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Megamind

Megamind

Action-Komödie, Animation. USA 2010. 96 Minuten.

Regie: Tom McGrath

Blau ist das neue Böse. Oder doch das Gute? Denn Megamind ist nicht nur ein extrem einfallsreicher, hinterhältiger und hartnäckiger Schurke sondern auch einer mit Gewissen! Geniale Superhelden-Parodie von den Machern von Shrek und Madagascar, natürlich auch in 3D.

Filmstart: 3. Dezember 2010

Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis ... Kurz bevor ein schwarzes Loch zwei Planeten auf Nimmerwiedersehen verschluckt, starten zwei Raumkapseln ins All und nehmen Kurs auf die Erde. Die kostbare Fracht: zwei wenige Tage alte Alien-Babys! Dem Untergang ihrer Heimatplaneten entkommen, landen sie in Metro City - doch damit sind die Gemeinsamkeiten auch schon zu Ende. Während der schmalzlockige Fratz im weißen Strampler auf der Butterseite des Erdenlebens landet und sich zum allseits beliebten Charmebolzen Metro Man auswächst, legen der blaue Knirps und sein Begleiter Minion, ein Fisch mit schiefen Zähnen, eine Bruchlandung im Gefängnis hin. Keine gute Kinderstube, wie sich herausstellt. Der Kleine bleibt stets ein Außenseiter, steht der kriminellen Energie seiner Ziehväter äußerst aufgeschlossen gegenüber und stellt bald fest, dass es nur eines gibt, in dem er wirklich gut ist: böse zu sein. Und darauf konzentriert er sich fortan. Unter dem klingenden Namen Megamind liefert er sich mit Metro Man regelmäßig Schlachten um die Vorherrschaft in Metro City. Wobei es richtiger wäre, von Scheinkämpfen zu sprechen, denn während viele Duelle eindeutig zugunsten von Metro Man ausgehen, gelingt es Megamind nur fast, andere zu gewinnen. Es ist immer das gleiche: Superschurke entführt Mädchen, Superhero rettet Mädchen, Superschurke zieht sich in Superschurkenhöhle zurück, um neue Superschurkenboshaftigkeiten zu ersinnen. Und dann fängt alles wieder von vorne an. Gähn. Doch eines Tages passiert das Undenkbare. Einer von Megaminds hinrissigen Plänen zur Vernichtung seines Erzfeindes geht tatsächlich auf! Metro Man ist besiegt. Megamind triumphiert. Aber nicht lange ...
Bald wird sich Megamind nämlich eines einfachen Faktums des Universums schmerzlich bewusst: Ohne Gegenspieler gibts kein Duell, ohne Helden keinen Schurken. Yin und Yang, eh schon wissen. Seines Daseinszwecks beraubt und zu tiefst gelangweilt setzt Megamind den einzig logischen Schritt: Er "bastelt" sich halt einen Superhelden, damit er sich mit diesem dann wieder duellieren kann. Flugs wird Metro Mans DNS zu einem Superhelden-Serum verwurstet. Doch bevor sich Megamind noch einen würdigen Kandidaten für seine Impfung auswählen kann, kommt ihm Star-Reporterin Roxanne Ritchi in die Quere, und das Hero-Wundermittel landet in der Blutbahn von Loser Hal, Roxannes Kameramann. Der verwandelt sich zwar tatsächlich in den Superhelden Tighten, hat plötzlich Bizeps statt Bierbauch und kann fliegen. Doch, ist er ein würdiger Nachfolger des legendären Metro Man? Von wegen. Tighten findet die dunkle Seite der Macht nämlich viel lustiger als das Behüten der Einwohner von Metro City, die ihn ja nie ernst genommen haben, damals, als Hal. Aber jetzt, als Tighten, werden sie schon noch lernen, ihn zu respektieren. Metro City versinkt im Chaos, die Bewohner sind dem amoklaufenden Tighten völlig hilflos ausgeliefert. Megamind versteht gar nichts mehr. Wenn Tighten jetzt der Superbösewicht ist, und er sein Gegenspieler, macht ihn das nicht automatisch zum Superhero? Er, ein Held? Verkehrte Welt. Und doch: In Megamind schlummert nicht nur ein außerordentlich kreatives Superhirn, sondern auch ein gutes Herz. Ein Herz, dass er noch dazu längst an Roxanne Ritchi verloren hat. Mit ihr verbündet er sich schließlich auch, um Tighten das Handwerk zu legen. Keine leichte Aufgabe, Tighten ist seinem Schöpfer wirklich außerordentlich gut gelungen. Wenn nur Metro Man noch hier wäre, der würde dem misslungenen Experiment sicher in Nullkommanix ein Ende setzen ...

Neue Helden braucht das Land. Mit dem großartigen, dem brillanten, dem gutaussehenden, dem blauen Superhirn Megamind und seinem fischköpfigen Adlatus Minion versetzt Dreamworks dem Superhelden-Genre einen äußerst unterhaltsamen Frischekick. Klar gibts den auch in 3D zu bewundern, ganz besonders empfehlenswert ist in diesem Fall aber die Originalversion: Zwei der lustigsten Amerikaner überhaupt, Will Ferrell und Tina Fey, als Megamind und Roxanne, sowie Brad Pitt als Überdrüber-Superheld Metro Man muss man einfach gehört haben.

Text:  Dina Maestrelli

Credits

Titel Megamind
Originaltitel Megamind
Genre Action-Komödie/Animation
Land, Jahr USA, 2010
Länge 96 Minuten
Regie Tom McGrath
Drehbuch Alan J. Schoolcraft, Brent Simons
Schnitt Michael Andrews
Musik Lorne Balfe, Hans Zimmer
Produktion Justin Theroux, Denise Nolan Cascino, Guillermo del Toro, Lara Breay, Ben Stiller
Stimmen in der DF Bastian Pastewka, Oliver Kalkofe
Stimmen in der OV Jonah Hill, Ben Stiller, Justin Theroux, David Cross, Tom McGrath, Brad Pitt, J. K. Simmons, Will Ferrell, Tina Fey
Verleih UPI

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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