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Sarahs Schlüssel

Elle s'appelait Sarah

Drama. Frankreich 2010. 111 Minuten.

Regie: Gilles Paquet-Brenner
Mit: Kristin Scott Thomas, Mélusine Mayance

Als die amerikanische Journalistin Julia (Kristin Scott Thomas) über die Pariser Massendeportation von Juden im Juli 1942 recherchiert, wird sie nicht nur vom Schicksal der kleinen Sarah besonders bewegt, sondern findet auch eine zufällige Verbindung mit der Familie ihres Mannes ...

Filmstart: 9. März 2012

Es passierte mitten in Paris: Im Morgengrauen des 16. Juli 1942 verhafteten französische Polizisten - keine deutschen Schergen! - in der ganzen Stadt jüdische Familien in einer beispiellosen Razzia. Insgesamt 13.000 Menschen wurden in das Vélodrome d’Hiver gesperrt, eine Sporthalle mit Radrennbahn, tagelang, unter unerträglichen Bedingungen, bis sie weiter in ein Transitlager außerhalb der Stadt und dann in Konzentrationslager transportiert wurden.
Die kleine Sarah (Mélusine Mayance) ist zehn Jahre alt, als die Polizei an der Tür klopft. In fliegender Hast überredet sie ihren kleinen Bruder, sich hinter der Tapetentür im Wandschrank zu verstecken und auf keinen Fall einen Laut von sich zu geben, sie sei auch gleich wieder da. Sarah sperrt ab, steckt den Schlüssel ein, und wird mit ihren Eltern weggezerrt, in das grauenvolle Rund des Velodroms. Sie weiß, sie muss ihren Bruder rauslassen, der verdurstet sonst, verhungert, erstickt, kaum auszudenken. An den Wachen führt jedoch kein Weg vorbei. Im Transitlager erst, getrennt von ihren Eltern, mit schwerem Keuchhusten, aber irgendwie lebendig, schafft sie es, zu entkommen. Sie muss dringend nach Paris, einen kleinen Buben hinter einer Tapetentür retten. Doch ohne Hilfe wird sie das niemals schaffen.
Paris, in der Gegenwart. Julie (Kristin Scott Thomas) ist amerikanische Journalistin, und will demnächst ihren französischen Mann heiraten. Gemeinsam plant man, in die Wohnung zu ziehen, die seit 1942 im Besitz der Familie ist. Ganz plötzlich wurde das Apartment damals frei. Julie schreibt an einer großen Reportage zum Jahrestag der Razzia des Wintervelodroms, und ist erschüttert, wie wenig die Pariser über das Unrecht wissen, das in ihrer Mitte geschehen ist, und an dem sie durch Wegschauen oder durch bewusste Kollaboration mitschuld sind. Noch größer wird Julies Entsetzen, als sie bei ihrer Recherche auf die Geschichte der kleinen Sarah stößt: Sie wurde 1942 in genau jener Wohnung verhaftet, die Julie soeben mit ihrem Zukünftigen renoviert. Und von Sarahs kleinem Bruder ist in den Aufzeichnungen nirgendwo die Rede …

Sarahs Schlüssel, Gilles Paquet-Brenners Verfilmung des gleichnamigen Bestsellerromans von Tatiana De Rosnay, erzählt eine fiktive Geschichte - und doch gelingt es, das wahre Grauen von damals zu veranschaulichen, ohne es zu trivialisieren. Ein stilsicherer, feinfühliger und dabei zutiefst berührender Film über ein unfassbares Verbrechen.

Text:  Magdalena Miedl

Credits

Titel Sarahs Schlüssel
Originaltitel Elle s'appelait Sarah
Genre Drama
Land, Jahr Frankreich, 2010
Länge 111 Minuten
Regie Gilles Paquet-Brenner
Drehbuch Serge Joncour, Gilles Paquet-Brenner basierend auf dem Roman von Tatiana De Rosnay
Kamera Pascal Ridao
Schnitt Hervé Schneid
Musik Max Richter
Produktion Stéphane Marsil
Darsteller Kristin Scott Thomas, Mélusine Mayance, Niels Arestrup, Aidan Quinn, Frédéric Pierrot, Michel Duchaussoy, Dominique Frot
Verleih Polyfilm

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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