Filminfo zu

Spanien

Spanien

Drama. Österreich 2011. 102 Minuten.

Regie: Anja Salomonowitz
Mit: Cornelius Obonya, Tatjana Alexander, Grégoire Colin

Sava (Grégoire Colin) will nach Spanien und strandet in Niederösterreich. Magdalena (Tatjana Alexander) will weg von ihrem gewalttätigen Ehemann (Cornelius Obonya) und landet in Savas Armen. Und Gabriel (Lukas Miko) will seine junge Familie von der Last seiner Spielsucht befreien und landet im Ungewissen ... Anja Salomonowitz' Diagonale-Eröffnungsfilm 2012 ist ein nachdenkliches Drama mit überraschendem Ende.

Filmstart: 23. März 2012

Mitten in der Nacht, auf einer einsamen Landstraße. Plötzlich ein schwerer Unfall: Kastenwagen gegen PKW, Frontalkollision, beide Fahrer sofort tot. Nach einer Schrecksekunde öffnet sich das Heck des Kastenwagens, ein anscheinend Unverletzter steigt heraus, überprüft die Lage, verschwindet in der Landschaft: Sava (großartig: Claire-Denis-Stammschauspieler Grégoire Colin).
Erst als ihn am nächsten Tag der Pfarrer eines winzigen niederösterreichischen Nests aufgreift, merkt Sava, dass er nicht wie mit dem Schlepper ausgemacht in Spanien gelandet ist, sondern in der Austro-Pampa. Tja. Sava, handwerkliches Multitalent, macht sich erstmal in der Pfarre nützlich, alles andere wird sich weisen.
Zum Beispiel die Sache mit Magdalena (Tatjana Alexander), schwer traumatisierte Künstlerin. Sie leidet massiv unter der irren Eifersucht ihres gewalttätigen Ex-Mannes Albert (Cornelius Obonya), einem Fremdenpolizisten mit fragwürdigen Motiven. Magdalena schleppt des Nachts Zufallsbekanntschaften in ihre Wohnung, während Albert in Agonie vor ihrem Haus wacht, und am Tag fährt sie raus nach Niederösterreich - die alte Kirche renovieren, in der auch Sava werkelt. Hier findet sie Frieden, und dann auch Liebe.
Einer der Typen, die Magdalena abschleppt, ist Gabriel (Lukas Miko). Gabriel ist Baggerfahrer, hat eine liebe Frau, zwei kleine Kinder und ein riesiges Problem: Er ist spielsüchtig. In Wiens 24-Stunden-Spielhöllen verheizt er seinen Lohn, seine Ersparnisse, das Goldkettchen der Tochter. Schließlich landet er bei einem Kredithai - in dessen Hinterzimmer nicht nur Geldgeschäfte abgewickelt werden. Der Mann beschäftigt sich auch mit anderen lukrativen Illegalitäten. Schlepperei zum Beispiel …

Die österreichische Filmemacherin Anja Salomonowitz, die bisher mit ihren Dokumentarfilmen wie Das wirst du nie verstehen oder Kurz davor ist es passiert Aufmerksamkeit erregte, legt nun ihr Spielfilm-Debüt vor: Spanien ist ein sorgfältig inszeniertes, enorm vielschichtiges Drama um menschliche Abgründe, seelische Ausnahmezustände, um Liebe in der Krise - und spätestens wenn sich am unerwarteten Ende alle Handlungsstränge zu einem Ganzen organisch zusammenfügen, wird klar, warum Spanien nicht nur in die Forum-Schiene der diesjährigen Berlinale geladen wurde, sondern auch als gelungenen Beispiel des österreichischen Filmschaffens die heurige Diagonale eröffnen wird.

Text:  Gini Brenner

Credits

Titel Spanien
Originaltitel Spanien
Genre Drama
Land, Jahr Österreich, 2011
Länge 102 Minuten
Regie Anja Salomonowitz
Drehbuch Anja Salomonowitz, Dimitré Dinev
Kamera Sebastian Pfaffenbichler
Schnitt Frédéric Fichefet
Musik Max Richter
Produktion Danny Krausz, Kurt Stocker
Darsteller Cornelius Obonya, Tatjana Alexander, Grégoire Colin, Lukas Miko, Stefanie Dvorak, Wolf Bachofner, Denis Petkovic, Thomas Reisinger, Doris Schretzmayer
Verleih Filmladen

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

0 Kommentare

Kommentar verfassen

Um Kommentare verfassen zu können, musst du eingeloggt sein.

Falls du bereits registrierter SKIP User bist, gehe zum , solltest du noch kein Benutzerprofil haben, kannst du dich hier registrieren.