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Mad Max: Fury Road

Mad Max: Fury Road

Action. Australien, USA 2015. 120 Minuten.

Regie: George Miller
Mit: Tom Hardy, Charlize Theron

Wilkommen im Wasteland. Im Reboot der legendären australischen Filmserie gibt Tom Hardy den Titelhelden am Rande des Wahnsinns, Charlize Theron entpuppt sich als unschlagbare Heldin, und Mad Max-Mastermind George Miller zeigt, dass er auch drei Jahrzehnte später immer noch nicht gelernt hat, sich irgendwas zu scheißen. Grandioses Action-Spektakel aus Blut, Staub und Metall.

Filmstart: 14. Mai 2015

Sand im Getriebe. Ein Mann (Tom Hardy) steht alleine in einer riesigen Wüste, dem Wasteland. Eine postapokalyptische Albtraumlandschaft, in der sich die wenigen Überlebenden um Wasser und Benzin bis aufs Blut bekämpfen. Und wer sich nicht wehren kann, wird versklavt - oder schlimmer. Und so ist auch der Mann, Max Rockatansky, nicht lang allein: Eine Übermacht an weiß angemalten, häßlich vernarbten Muskeltypen nimmt ihn gefangen und steckt ihn in einen Eisenkäfig. Es sind die Schärgen des mächtigen Immortan Joe (Hugh Keays-Byrne), der mit grausamer Hand über eine Schar von hungrigen, blutdurstigen Untergebenen herrscht.

Not amused. Doch nicht alle fügen sich Immortan Joes Terror-Regime. Ausgerechnet eine seiner fähigsten Kämpferinnen, die toughe, einarmige Furiosa (Charlize Theron) desertiert mit ihrem riesigen, zur Kampfmaschine umgebauten LKW – und mit Joes fünf sogenannten Ehefrauen im Kofferraum. Der will seine Gespielinnen (Zoë Kravitz, Rosie Huntington-Whiteley, Riley Keough, Abbey Lee, Courtney Eaton) unbedingt zurückhaben und schickt Furiosa seine komplette Artillerie hinterher. Am Steuer einer der irrwitzigen Automobile sitzt der ehrgeizige Nux (Nicholas Hoult) - und vorn als eine Art Kühlerfigur hat man Max ans Fahrgestell gekettet. Und bald wird Furiosa samt ihrer wertvollen Fracht der Weg abgeschnitten
Nach einigen waghalsigen Fahrmanövern und ziemlich viel blutigem Gemetzel mit aberwitzigem Materialeinsatz hat Furiosa mit ihrem Truck wieder Oberwasser - nun auch mit Max (gerettet) und Nux (übergelaufen) mit an Bord. Sie will quer durch die große Salzwüste ins grüne Land, wo es angeblich ausreichend Wasser, Pflanzen und Tiere gibt. Doch bis dorthin ist es noch ein weiter Weg, und Immortan Joe und seine Männer sind ihnen nach wie vor dicht auf den Fersen …

Maximal. Mit seiner Mad Max-Trilogie, Mad Max (1979), Mad Max II – Der Vollstrecker (1981) und Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel (1985) schrieb der australische Filmemacher George Miller Kinogeschichte. Seine einzigartige Filmsprache wurde seither tausendfach kopiert, damals allerdings hatte die Welt sowas noch nie gesehen. „Dystopie“ war damals noch kein typisches Blockbuster-Setting, und die B-Movie-Saga um den braven Familienvater Max Rockatansky, dem in einer tristen Zukunft von marodierenden Sado-Bösewichten Frau und Kind niedergemetzelt wurden und er darob sein einziges Ziel im knallharten „keine Gefangenen“-Überlebensmodus sah, wurde zum Kult. Das lag nicht nur an der ungewöhnlichen Story, sondern auch an Hauptdarsteller Mel Gibson, der damals noch eine echt coole Socke war, oder den grandiosen Schurkenfiguren wie etwa dem Großen Humungus oder der freakigen Aunty Entity (gespielt von Tina Turner!). Und natürlich am bahnbrechenden Look: Millers manieriert-brachiale Müllhalden-Ästhetik war mit ihrer konsequent durchgezogenen Hässlichkeit stilbildend. So grindig, so räudig und doch so supercool.

