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Micmacs - Uns gehört Paris

Micmacs à tire-larigot

Komödie. Frankreich 2009. 105 Minuten.

Regie: Jean-Pierre Jeunet
Mit: Julie Ferrier, Dany Boon, André Dussollier

Zauberhaft. Kino-Magier Jean-Pierre Jeunet (Delicatessen, Die fabelhafte Welt der Amélie) schickt Dany Boon (Willkommen bei den Sch’tis) durch ein unendlich liebenswürdiges Sammelsurium von skurrilen Außenseitern.

Filmstart: 8. Oktober 2010

Bazil (Dany Boon) hatte nie besonderes Glück im Leben. Als er noch ein Kind war, starb sein Vater beim Versuch, eine Landmine zu entschärfen. Seine Mutter verkraftete den Tod ihres Mannes nicht und schnappte über - Bazil landete im Heim.
20 Jahre später sitzt Bazil gerade in der Videothek, in der er arbeitet, vorm Fernseher - es läuft sein absoluter Lieblingsfilm Tote schlafen fest mit Bogart und Bacall - als es draußen einen Tumult gibt. Neugierig steckt Bazil seinen Kopf aus der Türe - und bumms, schon hat er eine Kugel in selbigem.
Als man ihn aus dem Krankenhaus entlässt, steckt die Kugel immer noch in Bazils Kopf. Nicht mehr sein eigen nennen kann der arme Schlucker hingegen folgendes: Wohnung (geräumt), Kleidung (verschwunden), Job (gekündigt). Trickreich hält sich der genügsame Bazil irgendwie über Wasser, bis sich der Straßenhändler Canaille seiner annimmt. Canaille gehört zu einer Truppe skurriler Außenseiter, die sich mitten in Paris ein Refugium aus Schrott geschaffen hat. Dort, zwischen ausgemusterten Waren, Gerümpel aller Art und den fantasievoll zusammengebastelten Kreationen von Petit Pierre, fühlt sich Bazil schnell zuhause. Vielleicht, weil im Eiskasten eine ganz besondere Überraschung auf ihn wartet? Mademoiselle Kautschuk, eine sensible Seele in einem flexiblen Körper: Sie hat es Bazil vom ersten Moment angetan. Aber es sieht so aus, als hätte das Schicksal Bazil nicht zufällig oder nur wegen Mademoiselle Kautschuk in die Arme dieser kuriosen Kreaturen geschubst. Denn es sind genau diese Typen, die Bazil braucht, um seinen großen Plan zu verwirklichen: Er hat herausgefunden, welcher Waffenfabrikant hinter der Landmine, die ihn zur Halbwaise werden ließ, steckt. Und, welcher Firmenname auf der Pistolenkugel steht, die seine Stirn durchlöchert hat. Die Chefs der beiden konkurrierenden Rüstungskonzerne ahnen es derweil noch nicht, aber was Bazil sich da in den Kopf gesetzt hat, wird sie ordentlich ins Schwitzen bringen ...

So zauberhaft wie Amélie, so liebenswert wie die Sch’tis, nicht ganz so düster wie Delicatessen: Jean-Pierre Jeunets neuestes Meisterwerk ist ein lustvolles, mit großer Leichtigkeit erzähltes Märchen über die Kraft von Fantasie und Solidarität. Jeunet, ein ausgewiesener Pixar-Fan übrigens, der sich weigerte, die Regie des fünften Harry-Potter-Films zu übernehmen, weil er sich nicht genügend einbringen hätte können, findet wie üblich wunderschöne, poetische Bilder für seine bezaubernde Komödie. Mit großer Genugtuung erzählt er von diesem subversiven Grüppchen, das am guten Gewissen rüttelt, auf dem sich Waffenproduzenten nur zu gerne ausruhen. Als wirkliche Überraschung dieses Films entpuppt sich aber Dany Boon, der sich als naiv-liebenswürdiger Bazil dem Publikum schauspielerisch von einer bisher nicht gesehenen Seite präsentieren kann.

Text:  Dina Maestrelli

Credits

Titel Micmacs - Uns gehört Paris
Originaltitel Micmacs à tire-larigot
Genre Komödie
Land, Jahr Frankreich, 2009
Länge 105 Minuten
Regie Jean-Pierre Jeunet
Drehbuch Jean-Pierre Jeunet, Guillaume Laurant
Kamera Tetsuo Nagata
Schnitt Hervé Schneid
Musik Raphael Beau
Produktion Frédéric Brillion, Jean-Pierre Jeunet, Gilles Legrand
Darsteller Julie Ferrier, Dany Boon, André Dussollier, Nicolas Marié, Yolande Moreau, Jean-Pierre Marielle
Verleih EMW

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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