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Der große Gatsby

The Great Gatsby

Drama, Liebesfilm, Literaturverfilmung. Australien 2012. 143 Minuten.

Regie: Baz Luhrmann
Mit: Leonardo DiCaprio, Carey Mulligan, Tobey Maguire

19 Jahre nach Romeo + Julia inszeniert Regie-Exzentriker Baz Luhrman (Moulin Rouge) erneut eine der großen tragischen Love-Stories der Weltliteratur mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle und lässt die wilde, dekadente, einzigartige Stimmung im New York der 1920er-Jahre als wunderschönes Pop-Märchen in 3D wiederauferstehen. Auf dem Vulkan tanzen u. a. Tobey Maguire, Carey Mulligan, Isla Fisher und Bollywood-Legende Amitabh Bachchan.

Filmstart: 17. Mai 2013

Jazz, Gin und Dekadenz: Die berühmt-berüchtigten Roaring Twenties gingen als die ganz große Party-Dekade in die Geschichte ein. Der Erste Weltkrieg war vorbei, der Zweite in ganz langen Schatten erahnbar - und auf dem dünnen Eis dazwischen wurde gefeiert, was das Zeug hielt. Natürlich nur von denen, die sichs leisten konnten: Des einen Überfluss ist fast immer der anderen Mangel. Aber es florieren nicht nur die Eitelkeiten, sondern auch die Wissenschaft und vor allem die Kunst - Musik, Theater, Literatur.
Ein großer Schriftsteller wäre auch Nick Carraway (Tobey Maguire) gern. Nach dem Ersten Weltkrieg lässt er sich in New York nieder, aber ohne reiche Familie und Mäzen reichts erstmal nur für einen mager bezahlten Finanzberater-Job. Doch mit der Unterkunft hat er Glück: Zwar ist es nur eine bescheidene Hütte, aber (Location, Location, Location!!!) dafür direkt am Strand von Long Island, dort, wo die Neureichen ihre unbescheidenen Zelte aufschlagen.
Nebenan ist dauernd Party. Nicks minder gepflegter Vorgarten wird jeden Abend erhellt von den strahlenden Lichtern, die vom Nachbargrundstück herüberleuchten: Dort steht die prächtige Villa von Jay Gatsby (Leonardo DiCaprio), dem reichsten Mann der Gegend. Ein Wahnsinnstyp: Alle reden über ihn, alle verehren ihn, Männer wollen sein wie er, Frauen wollen ihn. Seine Parties sind Legende: Wer dort nicht ist, ist nicht.
Nick ist allerdings recht unbeeindruckt von dem ganzen Glamour, in-sein ist nicht seins. Lieber besucht er seine Cousine Daisy (Carey Mulligan), die - verheiratet mit Tom (Joel Edgerton), einem Spitzensportler aus altem Geldadel - auf der gegenüberliegenden Halbinsel wohnt. Doch dann erhält Nick eine persönliche Einladung zu einer Gatsby-Party, stolpert unbeholfen in die Luxusvilla seines Nachbarn und lernt den Gastgeber schließlich persönlich kennen. Und Nick ist fasziniert: Jay Gatsby ist kein primitiver Großkotz, sondern ein ganz außergewöhnlicher Mann, ein überraschend schüchterner und sensibler Selfmade-Millionär mit vielen Geheimnissen. Dass er sich hier niedergelassen hat, ist nämlich kein Zufall: Gatsby wollte in die Nähe seiner großen Liebe - Daisy, die er einst verlassen musste und nun zurückgewinnen will. Und nichts und niemand kann ihn dabei aufhalten …

