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Rush – Alles für den Sieg

Rush

Biografie, Drama. USA 2013. 123 Minuten.

Regie: Ron Howard
Mit: Daniel Brühl, Chris Hemsworth

Die Besten werden die Ersten sein. Die Rennsaison 1976 der Königsklasse Formel 1 war ein herausragendes Großereignis, das bis heute an Dramatik kaum zu überbieten ist. Hollywood-Regisseur Ron Howard (A Beautiful Mind, Illuminati) macht daraus ein packendes Film-Action-Abenteuer mit Daniel Brühl als Niki Lauda und Chris Hemsworth als seinem großen Kontrahenten James Hunt.

Filmstart: 3. Oktober 2013

Fast & Fabulous. Man mag zu Motorsport stehen, wie man will, Autofan sein oder nicht, Verkehrsrowdy, Sonntagsfahrer oder Spaziergänger - der Faszination Formel 1 kann sich kaum jemand entziehen. Wenn am Sonntag die besten der besten Rennfahrer der Welt um die Wette ihre Runden ziehen, dann schaut die halbe Welt zu. Dass gerade in Österreich Formel 1 nach wie vor zu den beliebtesten Passiv-Sportarten zählt, ist natürlich ganz maßgeblich einem Mann zu verdanken: Niki Lauda (umwerfend gut gespielt von Daniel Brühl). Geboren 1949 als Sohn aus begütertem Hause, war es immer schon sein Traum, Rennfahrer zu werden - den er trotz heftigen Widerstandes seiner Familie, mit der er schließlich völlig brach, beharrlich verfolgte.
Das rasende Abenteuer. Anders als heute war zur Laudas Zeit Anfang der 70er die Sicherheit der Fahrer kaum ein Faktor im Rennzirkus. Es gab keine ordentlichen Auslaufzonen, selten durchgehende Rettungslogistik und teilweise absurde Lücken bei der Schutzkleidung. Eine schwere Kollision im Rennen zu überleben war eher Glücksfall. Und in diesem brandgefährlichen Spiel um Benzin, Speed und Adrenalin bewies sich Lauda schnell als Top-Player: 1975 gewann er in seiner erst zweiten Saison für Ferrari zum ersten Mal die Weltmeisterschaft - sein großer Rivale, der Brite James Hunt (Chris Hemsworth, Thor) landete auf dem vierten Rang.

Nur einer wird gewinnen. Es ist die langjährige Rivalität dieser zwei Männer, auf denen Rush - Alles für den Sieg aufbaut. Beide sind sie Weltklasse-Rennfahrer, und völlig unterschiedliche Persönlichkeiten: Brite Hunt ist ein großspuriger Playboy, dem Alkohol und Frauengeschichten immer wichtiger scheinen als ernsthafte Rennarbeit. Er ist der Rockstar des Formel-1-Zirkus, verheiratet mit dem berühmtsten Model der damaligen Welt (Olivia Wilde als Suzy Miller) und auf allen Partys zuhause. Der ehrgeizige Lauda dagegen hat schon früh den Spitznamen "Der Computer" verpasst bekommen: Er ist ein völlig neuer Fahrertyp - das, was man heute einen Technik-Nerd nennt. Er interessiert sich nicht nur fürs Fahren, sondern auch für die Motoren und Autos, deren ständiger Weiterentwicklung er sich hingebungsvoll widmet, und sieht seinen Erfolg vor allem als Ergebnis harter Arbeit und brillanter Strategie. Und auch sein Privatleben ist - vergleichsweise - bürgerlich: Gerade hat er sich unsterblich in die coole Marlene (Alexandra Maria Lara) verliebt, mit der er 15 Jahre verheiratet sein wird.

Jetzt gehts los. Die Rennsaison 1976 beginnt mit zwei Siegen von Lauda und einem zweiten Platz, und obwohl Hunt das dritte Rennen, den GP von Spanien, souverän gewinnt, bleibt Lauda mit drei weiteren 1. Plätzen überlegener Favorit. Doch dann geschieht beim Grand Prix auf dem Nürburgring der furchtbare Unfall: Lauda verliert die Kontrolle über seinen Ferrari, nach einer Kollision mit einem Erdwall entzündete sich das Benzin im Tank, Lauda kann erst in allerletzter Sekunde von seinem Fahrerkollegen Arturo Merzario aus dem brennenden Wagen gerettet werden. Das danach neu gestartete Rennen gewinnt schließlich Hunt.

