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The Crazies

The Crazies

Science-Fiction, Thriller. USA 2010. 101 Minuten.

Regie: Breck Eisner
Mit: Timothy Olyphant, Radha Mitchell

Eine biologische Verseuchung des Trinkwassers verwandelt die Bewohner einer US-Kleinstadt in gewalttätige Irre. Zuerst zerfällt die soziale Struktur, dann kommt die Armee und schießt alles zusammen. Ein Horrorfilm, der kompromisslos fetzt und dabei alles richtig macht.

Filmstart: 27. Mai 2010

Ogden Marsh ist eine Kleinstadt, wie es sie im Mittleren Westen der USA tausendfach gibt. Die Leute grüßen sich auf der Straße, jeder kennt jeden, einmal pro Woche gibt’s Baseball, und im Schlimmstfall hat sich Sheriff David Dutton (Timothy Olyphant) mit Betrunkenen herumzuschlagen. Aber als der alte Farmer Rory mit geladener Schrotflinte an diesem Sonntag aufs Spielfeld trottet und sich von David nicht dazu überreden lässt, die Waffe niederzulegen, sondern sie stattdessen auf ihn richtet und ihm keine Wahl lässt, als zuerst zu schießen, beginnt für Ogden Marsh der totale Umbruch. Rory war ein Trinker. Aber er war seit drei Jahren trocken. Auch, als David ihn erschießen musste. Etwas später hat Davids Frau Judy (Radha Mitchell), die Ärztin des Orts, ihren respektablen Nachbarn Bill als Patienten, der auf unerklärliche Weise abwesend wirkt und sich seltsam verhält - aber nicht seltsam genug, um ihn nicht mehr nach Hause gehen zu lassen. Ein schwerer Fehler, denn in derselben Nacht tötet Bill seine Familie und brennt seine Farm nieder. David kann ihn nur noch einsperren. Am nächsten Tag finden Jäger im Sumpf eine Leiche in Militäruniform an einem Fallschirm in einem Baum hängend. Und dann machen David und sein Deputy Russel (Joe Anderson) im Sumpf eine spektakuläre Entdeckung: ein rieisges, abgestürztes Militärflugzeug. Die Maschine ist in einen See gestürzt. In genau den See, der die Trinkwasserversorgung von Ogden Marsh speist. Die Leitungen führen zuerst zu Rorys Farm, dann zu Bills, und dann zum Rest der Stadt. Erfahrene Horrorfilmfans wissen, dass es längst zu spät ist, um die Katastrophe noch abzuwenden, aber während die Bewohner sich noch dagegen wehren, dass David das Wasser abdrehen will, ist das US-Militär bereits am Anrücken. Ogden Marsh wird hermetisch abgeriegelt. Eine weise Entscheidung, weil bereits unüberblickbar viele Bewohner von dem grauenhaften "Wahnsinn“, der wie ein Katalysator für alles Schlechte und Böse im Menschen wirkt, befallen sind. Das Militär rückt ein und pfercht alle Infizierten im Stadion in ein Quarantänecenter zusammen. Lassen wir uns überraschen, ob das was bringt.

George A. Romero ist der Erfinder des modernen Zombie-Films und u. a. als Macher der Dead-Trilogie sowie der neueren drei Dead-Filme Land, Diary und Survival eine Legende. Aber sein 1973 gedrehter The Crazies ist zu zerissen, ziellos und schundig, um mehr als eine unbedeutende Anekdote in Romeros umfangreicher Schaffensliste zu sein. Das wird für Breck Eisners nunmehriges "Remake“, das Romero produziert hat, nicht gelten: In diesem rasant dahintfetzenden und oft nervenzerreißend spannenden SciFi-Horror-Actionfilm, der weder in Sachen Gore lange herumfackelt noch sich angesichts seines tiefschwarzen Humors um politische Korrektheit schert, gehts so zur Sache, dass auch richtig abgebrühte Horrorfans noch ihre Freude haben werden.

Text:  Klaus Hübner

Credits

Titel The Crazies
Originaltitel The Crazies
Genre Science-Fiction/Thriller
Land, Jahr USA, 2010
Länge 101 Minuten
Regie Breck Eisner
Drehbuch Ray Wright, Scott Kosar
Kamera Maxime Alexandre
Schnitt Billy Fox
Musik Mark Isham
Produktion Michael Aguilar, Dean Georgaris, George A. Romero
Darsteller Timothy Olyphant, Radha Mitchell, Danielle Panabaker, Joe Anderson
Verleih EMW

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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