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Django Unchained

Django Unchained

Action, Western. USA 2013. 165 Minuten.

Regie: Quentin Tarantino
Mit: Jamie Foxx, Christoph Waltz

Quentin Tarantino rides again. Der neueste Geniestreich des Pop-Genremovie-Maestro ist ein Ausflug in den tiefen Süden der USA zu Zeiten der Sklaverei: Ein mutiger freigekaufter Sklave (Jamie Foxx) will gemeinsam mit einem mysteriösen Zahnarzt/Kopfgeldjäger (Christoph Waltz) seine Frau (Kerry Washington) aus den Händen eines sadistischen Plantagenbesitzers (Leonardo DiCaprio) retten. Das wird nicht einfach.

Filmstart: 18. Januar 2013

 

Einen Southern nennt Quentin Tarantino seinen neuen Film, analog zum Western. Aber weniger vom Wilden Westen des US-Kinos ließ er sich inspirieren, sondern unverkennbar von den legendären italienischen Spaghettiwestern der 1960er-Jahre. "Der Westen von Sergio Leone oder Sergio Corbucci ist ja der gewalttätigste, brutalste und gnadenloseste, den es je gab, mit den herzlosesen Bösewichten", erzählt er im SKIP-Interview. "Ich habe mich gefragt, was wohl in den USA das passendste Äquivalent wäre - und so bin ich auf den Süden um 1800 gekommen. Das Leben eines Sklaven - was Gnadenloseres kann ich mir schwer vorstellen!"

Sklave Django (ursprünglich wäre die Rolle für Will Smith gedacht gewesen, der sagte aber ab und wurde glücklicherweise durch Jamie Foxx ersetzt) könnte ein Lied davon singen. Wir schreiben 1858, zwei Jahre vor dem Ausbruch des US-Bürgerkriegs. Die weißen Industriellen und Plantagenbesitzer schwelgen in jenem opulenten Luxus, der von Ewiggestrigen bis heute als Zauber des alten Südens beschworen wird. Um den Glanz zu erhalten, müssen die Schwarzen Tag und Nacht arbeiten. Ohne Rechte, ohne Bezahlung und oft unter schrecklichen Bedingungen, waren sie den Launen und Quälereien ihrer Besitzer und Vorarbeiter ausgeliefert. Rücksicht auf Gefühle oder gar Liebe wurde keine genommen. Und so wird Django eines Tages von seiner geliebten Frau Broomhilda (Kerry Washington, die auch schon in Foxx' Oscar-Film Ray seine Ehefrau spielte) getrennt. Sie lebt als Sklavin auf der Plantage des sadistischen Großgrundbesitzers Calvin Candie (großartig gemein: Leonardo DiCaprio) - und er selbst soll von seinen Besitzern auf dem Sklavenmarkt verkauft werden.
Doch dann kreuzt ein sehr seltsamer Mann seinen Weg. Er sitzt auf dem Kutschbock eines klapprigen Planwagens, über dem ein riesiger Backenzahn aus Pappmaché hängt, trägt Anzug und Hut und spricht mit seltsamem Akzent: Dr. King Schultz (Chistoph Waltz), fahrender Zahnarzt mit deutschen Wurzeln und ungewöhnlichem Nebenberuf: Kopfgeldjäger.
Und weil Dr. Schultz noch besser schießen als Verwirrung stiften kann, hat er Django im Nu befreit und schlägt ihm einen interessanten Deal vor: Django soll mit ihm gemeinsam die berüchtigten Killer-Brüder Brittle, auf die ein hohes Kopfgeld ausgesetzt ist, fangen - Django ist nämlich einer der wenigen, der sie identifizieren kann. Als Gegenleistung wird ihn Dr. Schultz vollständig vom Joch der Sklaverei befreien und ihm obendrein dabei helfen, seine Broomhilda aus den Klauen des grindigen Calvin Candie zu befreien.
Ein Angebot, das Django natürlich nicht ablehnen kann. Noch dazu, wo er dem Kopfgeldjäger-Handwerk einiges abzugewinnen vermag. "Weiße Kerle erschießen und dafür auch noch bezahlt kriegen - gibts was Besseres?" Django ist nämlich kein edler Held, der vergibt und vergisst. In ihm hat sich eine - im wahrsten Sinne des Wortes - Mordswut auf seine ehemaligen Herren aufgestaut. Und so ist es kaum verwunderlich, dass es auf Candies riesiger Plantage (von diesem sinnigerweise Candieland genannt) bald sehr Tarantino-mäßig rund geht ...

Viele lieben seine Filme heiß, manche mögen sie gar nicht - aber kalt lassen Quentin Tarantinos wild-anarchische Filmtrips quer durch alle Generationen des Genrekinos kaum jemanden. So viel ungebremste Originalität und Kreativität kann man einfach kaum ignorieren. Vor allem, weil der enthusiastische Film-Freak Tarantino es immer wieder schafft, sich selbst treu zu bleiben und doch mit jedem Film eine ganz neue Welt zu öffnen. Django Unchained ist seine große Reverenz an den Italowestern, ein bis in kleinste Rollen groß besetztes Action-Meisterwerk - und gleichzeitig im Mainstream-Kino eine der ersten unverkrampften Auseinandersetzungen mit einem der dunkelsten Kapitel der US-Geschichte.

