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Hänsel & Gretel: Hexenjäger

Hansel & Gretel: Witch Hunters

Action, Fantasy. Deutschland, USA 2012. 88 Minuten.

Regie: Tommy Wirkola
Mit: Gemma Arterton, Jeremy Renner

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute. Ja eh, aber wo? Im Knusperhäuschen? Geh bitte. Hänsel und Gretel (Jeremy Renner, Gemma Arterton) irren zwar immer noch durch den dunklen Wald, doch jetzt sind sie erwachsen und hauptberuflich Hexenjäger. Übermütig-blutige 3D-Fantasy-Action wie sie den bekanntlich auch nicht gerade zimperlichen Gebrüdern Grimm bestimmt gefallen hätte.

Filmstart: 28. Februar 2013

Es war einmal ein Geschwisterpaar, Hänsel und Gretel, von den bitterarmen Eltern verlassen. Die Kinder verliefen sich im Wald, finster und bitterkalt, und stießen auf ein verlockend aussehendes Häuschen aus Pfefferkuchen fein, da schaute eine alte Hexe raus. "Wer knabbert an meinem Häuschen?" fragte sie, und lockte die Kinder mit gar freundlichen Worten hinein. Doch sie war ein menschenfressendes Ungeheuer und hielt Gretel als Dienstmagd gefangen, während sie Hänsel mästete, um ihn im Ofen zu braten, sobald er fett genug sein würde. Nur, zum Hexen-Happy-End ist es nie gekommen, sie selber landete nämlich im Ofen. Damit mag zwar das Märchen zu Ende sein, die Geschichte von Hänsel und Gretel fängt aber erst so richtig an.

15 Jahre nach den traumatischen Erlebnissen im Knusperhäuschen sind Hänsel (Jeremy Renner) und Gretel (Gemma Arterton) keine verängstigten Kinder mehr. Der Wald mag zwar immer noch finster und bitterkalt sein, aber er ist auch ihr Revier um Rache zu nehmen für das, was man ihnen angetan hat. Keine Hexe ist ihres abscheulichen Lebens sicher, wenn diese Geschwister ihrem blutigen Handwerk nachgehen. Als ausgewiesene Experten auf dem Gebiet der Hexen-Ausrottung, ziehen Hänsel und Gretel mit Armbrust und Schießgewehren aller Art im Gepäck umher, um einen Landstrich nach dem anderen von Hexen zu befreien. Aber nicht nur der jahrelangen Erfahrung in diesem Business sind ihre Erfolge zuzurechnen. Auf vorerst unerklärliche Weise ist das Geschwisterpaar nämlich nicht anfällig für die schwarze Magie der Hexen, schon damals im Knusperhäuschen blieben Flüche und Zaubersprüche wirkungslos. Ein klarer Startvorteil, den die beiden geschickt zu nutzen wissen.
Ein Hilferuf des Bürgermeisters (Rainer Bock) führt Hänsel und Gretel nach Augsburg. Die Stadt leidet unter den Angriffen der fliegenden Bestien, laufend verschwinden Kinder, die Bewohner trauen sich kaum mehr aus ihren Häusern. Die Superstars der Branche sollen diesem Treiben nun ein Ende setzen. Zwar meint auch der Sheriff der Stadt, der brutale Berringer (Peter Stormare), er habe beim Hexen-Hauen ein Wörtchen mitzureden, doch gegen Gretels Sturschädel zieht er den Kürzeren. Was ihn nicht daran hindert, weiter sein eigenes Süppchen zu kochen. Indes bestätigt sich eine Vermutung der beiden Hexenjäger: Augsburg wurde nicht zufällig zum Zentrum von derart geballter Hexen-Raserei. Hier verfolgt jemand einen Plan, und dieser Jemand ist ausgerechnet die mächtige Ober-Hexe Muriel (Famke Janssen). Und plötzlich sehen sich Hänsel und Gretel mit einer bitteren Erkenntnis über ihre Vergangenheit konfrontiert - und mit einer Gegenspielerin, die ihnen ernsthaft gefährlich werden kann ...

Hexengulasch in 3D. Noble Zurückhaltung ist nicht gerade eine Stärke des jungen Norwegers Tommy Wirkola. Eine blühende Fantasie hingegen schon. 2009 sorgte er mit Død snø für Furore: ein kurzweiliger Nazi-Zombie-Splatter-Streifen, der den Schnee blutbefleckt und das Publikum begeistert zurückgelassen hat. Mit seiner Idee, die Geschichte von Hänsel und Gretel nicht weniger tollkühn weiterzuspinnen, traf er dann genau den Geschmack eines Produzenten-Teams rund um Will Ferrell und Adam McKay (Ricky Bobby, Die Stiefbrüder, Die etwas anderen Cops). Und jetzt haben wir den Salat: Gemma Arterton steckt im knallengen Leder-Outfit und schießt scharf, Jeremy Renner ist im Hexen-Nahkampf nicht weniger treffsicher, und Famke Janssen ist als Chef-Hexe nicht nur schiach wie der Zins, sondern auch charakterlich so verdorben, dass man ihr von ganzem Herzen ein möglichst blutiges Ende gönnt.

Text:  Dina Maestrelli

Credits

Titel Hänsel & Gretel: Hexenjäger
Originaltitel Hansel & Gretel: Witch Hunters
Genre Action/Fantasy
Land, Jahr Deutschland/USA, 2012
Länge 88 Minuten
Regie Tommy Wirkola
Drehbuch Tommy Wirkola, Dante Harper
Kamera Michael Bonvillain
Schnitt Jim Page
Musik Atli Örvarsson
Produktion Will Ferrell, Adam McKay, Beau Flynn, Chris Henchy
Darsteller Gemma Arterton, Jeremy Renner, Famke Janssen, Peter Stormare, Pihla Viitala, Thomas Mann, Rainer Bock, Derek Mears
Verleih UPI

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

2 Kommentare

Märchenboom

Nach Schneewitchenverfilmungen kommt im Jahr 2012 auch Hänsel und Gretel?! Finde ich gut Märchen anders und mit mehr Action zu filmen. Diesen Film sehe ich mir jedenfalls an. Die 2 hauptdarsteller sind klasse und nicht wehrlos ;)

13. Januar 2012
15:55 Uhr

von Aniita

Gemetzel

Also, ich fand den Film nicht schlecht aber leider auch nicht gut. Ich persönlich bin ein großer Fan von Jeremy Renner und Gemma Arterton und habe mich daher einfach gefreut einen Film zu sehen in dem beide mitspielen, allerdings ist Hänsel und Gretel nicht unbedingt der tollste. Teilweise war er ganz witzig (Hänsel: "Don't eat the fucking candy!"), 3D war extrem gut gemacht aber die Abschlachterei der Hexen war nicht so meins.

28. Februar 2013
10:51 Uhr

von KayKay93

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