On The Road Again. In George Millers Karriere ging seither einiges weiter, er drehte u.a. Die Hexen von Eastwick, Lorenzos Öl, die Schweinchen Babe- und Happy Feet-Filme. Doch 2003 traf ihn plötzlich die Eingebung - buchstäblich mitten auf der Straße. "Ich ging gerade über einen Zebrastreifen, als ich auf einmal eine Idee hatte, und wusste: Ha, das ist ein Mad Max-Film!" Das Projekt wurde auch schnell konkreter, Mel Gibson war schon für die Titelrolle angedacht, geplanter Drehort: Namibia. Doch durch die politische Situation geriet das Projekt on hold - um vieles länger als befürchtet. Doch just als man befürchtete, dass Mad Max für ewig im Wüstensand verschwunden war, erhob er sich wie der sprichwörtliche Phönix aus der dreckigen Asche, und der Film kam wieder auf die Beine. Rund um Tom Hardy, der gekonnt in Mel Gibsons Fußstapfen hüpfte, versammelte Miller einen hochinteressanten Cast: Charlize Theron als toughe Furiosa, die ihre Getreuen mit Max' Hilfe durch eine wasserlose Endzeit-Wüste geleiten will; Nicholas Hoult als irrer Overdriver Nux; Zoë Kravitz, Rosie Huntington Whiteley und Riley Keough als gnadenlose Kriegerinnen und Hugh Keays-Byrne als Großen Bösen. Premiere feiert das potenzielle Meisterwerk in entsprechend verrückt-dystopischem Rahmen, nämlich bei den Filmfestspielen in Cannes.

Text:  Gini Brenner

Credits

Titel Mad Max: Fury Road
Originaltitel Mad Max: Fury Road
Genre Action
Land, Jahr Australien/USA, 2015
Länge 120 Minuten
Regie George Miller
Drehbuch George Miller, Brendan McCarthy, Nick Lathouris
Kamera John Seale
Schnitt Jason Ballantine, Margaret Sixel
Musik Junkie XL
Produktion George Miller, Doug Mitchell, P.J. Voeten
Darsteller Tom Hardy, Charlize Theron, Nicholas Hoult, Zoë Kravitz, Rosie Huntington-Whiteley, Riley Keough, Hugh Keays-Byrne, Nathan Jones, Abbey Lee, Courtney Eaton
Verleih Warner

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

3 Kommentare

Megageile Neuauflage eines Genre-Kult-Klassikers ...

Allein die hier gezeigten bombastischen Actionszenen, ganz im Stil der späten 70iger und frühen 80iger Jahre, aufgenommen in der Endzeitmäßigen Location des australischen Outbacks, lassen eine grandiose Neuauflage vermuten.
Nebst Altmeister Geoge Miller als Kultregiesseur und einem hochkarätigem Ensemble, steht einem weiteren Welterfolg und damit einer Wiederbelebung dieses Genres, eigentlich nichts mehr im Wege...
Fazit. Hoffe die doch recht hohen Ansprüche an das Original halten...Ich persönlich wünsche es mir :-))

9. August 2014
14:18 Uhr

von filmkritik

Verrückt? Japp!

Die Atmosphäre und Stimmung der früheren Mad-Max-Teile sind definitiv gut getroffen - Szenenbilder, Schauspieler und Stoy überzeugen.
Dennoch konnte mich der Film in seiner Gesamtheit nicht begeistern und hat mich recht unbeeindruckt aus dem Kino entlassen.

3/5

13. September 2015
17:49 Uhr

von Cornetto

Hin und wieder zurück

Die psychedelische, fast schon experimentelle Overtüre des vierten Teiles von George Millers niemals auserzählter Heldengenese ist zweifelsohne eine Wucht. Die Lust an der Zerschrottung ist leidenschaftlich und greifbar, und was sich hier alles fahrbarer Untersatz nennen darf, kaum zu glauben. Mit bestechendem Einfallsreichtum, atemberaubender Optik und perfekt gefilmten Stunts weiß die apokalyptische Wüstenrallye zu punkten - mit dramaturgischer Konsequenz leider nicht, denn in der Mitte der zweistündigen Verfolgungsjagd bekommt der Film einen Kolbenreiber - und erholt sich davon nur bedingt. Zuviel Sand im Getriebe verschluckt dann auch jenen bizarren Zynismus, der den Reiz der lakonischen Geschichte ausmacht. Dennoch sehenswert für jene, die "Fast & Furious" lieber in einer anderen, zeitlich fernen Welt sehen wollen.

28. September 2015
13:20 Uhr

von filmgenuss

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