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Gravity

Gravity

Drama. USA 2013. 90 Minuten.

Regie: Alfonso Cuarón
Mit: Sandra Bullock, George Clooney

Lost in space: Alfonso Cuarón (Children of Men) schickt Sandra Bullock und George Clooney auf eine Odyssee im Weltraum - und den Zuschauer sehenden und staunenden Auges in ein visuell atemraubendes Science-Fiction-Ereignis, wie man es so im Kino noch nicht erleben durfte, wovon auch immerhin sieben Oscars zeugen.

Filmstart: 4. Oktober 2013

Rookie und Routinier, vereint in einer gemeinsamen Mission: Für Dr. Ryan Stone (Sandra Bullock), eine Medizintechnik-Koryphäe, ist es die erste Reise ins All, für ihre Begleitung, den altgedienten Astronauten Matt Kowalsky (George Clooney), aber ebenfalls nicht bloß eine weitere Weltraum-Tour unter vielen – er soll nach deren Vollendung in den Ruhestand verabschiedet werden. Die knapp 600 Kilometer über der Erde angesiedelte Aufgabe ihrer Crew besteht darin, das Hubble-Teleskop soweit herzurichten, dass man es an das Space Shuttle koppeln und somit einem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre zuführen kann. Das Unterfangen geht genau so lange gut, bis Houston ein Problem hat beziehungsweise feststellt - und einen umgehenden Abbruch der Aktion anordnet. Vermutlich die Russen haben einen ihrer eigenen Satelliten mit einer Rakete befeuert, weswegen nun sehr viel Technikschutt mit sehr hoher Geschwindigkeit durch die Gegend donnert. Die Warnung kommt jedoch zu spät, das Shuttle wird vom Flugmüll zerstört. Nachdem obendrein auch noch der Funkkontakt zur Erde abreißt, treiben Stone und Kowalsky ganz auf sich allein gestellt durchs Weltall. Ihre möglicherweise letzte Hoffnung ist die relativ nahe gelegene Internationale Raumstation ISS, die die beiden, die lediglich noch durch ein verbindendes Band und aufmunternde Worte zusammengehalten werden, anzusteuern trachten - stets mit der berechtigten Sorge im Hinterkopf, dass der Sauerstoffvorrat nicht mehr für die gesamte Strecke reichen könnte ...

"Im Weltraum hört dich niemand schreien", hieß es einst im längst zur Legende gewordenen Promo-Slogan zu Ridley Scotts SciFi-Klassiker Alien. Aber es brauchte noch weitere dreieinhalb Dekaden, bis ein Film daherkommen sollte, der es mit aller Vehemenz vermitteln kann, wie sie sich wirklich anfühlt: diese absolute, überwältigende, grauenhafte Stille im outer space. Wenn Sandra Bullock und George Clooney - in ihrem Star-Status zuwiderlaufender Vollmontur, die ihnen jedoch ein umso konzentrierteres Spielen abverlangt - in Gravity leinwandfüllend in den unendlichen Weiten des Weltraums aufgehen, dann wird man in der Tat den Eindruck nicht los, dass man im Kino noch nie so unmittelbar an dem Gefühl dran war, das man hat, wenn man laut- und schwerelos durchs All driftet. Dabei musste der mexikanische Filmemacher Alfonso Cuarón (Children of Men) lange Jahre der Vorbereitung (in denen große Namen wie Robert Downey Jr. oder Angelina Jolie wieder abgesprungen sind) und noch viel längere Jahre der Post Production (der Kinostart wurde ob der aufwendigen Effektarbeit weit nach hinten verschoben) in Kauf nehmen, um sein Herzensprojekt auch in aller geplanten Pracht verwirklichen zu können. Dass er neben all den Ehrfurcht gebietenden, von Kamera-Virtuosen Emmanuel Lubezki sensationell eingefangenen Schauwerten - allein die rund viertelstündige Anfangssequenz ohne einen einzigen Cut! - auch dem menschlichen Drama, das so eine von Panik und Isolation befeuerte Situation halt reichlich mit sich führt, wohlbemessen Platz einräumt, ist dabei nicht bloß ein zusätzliches Benefit, sondern integraler Bestandteil des Wunders, das dieser Film ist. So scheint es letztlich auch nur folgerichtig, dass selbiger heuer ausgerechnet als SciFi-Werk den Arthouse-Kinoreigen der Filmfestspiele von Venedig eröffnen durfte: Gravity ist nun mal nichts weniger als einer jener Meilensteine, die ein ganzes Genre im Alleingang auf das nächste Level heben können. Ganz so wie dereinst 2001 - Odyssee im Weltraum … oder eben Alien.

Text:  Christoph Prenner

Credits

Titel Gravity
Originaltitel Gravity
Genre Drama
Land, Jahr USA, 2013
Länge 90 Minuten
Regie Alfonso Cuarón
Drehbuch Alfonso Cuarón, Jonás Cuarón
Kamera Emmanuel Lubezki
Schnitt Alfonso Cuarón, Mark Sanger
Musik Steven Price
Produktion Alfonso Cuarón, David Heyman
Darsteller Sandra Bullock, George Clooney
Verleih Warner

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

3 Kommentare

Ein Meilenstein aus dem Outer Space !

Die Erde aus 600 Kilometern Höhe: So etwas und vorallen in derartig beeindruckenden, überwältigenden Bildern, war bisher bloß Besuchern des IMAX zugänglich. Die Story ist hierbei fast schon nebensächlich, obwohl sie durchaus gut und nachvollziehbar gemacht ist. Also Langeweile kommt hierbei sicherlich keine auf. Mir persönlich hats sehr gut gefallen. Der Film sticht punkto Anspruch und Spannung weit über dieses Genre hinaus, und dies soll was heissen...!Kleiner Tipp: Unbedingt in 3 D ansehen ( ist eine Klasse für sich ).
Prädikat: wertvoll
5/5 Sternen

24. September 2013
17:09 Uhr

von filmkritik

Toll inszeniertes Drama

In IMAX 3D ist Gravity absolut ein Fest für die Augen, aber auch abseits der großartigen Kulisse ist der Film sehenswert, richtig spannend ohne pathetisch zu werden. Die Schwerelosigkeit ist großartig eingefangen worden - da freue ich mich auf die Extras der Blu-ray. Ich finde nur nicht, dass es sich um einen Science Fiction Film handelt - soweit ich das durchblicke ist hier nichts Fiktion, alles könnte mehr oder minder so passieren - oder täusche ich mich? Wo ist Franz Viehböck, wenn man ihn braucht??

27. September 2013
13:43 Uhr

von Virago95

GRAVITY

spannung pur von der ersten bis zur letzten minute. obwohl nur 2 schauspieler vor kommen - brillieren beide zu top leistungen. meiner meinung ist dieses drama der beste film des jahres 2013!! grandios inszeniert von alfonso cuaron - schade das es nicht mehr solcher tollen filme gibt! in der skip bewertung: 5 von 5 megageilen punkten!! sehr sehenswert!

11. Oktober 2013
18:55 Uhr

von Philipp87

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