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Grenzgänger

Grenzgänger

Thriller. Österreich 2012. 85 Minuten.

Regie: Florian Flicker
Mit: Andreas Lust, Andrea Wenzl, Stefan Pohl

Menschenschmuggel, Sex, Verrat und dazu Musik von Eva Jantschitsch aka Gustav. Florian Flickers eindrückliches Drama mit Andreas Lust (Der Räuber) und Andrea Wenzl (Die Vaterlosen) zeichnet eine Geschichte im Grenzland nach der Jahrtausendwende, aufrüttelnd und doch still.

Filmstart: 16. November 2012

Der österreichische Regisseur Florian Flicker (Der Überfall, Suzie Washington) drehte seinen jüngsten Film mitten in der burgenländisch-slowakischen Einschicht im Marchfeld. Kurz nach der Jahrtausendwende mussten dort noch junge Männer vom Bundesheer in flirrender Hitze, klirrender Kälte und in vor allem quälender Langeweile die Grenze bewachen, um das Eindringen von Flüchtlingen nach Österreich zu verhindern. Einer dieser uniformierten Jungspunde ist Ronnie (Stefan Pohl). Er wird von seinem Vorgesetzten auf Jana (Andrea Wenzl) und Hans (Andreas Lust) angesetzt: Die beiden betreiben gemeinsam ein schlecht besuchtes Wirtshaus, Hans träumt von einem Golfplatz, der die Massen anlocken soll, irgendwann in einer fernen Zukunft, wenn das Geld dafür zusammengespart ist. Das Paar steht im Verdacht, Menschen über die Grenze zu schmuggeln. Was Hans nämlich sonst noch alles treibt, wenn er im sommerlichen Auengebiet zukünftige Steckerlfische angelt, weiß keiner so genau. Der junge Ronnie kommt also oft ins Beisl und flirtet mit Jana, die von Hans auch noch dazu angehalten wird, soll sie doch so Ronnie in Sicherheit wiegen. Doch es kommt, wies kommen muss: Dinge und Gefühle kommen ins Rollen. Es bleibt nicht beim Flirt und wer wen verraten hat, ist eine offene Frage. Nachher wird jedenfalls nichts mehr sein wie zuvor.

Für die Dreiecksgeschichte bediente sich Florian Flicker bei Schönherrs Theater-Klassiker Der Weibsteufel. Doch Flicker lässt es nicht bei der Story vom männerzerstörenden Weibsbild bewenden. Hier ist die emotionale Balance stets bei allen Beteiligten in Gefahr - und genau jener Moment, in dem für die Männer nur mehr zählt, wer gewinnt, ist für Jana vielleicht die Chance, auf die sie immer gewartet hat …
Wer sich an diverse Versionen von Wenn der Postmann zweimal klingelt von Visconti (Ossessione, 1942) bis Petzold (Jerichow, 2008) erinnert fühlt, liegt goldrichtig, auch sie dienten als Inspiration. Der preisgekrönte Kameramann Martin Gschlacht, der bereits Filmen wie Antares, Free Rainer, Revanche oder Karl Markovics Regiedebüt Atmen seinen atmosphärischen Stempel aufgedrückt hat, macht die Auenlandschaft zum Wildwest-Schauplatz eines stillen Dramas der Abhängigkeiten. Der gelungene Soundtrack von Eva Jantschitsch aka Gustav sowie Flickers ganz aufs Wesentliche verknappte und immer wahrhaftige Dialoge tun zur entrischen Stimmung ihr Übriges.

Text:  Julia Pühringer

Credits

Titel Grenzgänger
Originaltitel Grenzgänger
Genre Thriller
Land, Jahr Österreich, 2012
Länge 85 Minuten
Regie Florian Flicker
Drehbuch Florian Flicker frei nach Der Weibsteufel von Karl Schönherr
Kamera Martin Gschlacht
Schnitt Karina Ressler
Musik Eva Jantschitsch
Produktion Viktoria Salcher, Mathias Forberg
Darsteller Andreas Lust, Andrea Wenzl, Stefan Pohl
Verleih Thimfilm

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

4 Kommentare

must see

eine fesselnde und zugleich verstörende dreiecksgeschichte in den march auen der 90er jahre. "gelungener" assistenzeinsatz des bundesheeres bei menschenschmuggel - mit tödlichem ausgang...

27. Oktober 2012
17:13 Uhr

von maronifee

liebe fee,

magst nicht lieber maroni braten anstatt zu spoilern?

5. November 2012
10:55 Uhr

von Troublemaker

ganz guter film

ist für einen österr. film ganz sehenswert. tw. mit lustigen passagen...aber leider (ist ja ein drama) endet er halt "tödlich"...

19. November 2012
23:32 Uhr

von manfred39

guter österreichischer Film

ein wirklich guter, bodenständiger österreichischer Film - nicht immer muß eine Action die Andere jagen um spannend zu sein.

21. November 2012
18:18 Uhr

von melmo

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