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Der Exorzist

The Exorcist

Horror. USA 1973. 122 Minuten.

Regie: William Friedkin
Mit: Linda Blair, Ellen Burstyn, Max von Sydow

In den siebziger Jahren galt William Friedkins Der Exorzist als gruseligster Horrorfilm aller Zeiten. Dreißig Jahre später stimmt das immer noch. Außerdem enthält der Director's Cut zusätzliche elf Filmminuten.

Chris MacNeil (Ellen Burstyn), eine berühmte Filmschauspielerin, steckt mitten in hektischen Dreharbeiten. Ihre Tochter Regan (Linda Blair) ist ein aufgeweckter Teenager, ein hübsches Mädchen, das vom eigenen Pferd träumt und mit einer blühenden Fantasie gesegnet ist. Letzte Nacht konnte sie nicht gut schlafen, sagte Regan neulich, weil das Bett immer wieder so fürchterlich gewackelt hätte. Die Mutter kümmert sich nicht weiter um derartiges Gerede. Wo doch eh jeder weiß, dass die Pubertät kein Honiglecken ist. Das wird sich schon wieder legen, meint sie. Aber als sich die Kleine schließlich in Krämpfen windet, als sie unflätige Flüche schreit und vor Partygästen auf den Teppich uriniert, geht man doch zum Nervenarzt. Freilich vergeblich. Denn die Wissenschaftler stehen vor einem Rätsel und Regans Anfälle werden immer schlimmer.

Der Exorzist ist ein Horrorfilm, der wie eine klassische Symphonie aufgebaut ist. Schon lange bevor der Schrecken kommt, kriegt man es mit der Angst zu tun. "Jeder sieht im Exorzisten, was er bereits in sich hat", sagt Regisseur William Friedkin. Stimmt. Deshalb zucken die Zuschauer auch schon beim kleinsten Geräusch zusammen, das nachts vom Dachboden kommt. Deshalb können hier schon einfahrende U-Bahn-Züge, krächzende Raben, Bäume, die sich in Wind bewegen, Uhren, die mit einem Schlag stehenbleiben, zu bedrohlichen Fingerzeigen des Bösen werden. Und deshalb wurde das Bild eines Mannes, der mit Hut, Mantel und Aktentasche im Schein einer Straßenlampe steht und auf das hellerleuchtete Fenster eines Hauses schaut, zum Symbol für den modernen Horrorfilm. Der Exorzist (Max von Sydow in der Rolle seines Lebens) ist gekommen, um Regan den Teufel auszutreiben. Es wird ein harter Kampf. Und nicht alle werden ihn überleben.
Aber zumindest manche haben prächtig davon profitiert. Der Regisseur und die Produktionsfirma zum Beispiel, aber auch Hauptdarstellerin Linda Blair, die mit Hilfe von Blut, Blasphemie und Erbensuppe (oder glaubt da immer noch wer, dass die damals wirklich aufs Bett gekotzt hat?) zur Kultfigur wurde und sich noch viele Jahre lang als amtierende B-Picture-Queen auf den Ruhm ausruhen konnte, den ihr diese Teufelsaustreibung eingebracht hatte.
Anfang 1974 wurde der Film für zehn Oscars nominiert: neben Linda Blair und Jason Miller (zwei Newcomer, die das gruselige Treiben mit einem Schlag bekannt machte) auch in den Kategorien Regie, Schnitt, Kamera, Drehbuch nach einer Vorlage (der Roman stammt von William Peter Blatty, allein in den USA wurden 13 Millionen Exemplare verkauft), Produktionsdesign, Ausstattung, Ton und Bester Film. Leider gewann Der Exorzist nur in zwei Kategorien: Bester Ton und Bestes Drehbuch. Ob da am Ende gar der Teufel seine Hände im Spiel gehabt hat?

Credits

Titel Der Exorzist
Originaltitel The Exorcist
Genre Horror
Land, Jahr USA, 1973
Länge 122 Minuten
Regie William Friedkin
Drehbuch William Peter Blatty nach dem Roman von William Peter Blatty
Kamera Owen Roizman
Schnitt Jordan Leondopoulos, Evan A. Lottman, Norman Gay
Musik Jack Nitzsche
Produktion William Peter Blatty, Noel Marshall
Darsteller Linda Blair, Ellen Burstyn, Max von Sydow, Lee J Cobb, Kitty Winn
Verleih Warner

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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