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Die kommenden Tage

Die kommenden Tage

Drama. Deutschland 2010. 129 Minuten.

Regie: Lars Kraume
Mit: Daniel Brühl, August Diehl, Johanna Wokalek

August Diehl, Daniel Brühl und Johanna Wokalek wollen die Gesellschaft verändern - notfalls mit Gewalt: Düster-spannende, ultrarealistische Zukunftsvision von Lars Kraume (Keine Lieder über die Liebe).

Filmstart: 5. November 2010

Weltwirtschaftskrise, Klimawandel, Ressourcenmangel – alles weist darauf hin: Die Zukunft wird verdammt ungemütlich. Diese Erkenntnis ist zwar nicht neu, siehe Filmklassiker wie Blade Runner, 2001 – Odyssee im Weltraum oder Twelve Monkeys, doch wer Zeitung liest, weiß: So kann es nicht weitergehen. Ein Umsturz muss her! Konstantin (August Diehl) und Cecilia (Johanna Wokalek) sind bereit, alles dafür zu tun. Doch das geht nicht ohne Opfer …
Laura (Bernadette Heerwagen) ist anders. Sie liest die Zeitung lieber nicht, sie befasst sich mit ihrem Studium und träumt vom heilen Familienleben. Die Gegenwart ist mühsam genug: Die WG mit ihrer Schwester Cecilia und deren Freund Konstantin ist nur oberflächlich harmonisch, Lara will endlich ihr eigenes Leben gestalten. Wenn da nicht die Eltern wären: reich, bürgerlich, schick – und bis aufs Blut zerstritten. Philipp, der kleine Bruder, lebt noch daheim, ist ein psychisches Wrack, und nur Konstantin wagt, das auszusprechen, was alle wissen: Die Eltern machen den armen Kerl seelisch fertig!
Das Unglück in ihrer Herkunftsfamilie hält Laura nicht davon ab, sich zu verlieben: Hans (Daniel Brühl) hat vor kurzem seinen Job gekündigt, denn er hat ein seltenes Augenleiden und wird unweigerlich erblinden. Und bis dahin will er seiner Leidenschaft nachgehen: der Vogelbeobachtung. Hans und Laura sind sich bald einig, dass sie ihr Leben gemeinsam verbringen wollen, ein Hochzeitstermin wird gefunden, Laura wird schwanger.
Unterdessen sind Konstantin und Cecilia dabei, mit allen Kräften an der heilen Welt zu sägen: Sie sind der Gruppe Schwarze Stürme beigetreten, die mit gezielten Aktionen im Internet, in den Medien und auf der Straße die herrschende Gesellschaftsordnung zu Fall zu bringen will. Die Mission steht an oberster Stelle – und auch Laura hat in diesem Plan, ohne es zu wissen, eine entscheidende Rolle.

Gänseblümchen, Schmetterlinge und verliebte Küsse? In Die kommenden Tage, Lars Kraumes (Keine Lieder über die Liebe) düster-realistischer Zukunftsprognose mit Starbesetzung, sind derlei Lieblichkeiten nur der Hintergrund, vor dem die gewaltsamen Umbrüche noch brutaler wirken. Dazu brauchte der Regisseur und Autor Kraume keine Pandemie, keine Naturkatastrophen, sondern dachte einfach jene Entwicklungen ein oder zwei Jahrzehnte weiter, die uns jetzt schon Angst machen. Für Kraume, der selbst vor kurzem eine Familie gegründet hat, ist der Film ein Herzensprojekt – denn er stellte sich die Frage: „Wie sieht die Welt aus, wenn meine Kinder erwachsen sind?“ Die Antwort, die der präzis inszenierte Film gibt, ist zweischneidig: Es gibt noch Hoffnung – aber wer eine Zukunft will, muss um sie kämpfen!

Text:  Magdalena Miedl

Credits

Titel Die kommenden Tage
Originaltitel Die kommenden Tage
Genre Drama
Land, Jahr Deutschland, 2010
Länge 129 Minuten
Regie Lars Kraume
Drehbuch Lars Kraume
Kamera Lars Kraume
Schnitt Barbara Gies
Musik Christoph Kaiser, Julian Maas
Produktion Katrin Schlösser, Lars Kraume, Frank Döhmann, Jürgen Vogel, Matthias Glasner
Darsteller Daniel Brühl, August Diehl, Johanna Wokalek, Ernst Stötzner, Bernadette Heerwagen, Susanne Lothar
Verleih UPI

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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