Was folgt, ist Geschichte: Der totgeglaubte Lauda gibt nicht auf, kämpft mit allen Mitteln um Genesung und um sein Comeback, an das außer ihm keiner glaubt. Unglaubliche sechs Wochen später sitzt er beim GP von Monza wieder im Cockpit. Er hat nur zwei Rennen versäumt - die Szene, in der Lauda versucht, unter Höllenschmerzen den Rennhelm auf seinen halb verbrannten Kopf zu setzen, gehören wohl zu den stärksten im Film. Beim Saison-Finale in Japan kommt es schließlich zum endgültigen Showdown zwischen Hunt und Lauda - nicht nur auf offener Strecke.

Ganz großes Drama, fantastisch erzählt: Der oscarnominierte Drehbuchautor (und Wahlwiener) Peter Morgan (Frost/Nixon, The Queen) zeigt erneut, wie gut er Geschichten gestalten kann. Die sorgfältige Montage von Oscar-Regisseur Ron Howard aus glänzend gespielten Szenen und historischen Originalaufnahmen tut ihr übriges: So dringt der Geruch von Benzin und Gummi sogar bis in den Kinosaal.

Text:  Gini Brenner, Kurt Zechner

Credits

Titel Rush – Alles für den Sieg
Originaltitel Rush
Genre Biografie/Drama
Land, Jahr USA, 2013
Länge 123 Minuten
Regie Ron Howard
Drehbuch Peter Morgan
Kamera Anthony Dod Mantle
Schnitt Daniel P. Hanley, Mike Hill
Musik Hans Zimmer
Produktion Andrew Eaton, Eric Fellner, Brian Grazer, Ron Howard, Peter Morgan, Brian Oliver
Darsteller Daniel Brühl, Chris Hemsworth, Alexandra Maria Lara, Olivia Wilde, Natalie Dormer, Pierfrancesco Favino, Alistair Petrie, Cristian Solimeno, Christian McKay, Julian Rhind-Tutt, Alistair Petrie, Joséphine de La Baume, Vincent Riotta
Stimmen in der DF Heinz Prüller
Verleih Constantin Film

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

3 Kommentare

Ambitioniert : Ja - Aber gut : Nein !

Auch wenn die ganze Geschichte auf wahren Ereignissen beruht, kommt Sie auch nach knapp 2 Stunden, irgendwie nicht so richtig in Fahrt. Denn so tragisch das ganze auch ist, unter Spannung, Action und einem ganz grossen Drama ( wie oben beschrieben )verstehe Ich etwas völlig anderes. Allein die Action-Szenen wirken wie aus einem Videogame kopiert, und selbst da gibt es wesentlich bessere...! Und ein Film-Drama erschliesst sich hier ausschliesslich eingefleischten Formel 1 Fans.Selbst wenn man die damalige Zeit bedenkt, sowie das alle Szenen so nah als möglich an der Wirklichkeit gedreht wurden, wirken sie seltsam deplatziert. Das gleiche gilt übrigens auch für die Schauspieler. Hätte man diesen Film vor 20 Jahren gedreht, wäre er durchaus gut bewertet worden, aber aus heutiger Sicht leider nur sehr mau...! Ob es sich wirklich lohnt dieses Stück Motorsport-Geschichte im Kino zu sehen, muss jeder für sich beantworten...Ich für meinen Teil finde: Nein ! Prädikat: nur für Fans.
2/5 Sterne

24. September 2013
16:16 Uhr

von filmkritik

Empfehlenswert

Auch wenn Niki Lauda in Wirklichkeit nicht immer so knallhart und nicht ständig so finster dreingeschaut hat, wie im Film, so ist es doch ein schönes Zeitdokument und fängt die Stimmung gut ein. Zusätzlich gibt es trotz der dramatischen Geschichte auch immer was zu lachen. Für mich persönlich hätte es ruhig noch etwas mehr Technik und Info über andere Fahrer geben können, aber das war ja nicht das Ansinnen des Films. Mir hat es gut gefallen.

6. Oktober 2013
19:07 Uhr

von mhbrain

Tolle Darsteller

Daniel Brühl als Lauda ist großartig, insgesamt finde ich den Film sehr mitreißend, die Story ist spannend aufbereitet, ein niemals langweiliger Blick zurück auf die Seventies. Alles ist allem ist Ron Howard aber wohl kein Meisterwerk gelungen - es ist Brühls Leistung, die den Film so überdurchschnittlich gut wirken lässt. Trotzdem, der Ausflug ins Kino zahlt sich jedenfalls aus.

7. Oktober 2013
07:18 Uhr

von Virago95

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