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Am Ende des Tages

Am Ende des Tages

Drama. Österreich 2011. 92 Minuten.

Regie: Peter Payer
Mit: Simon Schwarz, Anna Unterberger, Nicholas Ofczarek

Verlogen, brutal, verantwortungslos: Robert (Simon Schwarz) ist Politiker von morgen. Bisher kennen ihn die Wähler als besonnen und umsichtig - doch Wolfgang (Nicholas Ofczarek) versucht, das zu ändern! Fantastischer, verstörender Psychothriller von Peter Payer.

Filmstart: 26. August 2011

Blut, Gewalt, und ganz, ganz schlechte Laune: Peter Payers Am Ende des Tages ist ein grausam-klaustrophobisches Roadmovie als Kammerspiel zwischen zwei Menschen und einer unschuldigen Zuschauerin, brutal, beunruhigend und hochpräzis gespielt.
Dabei hätte der Tag so schön begonnen: Der aufstrebende Politiker Robert (Simon Schwarz) ist mit seiner jungen Frau, der Restauratorin Katharina (Anna Unterberger) unterwegs ins verlängerte Wochenende, nach vielen Tagen voller Stress. Die Sonne scheint, die Windschutzscheibe ist blankpoliert, und die Zukunft ist rosig: Katharina ist schwanger, die Morgenübelkeit hält sich in Grenzen, man neckt einander liebevoll, und Robert sonnt sich im Bewusstsein, demnächst in den Nationalrat gewählt zu werden - nicht zuletzt, weil sein Vorgesetzter, der Herr Doktor, ohne ihn keinen Schritt tun kann. Nun aber ist Zeit, die Zweisamkeit zu genießen, im noblen Wochenendhaus von Katharinas Eltern.
Das einzige, was stört, ist dieser schäbige Wagen hinter ihnen. Der Fahrer schneidet Robert nicht nur beim Überholen, sondern drängelt auch so riskant, dass es fast zu einem Unfall kommt. Gerade noch kann Robert stoppen, erleichtert atmen die beiden auf. Bis plötzlich, wie aus dem Nichts, der Fahrer der Schrottkarre (Burgschauspieler Nicholas Ofczarek) auftaucht. Der Mann stellt sich als Roberts Jugendfreund Wolfgang vor, ist merkwürdig distanzlos. Man plaudert etwas gezwungen, man verabschiedet sich, steigt ein und setzt die Fahrt fort. Katharina ist verunsichert. Wer ist der Mann? Ein heruntergekommener Typ, Ex-Alki und Autodieb, Schulkamerad aus der kaputten Kindheit in Wien Simmering, erzählt Robert. Nicht weiter wichtig. Doch Wolfgang taucht wieder auf, in einer Raststätte, zuerst jovial, dann bedrohlich. Katharina versucht, mit Vernunft herauszufinden, was er will: Ist es Geld? Ein Job? Will er Robert erpressen? Und wenn ja, womit? Schnell wird klar, dass Wolfgang, zunehmend irre, ein Geheimnis preiszugeben versucht, das auch Robert betrifft. Doch wie weit diese Wochenendfahrt noch gehen wird, ahnt Katharina nicht in ihren wildesten Albträumen …

Schuld, Verbrechen und Verdrängung: Autor Kai Hensel baut aus einer Dreierkonstellation, zwei alten Freunden und einer Beobachterin, eine Tragödie mit drastischem Ausgang. Unter der Regie von Peter Payer (Freigesprochen, Untersuchung an Mädeln) und mit drei intensiven Darstellern passiert dabei ein wahres Filmwunder, eine komplette 180-Grad-Wendung von Sommernachmittagsstimmung im Flachland zu brutalem Irrwitz in der Tiroler Bergwelt: ein fantastischer Kinomoment und ein genialer Psychothriller.

Text:  Magdalena Miedl

Credits

Titel Am Ende des Tages
Originaltitel Am Ende des Tages
Genre Drama
Land, Jahr Österreich, 2011
Länge 92 Minuten
Regie Peter Payer
Drehbuch Kai Hensel, Peter Payer
Kamera Thomas Prodinger
Schnitt Cordula Werner
Musik Franz Hautzinger, Helmut Grössing, Thomas Mora
Produktion Mathias Forberg, Viktoria Salcher
Darsteller Simon Schwarz, Anna Unterberger, Nicholas Ofczarek, Carmela Achleitner, Fritz Supper, Ursula Scheidle
Verleih Thimfilm

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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