Filminfo zu

Predators

Predators

Fantasy, Horror. USA 2010.

Regie: Nimród Antal
Mit: Adrien Brody, Laurence Fishburne, Topher Grace, Danny Trejo

Gerade noch waren sie die gefährlichsten Lebewesen ihres Planeten, jetzt sind sie das Wild in einer extraterrestrischen Jagdveranstaltung: Adrien Brody, Laurence Fishburne, Danny Trejo und Alice Braga im dritten würdigen SciFi-Horror-Actioner um die transgalaktischen Alien-Jäger, inszeniert von Nimród Antal und produziert von Robert Rodriguez.

Filmstart: 9. Juli 2010

Egal, wie gut du bist in dem, was du tust: Es gibt immer einen, der dich schlagen kann. Das vergegenwärtigt der Großwildjäger in Afrika, dem Simbas Pranke gleich den Unterkiefer aus der Fratze fetzen wird, im selben Sekundenbruchteil, der dem US-Elitesoldaten in Kandahar bleibt, bevor die scheinbar harmlose 15-Jährige den Sprengstoffgürtel unter ihrer Burka zündet. Nun ist die Frage, ob man sich sicher fühlen kann, wenn man eines Tages völlig desorientiert in einem weder freiwillig noch je zuvor betretenen Dschungel erwacht und feststellt, dass man sich mitten in einem Aufmarsch der übelsten, skrupellosesten, verdorbensten Exemplare der brutalsten und kaputtesten Spezies befindet, die die kohlenstoffbasierte Biologie je hervorgebracht hat. Royce (Adrien Brody) wacht hoch über den Gipfeln dieses Dschungels auf. Im freien Fall, ohne eine Ahnung, wie er hierher gekommen ist. Erfreulicherweise hat man ihm einen Fallschirm umgeschnallt, und so schafft er es halbswegs wohlbehalten ins Dickicht hinunter. Dort trifft er alsbald auf die oben beschriebene Ansammlung von Wüstlingen, zu deren Anführer er werden wird, auch wenn er das jetzt noch nicht weiß. Royce sieht auf den ersten Blick aus, als könnte er keiner Fliege was zuleide tun. Aber in Wirklichkeit ist er ein Söldner ohne den geringsten Respekt vor dem Tod, der sich solange ausschließlich für sich selbst interessiert, bis jemand für etwas anderes bezahlt. Außerdem hat er die Wumme, die die größten Löcher in die Botanik reißt. Die längste hat er allerdings nicht. Die hat Isabelle (Alice Braga). Sie war bis vor kurzem in einem Black Ops-Team als Scharfschützin tätig. Ihr Schießprügel ist einer von der Sorte, die Stahlbetonwände durchschlägt und allem, das zu nahe an der Flugbahn des Projektils steht, einen Gewebeschock verpasst. Eine wirklich perverse Waffe, amerikanisches Fabrikat, klar, was sonst. Dann haben wir noch den zum Tod verurteilten Stans (Walton Goggins), der eigentlich in zwei Tagen in Saint Quentin hätte hingerichtet werden sollen, den Yakuza-Killer Hanzo (Louis Ozawa Changchien) mit seinem schneidigen Samurai-schwert, einen mexikanischen Drogengangster namens Cochillo (Danny Trejo) mit zwei handlichen Uzis, das russische Frontschwein Nikolai (Oleg Taktarov) mit einer gasbetriebenen, rotierenden Minigun, den wuchtigen Mombasa (Mahershalalhashbaz Ali) von den Todesschwadronen aus Sierra Leone und den Arzt Edwin (Topher Grace), von dem wir noch erfahren werden, warum er auf der Liste der meistgesuchten Verbrecher des FBI stand. Sie alle wurden auf dieselbe Weise per Fallschirm in den Dschungel geschickt. Dass Royce zum Anführer dieses zusammengewürfelten Haufens von Mordbuben und -mädchen wird, geschieht natürlich nicht aus Geltungsdrang, sondern aus Notwendigkeit. Der Dschungel ist nämlich denkbar weit von Kansas entfernt, bestimmt ein paar Milliarden Kilometer. Und er ist nicht nur von Bäumen, Sträuchern, Lianen und Kriechgewächsen bevölkert. Was nämlich der Wiener Prater dem Kaiser Franz Josef war, wenn er sich von seinen Vasallen die hilflosen Böcke wie am Schießstand vor die Flinte treiben ließ, ist dieser Dschungel auf diesem fremden Planeten für die Predators. Deshalb bleibt unserem mit allen irdischen Wassern gewaschenem Menschengrüppchen in dieser außerirdischen Umgebung keine Alternative zur Kooperation, am besten unter Einhaltung militärischer Disziplin - sie birgt hier die einzige Überlebenschance. Die Predators, mit denen es Royce und seine Gang zu tun haben, sind nämlich ein Haufen ganz mieser Schweine mit Wursthaaren. Das sind aller Wahrscheinlichkeit nach jene Jungs, die den menschenfreundlichen Predator-Luschis aus den beiden Aliens vs. Predator-Filmen damals in der Predator-Schule solange in den Magen getreten haben, bis ihnen das giftgrüne Blut aus ihren außerirdischen Hintern gelaufen ist. Die sind sogar noch schlimmer als der Bastard, den Arnold Schwarzenegger 1987 zur Strecke brachte. Und sie haben deutlich weniger Ethos beim Jagen als der intergalaktische Jagdverband, dessen Respekt sich Danny Glover in Predator 2 erschwitzte. Drei Predators, ein Anführer und zwei Jagdgehilfen, ausgestattet mit den bekannten Waffen nebst hundsgemeinen neuen Tötungsapparaten, Jagdhunden und -falken - sie haben Royce und die anderen von der Erde entführt und hierher gebracht, um sie zu jagen, als halbwegs ebenbürtige Gegner, die zumindest ein wenig Widerstand leisten können, bevor ihnen der Schädelknochen samt Wirbelsäule rausgerissen wird. Das machen die Predators schon seit Jahren mit Menschen, weiß der erfahrene Noland (Laurence Fishburne), den die anderen auf ihrer Flucht in einer Höhle im Dschungel aufstöbern. Noland hat sich hier seit Monaten vor den Wursthaar-Typen versteckt. Überleben scheint also möglich. Aber gibt es einen Weg, die Predators zu besiegen? Und, noch wichtiger: Gibt es einen Weg zurück zur Erde?