Let's Misbehave. Der Autor F. Scott Fitzgerald (1896–1940) war nicht nur einer der bedeutendsten Schriftsteller seiner Zeit, sondern auch gemeinsam mit seiner Frau Zelda wesentlicher Teil der Gesellschaft, die er in seinem Jahrhundertwerk Der große Gatsby porträtiert. Kaum ein anderer konnte die einzigartige Stimmung zwischen Dauerhigh und Todesverachtung so plastisch einfangen - und doch ist seine Geschichte viel mehr als ein Zeitdokument; es ist auch eine grandiose Charakterstudie und eine mitreißende Love-Story. Kein Wunder, dass der Roman bereits mehrmals verfilmt wurde, Jack Claytons Version aus 1974 mit Robert Redford und Mia Farrow wurde selbst zum Klassiker. Aber wer den australischen Kinozauberer Baz Luhrman kennt, der weiß, dass man in seiner Neuverfilmung nichts zu sehen kriegt, was man schon kennt: In seiner ersten Zusammenarbeit mit Leo DiCaprio seit Romeo + Julia - der ja für beide, Schauspieler und Regisseur, der große Durchbruch war - erzählt er ein fantastisches Märchen aus einer versinkenden Welt, irgendwo zwischen grandiosem Traum und eleganter Realität. Ein mitreißendes Kino-Spektakel mit unwirklich schönen Bildern, tollen Darstellern (wie z. B. Isla Fisher als Toms Geliebte oder Amitabh Bachchan als zwielichtiger Geschäftsmann) und einem wirklich coolen Soundtrack: Neben überraschend stimmigen Songs von Lana Del Rey, Florence & the Machine, Jay-Z oder Bryan Ferry gibts jede Menge Jazz - denn zu keiner anderen Musik fühlt sich Herzschmerz bekanntlich so gut an wie der von Cole Porter, Louis Armstrong oder Fats Waller.

Text:  Gini Brenner

Credits

Titel Der große Gatsby
Originaltitel The Great Gatsby
Genre Drama/Liebesfilm/Literaturverfilmung
Land, Jahr Australien, 2012
Länge 143 Minuten
Regie Baz Luhrmann
Drehbuch Craig Pearce basierend auf dem Roman von F. Scott Fitzgerald
Kamera Simon Duggan
Schnitt Jason Ballantine, Jonathan Redmond, Matt Villa
Musik Craig Armstrong
Produktion Baz Luhrmann, Lucy Fisher, Catherine Knapman, Catherine Martin, Douglas Wick
Darsteller Leonardo DiCaprio, Carey Mulligan, Tobey Maguire, Isla Fisher, Joel Edgerton, Amitabh Bachchan, Jason Clarke, Elizabeth Debicki, Gemma Ward
Verleih Warner

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

3 Kommentare

sehr gelungen

Eine sehr gute Verfilmung, es wird einem keine Minute fad. Spannung, Liebe, Intrigen, Liebeskummer,... alles kommt vor
Es wurde sehr gut darauf geachtet den Film in der richtigen Zeit anzupassen, obwohl natürlich auch immer wieder einige moderne Faceten sich eingeschlichen haben. Man sollte den Film unbedingt sehen.
Ich habe nur einen kleinen Kritikpunkt und das wäre die 3D-Effekte. Ich hatte eigentlich, dass Gefühl keine 3D-Effekte mitbekommen zu haben, außer bei den Credits, also 3D ist völlig unnötig hierbei.
Ansonsten sehr gelungen und ein absoluter must-see Film, der auch zum nachdenken anregt

19. Mai 2013
17:32 Uhr

von angelgirlie

Laut, wild, schön & traurig

Keine Frage, man muss den Stil von Baz Luhrmann mögen, um den Film genießen zu können. Mir hats ausgesprochen gut gefallen, der Soundtrack ist ausgesprochen gelungen, die Darsteller sind großartig, die Ausstattung ist atemberaubend. Insgesamt eine gelungene, modern-poppige Version des alten Stoffes.

27. Mai 2013
08:37 Uhr

von Troublemaker

Impressive!

Der Film hat mich einfach nur begeistert. Die Schauspieler, die Musik, die Storyline und die Sets - der Wahnsinn! Das ganze war so überwältigend ich war sprachlos. Ich fand auch die 3D-Effekte gut gemacht. Außerdem haben sie sich auch toll an die Literaturvorlage gehalten.

Fazit: Wirklich genialer Film!

28. Mai 2013
09:44 Uhr

von catcher

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