigt, ebenfalls. Die Wege mancher Chefs sind bekanntlich unergründlich - und willkürlich. Jedenfalls hat Aaron jetzt einen Riesenauftrag am Hals, seine ganz große Chance: Er soll Aldous in England abholen, nach New York zur legendären NBC Morning Show bringen und ihn schließlich zum megamäßigen Comeback-Konzert im Greek Theater in Los Angeles (daher der Originaltitel Get Him to the Greek) eskortieren. Und das alles in drei Tagen.
Ausgerechnet Aldous Snow. Der ist der Archetyp des egomanischen Rockstars. Dass die Superstar-Karriere seit längerem ziemlich stagniert, ignoriert er ebenso wie die Tatsache, dass sein letztes, lächerlich überambitioniertes Album namens African Child ein kapitaler Flop war. Denn Aldous, eine laute, unkontrollierte Ausgeburt von Metrosexualität, schwebt auf einer permanenten Wolke aus Sex, Drogen und ja, auch ein bisschen Rock ’n’ Roll.
Aaron kennt das alles nur von fern - er ist in erster Linie Fan. Ausschweifungen sind ihm fremd wie Drogen oder wilder Sex. Auf seinen Trip mit Aldous Snow freut er sich jedenfalls wie ein kleines Kind. Aber nicht lange. Aaron ist schockiert von seinem durchgeknallten Schützling - und reichlich überfordert, denn die aufregende Aufgabe stellt sich als überlebensgroße Herausforderung dar: Zeitpläne sind für Snow generell Spießerkram, und auch die Notwendigkeit eines Comebacks erschließt sich ihm nur bedingt. Er hat Allüren bis über die Ohren, ist weltfremd wie ein Alien, ohne fremde Hilfe nicht überlebensfähig - aber sehr erfinderisch, wenns um die Befriedigung seiner momentanen Bedürfnisse geht. Und derer gibt es viele. Genommen wird, was sich grad anbietet, ohne Rücksicht auf Verluste. Wenn zum Beispiel ein schönes Groupie grad mit Sex lockt, dann sind die Flugtickets nach Übersee und die wartende Flughafen-Limo nicht mal Nebensache. Schnell ist auch Aaron nur mehr Teil dieser endlosen Party und kann gar nichts dagegen tun. Go with the flow, denkt er, und schafft es so irgendwann tatsächlich, den ausgeflippten Tunichtgut Aldous in den Flieger zu bekommen - freilich nur unter der Bedingung, in seinem eigenen Hintern für Aldous ein paar Drogen mit auf die Reise zu bringen. Nachdem der New-York-Zwischenstopp chaotischst, aber durchaus erfolgreich abgewickelt ist, muss noch ein Abstecher nach Vegas sein, wo Aldous seinen Singer-Vater (super: Colm Meaney) trifft. Und die Familientherapie endet wie sie enden muss: in einem Schlachtfeld aus Strippern und kaputter Einrichtung. Der Termin des großen Konzerts in L. A. rückt dramatisch näher, Aarons Verzweiflung wächst, und Aldous kommt schon wieder mit der nächsten bizarren Idee daher ...

Ein Dream Team auf Tour: Nicholas Stollers herrliche Komödie, die mit tatkräftiger Unterstützung der "üblichen Verdächtigen“ Jason Segel (Nie wieder Sex mit der Ex, Beim ersten Mal, Trauzeuge gesucht) und Judd Apatow (Jungfrau (40), männlich, sucht ..., Superbad) entstand, ist ein spektakulär unanständiges Rock-Road-Movie mit derbem Schmäh, genialen Pointen und grenzgenialen Gastauftritten von echten Rockstars wie Pink, Christina Aguilera und Metallica-Frontman Lars Ulrich. Wenn Ihnen Hangover gefallen hat, dann werden Sie hier das ultimative Rauscherlebnis davontragen.
Wem übrigens die Figur des Aldous Snow bekannt vorkommt, der täuscht sich keineswegs: Ihren ersten (Kurz-)Auftritt hatte die haarige Rampensau bereits in Nie wieder Sex mit der Ex - und der Typ ist wirklich viel zu schade für ein One Hit Wonder.

Text:  Kurt Zechner

Credits

Titel Männertrip
Originaltitel Get Him to the Greek
Genre Komödie
Land, Jahr USA, 2010
Länge 109 Minuten
Regie Nicholas Stoller
Drehbuch Nicholas Stoller
Kamera Robert D. Yeoman
Schnitt Michael L. Sale, William Kerr
Musik Lyle Workman
Produktion David L. Bushell, Rodney Rothman, Judd Apatow
Darsteller Russell Brand, Jonah Hill, Sean Combs, Rose Byrne, Colm Meaney
Verleih UPI

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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