Text:  Gini Brenner

SKIP-Tipp

Alleine schon die Szene, in der Tarantino eine Truppe maskierter Rächer - später wird sich daraus der Ku Klux Klan entwicklen - als inkompetenten Haufen entlarvt, ist den Kinobesuch wert. Von Christoph Waltz als freundlich-hinterfotzigem Kopfgeldjäger ganz zu schweigen. Fast drei Stunden nimmt sich Tarantino für seinen Rache-Southern Zeit - und man mag keine der 165 brutal-unterhaltsamen Minuten missen.

SKIP-Tipp von Dina Maestrelli

Credits

Titel Django Unchained
Originaltitel Django Unchained
Genre Action/Western
Land, Jahr USA, 2013
Länge 165 Minuten
Regie Quentin Tarantino
Drehbuch Quentin Tarantino
Kamera Robert Richardson
Schnitt Fred Raskin
Produktion Reginald Hudlin, Pilar Savone, Stacey Sher, Bob Weinstein, Harvey Weinstein
Darsteller Jamie Foxx, Christoph Waltz, Leonardo DiCaprio, Samuel L. Jackson, Kerry Washington, Jonah Hill, James Remar, Franco Nero, Don Johnson, Amber Tamblyn, Zoë Bell, Robert Carradine, James Russo, Bruce Dern, Walton Goggins, Laura Cayouette, M.C. Gainey, Quentin Tarantino, Tom Wopat, Dennis Christopher, David Steen, Ato Essandoh, Nichole Galicia, Russ Tamblyn
Verleih Sony

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

10 Kommentare

Interessant

Könnte aufgrund der Besetzung ganz gut sein!

29. April 2012
00:05 Uhr

von Evil0Kathi

Vorfreude pur!

Also ich für meinen Teil, traue mich jetzt schon zu behaupten, dass dieser Film einfach sehenswert und gelungen sein wird!
Trailer sieht schon mal vielversprechend aus und Quentin Tarantino hat sicherlich schon oft genug bewiesen, dass er weiß, wie er sein Handwerk auszuüben hat! Genauso wie die Besetzung, allem voran Christoph Waltz und Leonardo DiCaprio!
Vorfreude pur meinerseits!

26. Juli 2012
18:59 Uhr

von babsaen

Genial

Der Film ist einer der Besten die ich je gesehen habe einfach MegaGEIL Blueray kauf ich mir fix !!

19. Januar 2013
11:56 Uhr

von SerbianxStallion

djääääängo unchained....

...bereits die anfangssequenz mit christoph waltz zum totlachen. typisch quentin tarantino und typisch christoph waltz - ohne ihn wäre der film halb so witzig. typisch österreichische art eben. für alle anderen darsteller wie franco nero (old-django) - jamie foxx (neo-django)- leonardo di caprio - don johnson - samuel l jackson und kerrie washington - großes lob. den film - ein mix aus tarantino-action und western - ein muss für alle fans und ein großer kandidat für die oscar verleihung am 24. feber ´13. in der skip bewertung - 5 von 5 megageilen punkten. :)

20. Januar 2013
16:50 Uhr

von Philipp87

große enttäuschung

schlechtester tarantino, den ich jemals gesehen habe

30. Januar 2013
16:22 Uhr

von stgm

Ganz netter Film

Actionreich, blutreich...

http://www.weberseite.at/filme/django...

31. Januar 2013
10:14 Uhr

von cwebb1977

Apropos dumm

Waltz sollte man zumindest richtig buchstabieren können, wenn man schon zufällig gehörte Straßenbahndialoge in Tussi-Schubladen steckt. Darüber hinaus ist die "Kritik" so einfältig wie die eingangs beschriebene Frau.

8. Februar 2013
12:05 Uhr

von footballaustria

Quentin Tarantino & Christoph Waltz What else...

Spitzen Film mit ernstem Thema, welches humorvoll und gleichzeitig viel Action und Spannung gelöst wurde. Man merkt nicht wie lange der Film eigentlich dauert, weil es keine Minute langweilig wird. Für jeden etwas dabei. Action, Spannung, Liebe, Ironischer Witz.
TOP FILM!!!

11. Februar 2013
21:15 Uhr

von buff

Geschwülstiges Gequatsche

Das Gequatsche von Waltz geht einem zwar mit der Zeit auf die Nerven und auch die Brutalorgien mit literweisem Blut müssen mMn nicht wirklich sein, aber ansonsten ist der Film recht gut und ein richtiger Tarantino, wenn auch beileibe nicht sein bester.

12. Februar 2013
22:48 Uhr

von dreamcatcher

Kommentar entfernt

Dieser Kommentar wurde von der Redaktion entfernt.

24. Februar 2013
23:10 Uhr

von mokona

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