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Bis zum Horizont, dann links!

Bis zum Horizont, dann links!

Komödie. Deutschland 2012. 93 Minuten.

Regie: Bernd Böhlich
Mit: Otto Sander, Angelica Domröse

Auf und davon! Eine Flugzeugentführung als radikal-komische Antwort auf den sterbenslangweiligen Alltag im Altersheim: Otto Sander als rebellischer Rentner, Angelica Domröse und Herbert Feuerstein als zwei seiner willigen Opfer.

Filmstart: 16. November 2012

Altersheim sagt man nicht, das heißt Seniorenresidenz. Was nichts daran ändert, dass die Bewohner alt oder uralt sind, und weniger residieren als bevormundet wohnen. Darf man natürlich auch nicht sagen: Betreut wohnen heißt das Schlagwort - und das klingt bequemer als es sich am eigenen Leib anfühlt. Niemand weiß das besser als Herr Tiedgen (Otto Sander). Der verordneten Geselligkeit im Seniorenheim Abendstern begegnet er mit angemessenem Grant, und sein neuer Zimmergenosse kann ihm genauso gestohlen bleiben wie Turneinheiten und Lesenachmittage im Gemeinschaftsraum. Wobei, tut sich da am Ende ein Lichtstreif am Horizont auf? Neuzugang Annegret (Angelica Domröse) scheint eine verwandte Seele zu sein.
Up, up and away. Ein aufregender Tag liegt vor den Abendstern-Bewohnern: Ein Rundflug mit einer Propellermaschine steht am Programm. Wie aufregend es tatsächlich wird, ahnt allerdings nur Herr Tiedgen, der den Flieger mit einem Plan und einem handfesten Argument betritt, das ihm der Zufall nachts zuvor in die Hände gespielt hat. Kaum in der Luft, ist es nix mehr mit Rundflug. Tiedgen übernimmt das Kommando im Cockpit und gibt den neuen Kurs vor: Ab in den Süden, next stop Mittelmeer!
Jetzt oder nie! Soll man nicht jeden Tag so leben, als ob es der letzte wäre? Erst recht in diesem Alter? Eben. Von so viel resoluter Unvernunft lässt sich die Mehrheit an Bord schnell anstecken, die Flugzeugentführung erhält die basisdemokratische Mehrheit, die Piloten (Tilo Prückner, Robert Stadlober) kapitulieren. Schwester Amelie (Anna Maria Mühe), als Abendstern-Vertreterin der Inbegriff von Kamillentee und Blutdruckmessen, versucht noch, Widerstand zu leisten – doch auch diese Situation hat Tiedgen schnell im Griff. Jetzt bedroht eigentlich nur mehr der immer leerer werdende Tank den Traum vom Mittelmeer ...

Es lebe die Lebenslust! Als Cougars, Graue Panther und Best Ager werden sie von Marketingstrategen umworben - und irgendwann doch im Altersheim vergessen. In Bernd Böhlichs sympathisch-berührender Seniorenkomödie schlagen die Alten zurück: Otto Sander grantelt als Rädelsführer mit Besserwisser Herbert Feuerstein um die Wette, Angelica Domröse ist von sarkastischer Boshaftigkeit, und die Jungstars Anna Maria Mühe und Robert Stadlober lassen sich nur zu gern von den Schauspiellegenden um den Finger wickeln.

Text:  Dina Maestrelli

Credits

Titel Bis zum Horizont, dann links!
Originaltitel Bis zum Horizont, dann links!
Genre Komödie
Land, Jahr Deutschland, 2012
Länge 93 Minuten
Regie Bernd Böhlich
Drehbuch Bernd Böhlich
Kamera Florian Foest
Schnitt Esther Weinert
Musik Andreas Hoge
Produktion Eva-Marie Martens
Darsteller Otto Sander, Angelica Domröse, Robert Stadlober, Anna Maria Mühe, Herbert Feuerstein, Ralf Wolter, Tilo Prückner
Verleih Stadtkino

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

2 Kommentare

eher depremierender Film...

...weil er zeigt, was einem erwartet wenn man alt wird bzw. im altersheim landet...
gibt nur ein paar ansatzweise lacher - man wartet eigentlich, dass id. film etwas passiert.... es wird ein kl. flugzeug entführt...macht eine zwischenlandung in wien - es taucht kein einziger polizist etc.. auf....
entweder zuwenig geld für etwas mehr action od. handlung -
das einzige was der film eben gut aufzeigt ist, dass wir alle mit jeden tag älter werden u. die problematik mit alten leuten usw...

5. Januar 2013
21:45 Uhr

von manfred39

eher positiver Film...

...denn der Film zeigt uns, dass man jederzeit etwas erleben kann und es nie zu spät ist. Und ich finde es toll, nochmal Otto Sander auf der Leinwand gesehen haben zu können. Auch die anderen Darsteller spielen clever und mit Charme, bis runter in die kleinsten Nebenrollen. Auch Thomas Nash als österreichischer Kellner versprüht Witz und gibt der älteren Schauspielerriege gemeinsam mit Anna Maria Mühe den gewissen jugendlichen Esprit, der diesem Film den nötigen Kontrast bietet.

7. Oktober 2014
17:21 Uhr

von RainerNie

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