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Iron Sky

Iron Sky

Action-Komödie, Fantasy. Australien, Deutschland, Finnland 2012. 93 Minuten.

Regie: Timo Vuorensola
Mit: Götz Otto, Julia Dietze, Udo Kier

Die Nazis sind nämlich gar nicht mit Ende des 2. Weltkriegs vernichtet worden, oh nein. Mittels ihrer Reichsflugscheiben gelang es ihnen, auf die dunkle Seite des Mondes zu flüchten - und jetzt ist ihre Zeit gekommen, zurückzukehren! Durchgeknallte SciFi-Kultkomödie mit Starbesetzung (Götz Otto, Udo Kier) und ultimativem Trash-Faktor.

Filmstart: 5. April 2012

Nazis in Space. So absonderlich das klingen mag, so ernsthaft wurde im Dritten Reich tatsächlich an die Zukunft der bemannten Raumfahrt geglaubt. Vor allem Wernher von Braun trieb die Raketenforschung voran, unter ihm wurde die erste funktionstücktige Flüssigkeitsrakete (die als V2 in die Geschichte einging) entwickelt. Der erste bemannte Raketenstart verlief allerdings nicht so erfolgreich: die Ba 349, genannt Natter, wurde kurz vor Kriegsende entwickelt - doch ihr erster Einsatz endete tödlich für den Testpiloten. Dennoch ranken sich viele Legenden um die Nazi-Weltraumforschung. Ist ja auch ein trefflicher Nährboden für Verschwörungstherorien aller Art: So soll eine hochgeheime Verbindung namens Vril-Gesellschaft nicht nur am Aufstieg der Nazis beteiligt gewesen sein, sondern auch übernatürliche Kräfte dafür eingesetzt haben, modernste Fluggeräte zu entwickeln - darunter auch ein bemanntes Raumfahrzeug, die Reichsflugscheibe.
Doch - sind das wirklich alles krude Theorien? Oder nur die nackte Wahrheit, die uns all die Jahre vorenthalten wurde? Was wirklich geschah, entdeckt ausgerechnet US-Astronaut James Washington (Christopher Kirby) mit schreckgeweiteten Augen während einer Mondmission. Dieser Weltraumausflug hatte ursprünglich keinerlei anderen Zweck als eine Publicity-Aktion während des US-Präsidentschaftswahlkampfs, doch der Mond ist keineswegs wie vermutet ein unbewohnter Himmelskörper. Nicht mehr. Auf der dunklen Seite des Mondes findet Washington nämlich etwas schier unglaubliches: Eine riesengroße Mondstation aus Stahl. In Hakenkreuzform.
Und deren Bewohner finden ihn: Eine Kolonie Nazis, nach dem Untergang des Dritten Reiches via besagter Reichsflugscheiben auf den Mond geflohen. Hart wie Kruppstahl und zäh wie Leder haben sie sich hier niedergelassen, fleissig fortgepflanzt und immer auf den Tag ihrer gloriosen Rückkehr auf die Erde hingearbeitet: Unter Führer Wolfgang Kortzfleisch (wunderbar wie immer: der große Udo Kier) und seinem designierten Nachfolger, dem strammen Klaus Adler (Götz Otto) lebt die Kolonie ideologisch korrekt in strenger Zucht und Ordnung.
Einen Schwarzen wie Washington haben sie hier noch nie gesehen, schließlich lebt man seit Generationen im wahrsten Sinne des Wortes hinterm Mond. Um so besser, dass das hübsche Fräulein Lehrerin Renate Richter (1 1/2-Ritter-Prinzessin Julia Dietze), Adlers Verlobte und die Tochter des genialen Wissenschaftlers Doktor Richter (Thilo Prückner), Englisch kann: Sie verständigt sich gut mit dem Erdling, und das bald nicht nur verbal.
Zeit für Götterdämmerung: Mithilfe der Technologie, die Washington mitgebracht hat, schaffen es die Mond-Nazis endlich, ihr Riesenraumschiff in Gang zu setzen. Man düst zur Erde. Doch hier ist die Zeit nicht stehen geblieben, und keiner hat wirklich auf die seltsam steifen Typen in ihren Faschingsuniformen gewartet. Tja, eine vielleicht  doch: Die amtierende US-Präsidentin (in Sarah-Palin-Maske: Stephanie Paul) erkennt ungeahntes Potenzial für den laufenden Wahlkampf …

Allerfeinstes Genre-Kino mit astreiner Trash-SciFi-Handlung, mit großer Besetzung, toller Optik und Filmmusik von den Euro-Wave-Heroen Laibach: Was sich der finnische Filmemacher Timo Vuorensola - der davor mit seinem Online-No-Budget-Werk Star Wreck: In the Pirkinning für Furore gesorgt hatte - für sein Kino-Debüt vorgenommen hatte, war hoch gegriffen. Und das mit minimalem Budget: Finanziert wurde Iron Sky zu einem wesentlichen Teil durch Crowd Funding von Fans des Projekts, die Vuorensola über das Internet mobilisiert hatte.

Text:  Gini Brenner

Credits

Titel Iron Sky
Originaltitel Iron Sky
Genre Action-Komödie/Fantasy
Land, Jahr Australien/Deutschland/Finnland, 2012
Länge 93 Minuten
Regie Timo Vuorensola
Drehbuch Michael Kalesniko
Kamera Mika Orasmaa
Schnitt Suresh Ayyar
Musik Laibach
Produktion Oliver Damian, Tero Kaukomaa, Samuli Torssonen
Darsteller Götz Otto, Julia Dietze, Udo Kier, Stephanie Paul, Tilo Prückner, Christopher Kirby
Verleih Einhorn Film

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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