Filminfo zu

Paul - Ein Alien auf der Flucht

Paul

Komödie, Science-Fiction. Frankreich, GB, Spanien, USA 2011. 104 Minuten.

Regie: Greg Mottola
Mit: Simon Pegg

Gejagt von Agenten kracht Paul, ein vor Jahrzehnten in der Area 51 in Nevada abgestürzter Außerirdischer, zwei britischen SciFi-Nerds auf US-Abenteuertour ins Wohnmobil. Der Rest ist episch: In einem ernsthaft witzigen US-SciFi-Comedy-Roadmovie aus britischer Hand retten Simon Pegg und Nick Frost (Hot Fuzz) den coolen Onkel von E. T. vor den mörderischen Handlangern einer bösen FBI-Chefin (Sigourney Weaver).

Filmstart: 15. April 2011

Es ist ein Traum, der die Londoner Comic- und Science-Fiction-Nerds Graeme Willy (Simon Pegg) und Clive Gollings (Nick Frost) seit langem verbindet: ein Trip ins sonnige Kalifornien, nach San Diego, zur Comic-Con, der größten Comic-, SciFi-, Fantasy-, Horror- & Mystery-Convention der Welt. Endlich ist er Wirklichkeit geworden: Mit Begeisterung stürzen sich die sympathisch unterdurchschnittlichen Vollblut-Nerds in die Massen aus Klingonen, Sternenkriegern und Orks. Die Comic-Con ist ihr Startpunkt zu einer Tour durch Nordamerikas Südwesten, zu allen wichtigen Schauplätzen der modernen Alien-Verschwörungstheorien. Nach dem Trubel der Convention ist das Gleiten im 70er-Jahre-Wohnmobil durch die karge Landschaft Nevadas eine willkommene Beruhigung. Aber dann, des Nachts unweit der Area 51, verwickelt ein dunkles Auto die harmlosen Touristen fast in einen Unfall - und aus dem Wrack steigt ein Außerirdischer wie aus dem Comicheft. Sein Name ist Paul. Er braucht Hilfe. Clive kippt aus den Latschen.
Mit blankem Staunen nehmen Graeme und Clive zur Kenntnis, dass Aliens so aussehen, wie Menschen sie darstellen, weil sie Paul, dem nunmehr dritten Mitreisenden im Wohnmobil, nachempfunden sind. Seit er in den 1940er Jahren nahe Roswell mit seinem Raumschiff einen Crash hingelegt hat und vom US-Militär in der Area 51 interniert wurde, war Paul dort Gast und Gefangener. Er gab seine Geheimnisse preis, zeigte den Menschen neue Technologien und beriet Leute wie Steven Spielberg persönlich. Aber einige seiner Fähigkeiten hat der markige Alien bis heute niemandem gezeigt - weil Paul ahnte, dass man ihn irgendwann als ausgedient betrachten und liquidieren würde. Und als dieser Tag gekommen war, benutzte er seine Fähigkeit, bei angehaltenem Atem unsichtbar zu werden, zur Flucht. Aber die Agenten sind hinter ihm her. Anfangs sind es nur zwei leidliche Trottel (Bill Hader, Joe Lo Truglio), aber dann schließt der richtig harte Knochen Lorenzo Zoil (Jason Bateman) zu ihnen auf. Es wird also heiß für Paul und seine zwei Nerds. Zu allem Überfluss packt das Trio die schräge Ruth (Kristen Wiig), Tochter eines frömmelnden Kreationisten und Trailerpark-Besitzers, gegen ihren Willen ins Wohnmobil. So gucken die vier bald in die Läufe von FBI-Pistolen und der Flinte eines fanatischen Darwin-Hassers. Aber in den aussichtslosesten Momenten hat Paul stets eine Überraschung im Ärmel. Und Graeme hat sich offensichtlich verliebt - was auch damit zu tun hat, dass Paul durch Handauflegen einem Menschen das totale kosmische Bewusstsein verleihen kann. Vielleicht ist es das, was vom FBI um jeden Preis verhindert werden soll. Vielleicht soll Paul deshalb sterben. Und das meinen die Typen ziemlich ernst. Bleibt zu hoffen, dass Pauls Vertrauensmann in den Reihen des FBI zur Stelle ist, wenn es brenzlig wird. So mancher Trottel könnte sich nämlich als unterschätzt erweisen.

Mit ehrlicher und offensichtlicher Liebe geben die Autoren und Hauptdarsteller Nick Frost und Simon Pegg in Paul, ihrer dritten gemeinsamen Filmarbeit nach Shaun of the Dead und Hot Fuzz, sich jenem Genre hin, mit dem sie hier eigentlich ihre Späße treiben. Science-Fiction findet sich nicht nur in der spannenden, abwechslungsreichen und bis ins Detail konsequent durchgezogenen Story und der Hauptfigur des hervorragend animierten Paul, im Original gesprochen von Seth Rogen. Es gibt auch viele smarte Zitate aus berühmten SciFi-Filmen, liebenswerte Charaktere voller Unvollkommenheiten und Schwächen, rasende Action, wilde Explosionen, coole Spezialeffekte, ein bisserl provokanten Schmäh und Amerika-Verarsche, ein sehr versiertes Spiel mit Genre-Klischees und über allem eine klassische Story von gehetzten Helden, bösen Mächten und großen Aufgaben, mit gefühlstechnischer Bandbreite und extrem hoher Lachfrequenz, wo noch im kleinsten Detail ein Witz stecken kann. Englischer Irrwitz und stramme US-Parodie in der lustigsten Begegnung der dritten Art seit Galaxy Quest.

Text:  Klaus Hübner

Credits

Titel Paul - Ein Alien auf der Flucht
Originaltitel Paul
Genre Komödie/Science-Fiction
Land, Jahr Frankreich/GB/Spanien/USA, 2011
Länge 104 Minuten
Regie Greg Mottola
Drehbuch Simon Pegg, Nick Frost
Kamera Lawrence Sher
Schnitt Chris Dickens
Musik David Arnold
Produktion Tim Bevan, Eric Fellner, Nira Park
Darsteller Simon Pegg, Jeffrey Tambor, Steven Spielberg, Jane Lynch, Blythe Danner, David Koechner, Jason Bateman, Bill Hader, Kristen Wiig, Sigourney Weaver, Joe Lo Truglio, Nick Frost, John Carroll Lynch
Stimmen in der OV Seth Rogen
Verleih UPI

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

1 Kommentar

Nach langem wieder einmal ein echt witziger Film im Kino

Also ich war heute bei der Vorpremiere und da ich Karten gewonnen habe, bin ich halt eben mit einer Freundin hin.
"Was soll's ist doch gratis!" meinte ich, und ich bin dann auch ohne höhere Erwartungen hingegangen.

Aber jetzt mal Klartext: Der Film war so witzig, dass ich teils gar nicht mehr aus dem Lachen rausgekommen bin und den anderen im Kino gings genauso.

Nach langem wieder einmal ein Film, der schrägen, aber guten schrägen Humor beweist und man viel zu lachen hat.

Ich kann den Film "Paul - Ein Alien auf der Flucht" mit sehr gutem Gewissen und einem Schmunzeln im Gesicht nur weiterempfehlen!

13. April 2011
23:17 Uhr

von novason66

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