Filminfo zu

Real Steel

Real Steel

Action, Drama. USA 2011. 127 Minuten.

Regie: Shawn Levy
Mit: Evangeline Lilly, Dakota Goyo, Hugh Jackman

Ring frei! Ein Ex-Boxer und sein kleiner Sohn behaupten sich mit einer schrottreifen Uralt-Maschine in der Welt des High-Tech-Roboter-Boxens. Hugh Jackman gibt den liebenswerten Underdog, großartig animierte Robo-Persönlichkeiten verteilen spektakuläre Kinnhaken, Lost-Schönheit Evangeline Lilly lässt es knistern und für die emotionalen Höhepunkte sorgt die angeknackste Vater-Sohn-Beziehung. Fantasy-Action für die ganze Familie, bei der unverkennbar Altmeister Steven Spielberg als Produzent seine Finger im Spiel hatte.

Filmstart: 3. November 2011

Muhammad Ali, Max Schmeling, Mike Tyson, Charlie Kenton. Keine Frage, wer hier aus der Reihe fällt. Charlie Kenton (Hugh Jackman) hat es nie bis ganz an die Spitze geschafft. Das lag nicht an mangelndem Talent, doch bevor er sich richtig beweisen konnte, hat sich der Boxsport dramatisch verändert. Wir schreiben die nahe Zukunft. Nicht mehr Menschen gehen im Ring mit Fäusten aufeinander los, sondern Roboter. Zweieinhalb Meter große, ferngesteuerte Kampfmaschinen, außen Real Steel, innen High Tech. Jetzt ist Charlie Box-Promoter, ein Don King für Arme. Doch statt Rumble in the Jungle stehen für Charlie und den altersschwachen Ambush Auftritte bei drittklassigen Rodeos in der tiefsten US-Provinz am Programm. Ein ramponierter Robo-Fighter gegen den lokalen Bullen-Champion - das war sicher irgendwann, irgendwo der letzte Schrei, jetzt ist es nur peinlich. Doch Charlie ist chronisch pleite und kann es sich nicht leisten, solche Auftritte auszulassen. Auch wenn am Ende nur noch eine weitere demütigende Niederlage wartet. Und noch mehr Schulden bei seinem alten Bekannten Ricky (Kevin Durand), nicht gerade der Typ Mensch, bei dem man gerne in der Kreide steht. Bevor Ricky und seine Schläger Charlie in die Mangel nehmen können, hockt der also schon wieder hinterm Steuer seines Lasters und gibt Vollgas. Viel tiefer kann man nur schwer sinken - doch Charlie schafft das Kunststück: Als er erfährt, dass er Vater eines elfjährigen Buben ist, und nach dem Tod von dessen Mutter zugunsten der Tante des Kindes auf alle Ansprüche als Vater verzichten soll, lässt er sich seine Unterschrift teuer abkaufen. 50.000 Dollar gibts bar auf die Hand, noch einmal so viel in zwei Monaten. Der Haken an der Sache: Charlie hat seinen Nachwuchs Max (Dakota Goyo) den Sommer über am Hals. Reichlich Gelegenheit, um zu beweisen, dass er als Vater genau so unbrauchbar ist, wie als Promoter.
Während Charlie das unverhoffte Vermögen in den Erwerb von Noisy Boy steckt, von dem er sich den großen Durchbruch verspricht, sind Vater und Sohn mit bewundernswerter Ausdauer damit beschäftigt sind, sich gegenseitig das Leben schwer zu machen. Erst mit Hilfe von Bailey (Evangeline Lilly), Charlies einzig verbliebener Freundin aus besseren Tagen, lassen die beiden Sturschädel die Erkenntnis zu, dass sie ihre Energien ja auch bündeln und in die beiderseitige Leidenschaft fürs Robo-Boxen stecken könnten. Diese Chance bietet sich den beiden Kampfhähnen mit dem Auftauchen von Atom, den Max mit bloßen Händen aus den Untiefen eines Schrottplatzes ausgräbt. Der ehemalige Sparring-Roboter ist ein veraltetes Modell, gebaut, um im Training viel einzustecken, für echte Kämpfe aber nicht zu gebrauchen, wie Charlie findet. Doch da Max eh nicht besonders viel auf die Meinung seines Vaters gibt, beginnt er auf eigene Faust, Atom herzurichten, und kann sich in ersten Fights mit seinem Schützling tatsächlich behaupten. Endlich vertraut auch Charlie auf Atoms Fähigkeiten und übernimmt das Training des unscheinbaren Fighters. Es dauert nicht lange, bis die Szene auf den Underdog aufmerksam wird. Spätestens jetzt müssen sich Vater und Sohn zusammenraufen, wollen sie mit Atom im Profizirkus nicht gleich in der ersten Runde KO gehen ...