Schon Ende der achtziger Jahre verfasste Robert Rodriguez vor lauter Begeisterung für James Camerons SciFi-Horror-Sequel Aliens auch ein Drehbuch für ein Sequel zu Predator. Wieviel davon in den nunmehrigen Film eingeflossen ist, wird noch von Nerds herauszuarbeiten sein, aber Faktum ist, dass Rodriguez als Produzent genau wie Regisseur Nimród Antal langjährige Fans des Predator-Franchise sind und sehr darauf bedacht waren, den Heerscharen der weltweiten Predator-Fans etwas zu geben, das ihre Wünsche übertreffen kann. Hier wird mit totaler Ernsthaftigkeit an die Sache herangegangen, die Fantasie niemals gebrochen, Action, Suspense, Horror, Blut und Beuschel en gros serviert - es fehlt an nichts. Was Regisseur Antal betrifft, da sollten sich etwaige Zweifler einmal am Streifen Vacancy delektieren, in dem die betörend geile Kate Beckinsale in ein Snuffvideo reingezogen wird. Ansonsten haben wir Adrien Brody, einen Oscarpreisträger, der ganz heiß darauf war, in Predators die Hauptrolle zu spielen; Alice Braga, die Nichte einer brasilianischen Softporno-Legende mit reichlich Action-Erfahrung aus Blindness, I Am Legend und Repo Men; Laurence Fishburne, den Mann, der von Jump in King of New York bis Morpheus in der Matrix-Trilogie alles vergoldet hat, was er anfasste; und Danny Trejo, den coolen, extrem-tätowierten Ex-Häfenbruder, dessen Auftritte in Filmen wie Heat, Con Air oder zuletzt Halloween immer Highlights waren.

Text:  Klaus Hübner

Credits

Titel Predators
Originaltitel Predators
Genre Fantasy/Horror
Land, Jahr USA, 2010
Regie Nimród Antal
Drehbuch Alex Litvak, Michael Finch
Kamera Gyula Pados
Schnitt Dan Zimmermann
Musik John Debney
Produktion Robert Rodriguez, Elizabeth Avellan, John Davis
Darsteller Adrien Brody, Laurence Fishburne, Topher Grace, Danny Trejo, Alice Braga, Mahershala Ali, Oleg Taktarov, Louis Ozawa Changchien, Walton Goggins
Verleih Centfox

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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