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Das Ende ist mein Anfang

Das Ende ist mein Anfang

Biografie, Drama. Deutschland, Italien 2010. 98 Minuten.

Regie: Jo Baier
Mit: Elio Germano, Erika Pluhar, Bruno Ganz

Der Tod als letztes großes Abenteuer. Der einzigartige Bruno Ganz als sterbender Tiziano Terzani, der auf seine Weise Abschied nimmt und ein Vermächtnis hinterlässt: seine Lebenserinnerungen, die er in zahllosen Gesprächen seinem entfremdeten Sohn vermittelt.

Filmstart: 6. Januar 2011

Kompromisslos im Leben wie im Sterben war Tiziano Terzani, in Florenz geborener, langjähriger Spiegel-Korrespondent in Südostasien, vielgereister Journalist und Buchautor. Nachdem eine Krebserkrankung bei ihm diagnostiziert wurde, ließ er sein bisheriges Leben hinter sich, um im Himalaya drei Jahre lang als Eremit zu leben, Spiritualität zu erfahren und Erkenntnisse zu gewinnen. Als Anam - der ohne Namen - kehrte er in die Zivilisation zurück: eine imposante Erscheinung, wirkte er in seiner weißen Kleidung und mit dem dichten weißen Vollbart doch plötzlich selbst wie ein Guru. Zum Sterben zog sich Terzani schließlich mit seiner Frau Angela in sein Haus in der Abgeschiedenheit eines kleinen Ortes in der Toskana zurück. Dort führte er in seinen letzten Monaten jene intensiven Gespräche mit seinem Sohn Folco, die unter dem Titel Das Ende ist mein Anfang als Buch erschienen sind und die Grundlage für diesen Film bilden.
Als es mit Tiziano Terzani (Bruno Ganz) zu Ende geht, der Körper schwächer wird und mit dem wachen Geist des Mannes nicht mehr mithalten kann, manifestiert sich Terzanis Bedürfnis, ein Vermächtnis zu hinterlassen. Etwas, das umfassender, tiefgründiger, persönlicher ist, als alle seine Reportagen, Artikel und Bücher, die während seiner Arbeit als Journalist entstanden sind. Der todkranke Vater beordert seinen Sohn Folco (Elio Germano, der für den Film La nostra vita in Cannes 2010 als Bester Darsteller ausgezeichnet wurde) zu sich, um ihm von seinem Leben zu erzählen. Ausführlich beschreibt der Vater dem entfremdeten Sohn von seiner Jugend, seiner Zeit als Korrespondent in Asien, lässt ihn an seinen Erkenntnissen und spirituellen Erfahrungen teilhaben. Die intimen Gespräche fördern lange verdrängte Spannungen zu Tage, erzeugen gleichzeitig aber auch eine nie erlebte Vertrautheit zwischen Vater und Sohn. Und während sich der Kreis des Lebens für den Vater langsam schließt und er sich auf den Tod als "letztes großes Abenteuer" vorbereitet, ist es auch für seine Familie Zeit, Abschied zu nehmen. Und auch in dieser letzten Phase des Zusammenseins erweist sich Terzanis zurückhaltende Ehefrau Angela (die Österreicherin Erika Pluhar macht den internationalen Cast perfekt), die ihrem dominanten Ehemann stets den Vortritt ließ, als verlässliche Stütze.

Ein Film über das Sterben, der große Lebensfreude vermittelt. Was Das Ende ist mein Anfang so besonders macht - neben dem tadellosen Kraftakt des großen Bruno Ganz - ist die Authentizität: Das Drehbuch entstand in enger Zusammenarbeit mit Folco Terzani, der sämtliche Gespräche mit seinem Vater auf Band aufgenommen hat und Bruno Ganz die Aufnahmen zur Verfügung stellte; und die Dreharbeiten fanden auf Wunsch der Familie in Terzanis Haus statt.

Text:  Dina Maestrelli

Credits

Titel Das Ende ist mein Anfang
Originaltitel Das Ende ist mein Anfang
Genre Biografie/Drama
Land, Jahr Deutschland/Italien, 2010
Länge 98 Minuten
Regie Jo Baier
Drehbuch Ulrich Limmer, Folco Terzani basierend auf den Lebenserinnerungen von Tiziano Terzani
Kamera Judith Kaufmann
Schnitt Claus Wehlisch
Produktion Ulrich Limmer
Darsteller Elio Germano, Erika Pluhar, Bruno Ganz
Verleih Filmladen

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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