Let's get ready to rumble! Die Vision von Regisseur Shawn Levy (Nachts im Museum), die Motion-Capture-Erfahrung von Robert Zemeckis (Der Polarexpress), die visuellen Effekte aus der Werkstatt von James Cameron (Avatar), die Ring-Choreographien von Box-Champion Sugar Ray Leonard, und als ausführender Produzent steht Hollywood-Schwergewicht Steven Spielberg mit DreamWorks hinter dem Projekt. Kein Wunder, dass Hugh Jackman nicht lange überredet werden musste, die Hauptrolle zu übernehmen: "Real Steel ist die klassische Außenseiter-Ballade: Am Ende gewinnt der Held, der das größte Herz hat. Es ist ein Feel-Good-Movie. Und natürlich fand ich boxende Roboter spannend." Und tatsächlich sind es die unbeschreiblich genial animierten Roboter, die prompt das Herz des Publikums erobern, wobei natürlich besonders Sympathieträger Atom den Will-Haben-Reflex auslöst. Der überrascht nämlich nicht nur mit Steherqualitäten im Ring, sondern lässt einen mit der bohrenden Frage zurück, ob in ihm nicht doch mehr steckt als Bits & Bytes.

Text:  Dina Maestrelli

Credits

Titel Real Steel
Originaltitel Real Steel
Genre Action/Drama
Land, Jahr USA, 2011
Länge 127 Minuten
Regie Shawn Levy
Drehbuch John Gatins
Kamera Mauro Fiore
Schnitt Dean Zimmerman
Musik Danny Elfman
Produktion Shawn Levy, Don Murphy, Steven Spielberg, Robert Zemeckis, Susan Montford
Darsteller Evangeline Lilly, Dakota Goyo, Hugh Jackman, Anthony Mackie, Kevin Durand, Hope Davis, James Rebhorn, Olga Fonda, David Alan Basche
Verleih Walt Disney Studios

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

2 Kommentare

Für jeden was dabei...

Bei dem Film ist für jeden was dabei.
Es ist eine Underdog Story mit Herz, enthält ein gut gespieltes und- für die Filmwelt- ein relativ realistisch gehaltenes Familiendrama.
Weiters ist zu loben, dass die Story erstens nicht zu weit in der Zukunft spielt, und zweitens, das Ende nicht übertrieben dargestellt wird!

3. November 2011
23:26 Uhr

von AmNa

pompös

Der Film hat mich überrascht! Ich hatte mit einer anderen Art des Hauptcharaktärs gerechnet und nicht mit dem klassischen Badboy (welche Hugh Jackman meiner Ansicht nach auch garnicht steht), bei welchem man sich als Zuschauer geniert, doch oh Gott sei Dank- er kann sich ja ändern! Das ist eines der wenigen Makel, die ich in dem Film sehe. Gut gefiel mir die Geschichte, das Ende war durchaus überraschend und die Kombination verschiedener Richtungen gelungen. Computeranimation 1A, Kampfszenen Römisch 1doppelA, trotzdem aber auch rührende Momente, sowie mehr Schmuntzler, als die übrigen Aktionfilme!
Was mich wirklich störte war, dass nebenbei eine gewisse Geschichte zum Roboter aufgebaut wurde, welche nicht weiterführte, sondern mit dem Ende endete. Für Aktionfans und SciFiliebhaber!

11. November 2011
19:43 Uhr

von VladimirBurningham

Kommentar verfassen

Um Kommentare verfassen zu können, musst du eingeloggt sein.

Falls du bereits registrierter SKIP User bist, gehe zum , solltest du noch kein Benutzerprofil haben, kannst du dich hier registrieren.